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Blitztafel bis Block (Bd. 3, Sp. 63 bis 64)
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Artikelverweis Blitztafel, s. Meyers Elektrische Entladungen.
 
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Blitzvogel, s. Meyers Steißfuß.
 
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Blitzzüge, s. Meyers Eisenbahnzüge.
 
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Blizzard (spr. blísĕrd), Schneesturm, der im W. des Mississippi aus nördlicher Richtung weht und höchst gefährlich ist. Diese die Westseite der barometrischen Depressionen begleitenden Winde zeichnen sich wie die Northers in Texas durch plötzliches Ausbrechen, kurze Dauer und äußerst rasches Sinken der Temperatur aus.
 
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Blme., bei Pflanzennamen Abkürzung für K. L. Blume (s. d.).
 
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Bloc (franz., vom Deutschen), Block, Klotz, Hause von Waren; en b., im ganzen, in Bausch und Bogen.
 
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Bloch, 1) Markus Elieser, Ichthyolog, geb. 1723 in Ansbach, gest. 6. Aug. 1799 in Karlsbad, war Hauslehrer bei einem jüdischen Wundarztin Hamburg, lernte hier Deutsch und Latein, studierte dann in Berlin Medizin und Naturgeschichte und ließ sich daselbst als Arzt nieder. Seine »Allgemeine Naturgeschichte der Fische« (Berl. 178295, 12 Tle., mit 432 farbigen Kupfern) war lange Zeit das Hauptwerk für Fischkunde und ist noch jetzt wertvoll (franz. von Laveaux, das. 1785, 6 Bde.). Unvollendet hinterließ er das »Systema ichthyologiae iconibus CX illustratum« (hrsg. von Schneider, Berl. 1801). Seine Fischsammlung wurde dem Berliner Zoologischen Museum einverleibt.
   2) Karl, dän. Maler, geb. 23. Mai 1834 in Kopenhagen, gest. daselbst 22. Febr. 1890, bildete sich seit 1849 auf der Kunstakademie seiner Vaterstadt und schuf von 185459 eine Reihe teils ernster, teils idyllischer und humoristischer Genrebilder aus dem dänischen Volksleben. 185965 verweilte er in Italien, wo er Genrebilder aus dem italienischen Volksleben malte. Schon während der letzten Zeit seines Aufenthalts in Rom wandte sich B. mit seiner großen Komposition: Simson in der Mühle bei den Philistern (1863) dem Historiensache zu. Im folgenden Jahre vollendete er die Auferweckung der Tochter des Jairus.

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Beide Gemälde wurden für die Nationalgalerie auf dem Schloß Christiansborg angekauft. Noch größern Ruhm erwarb ihm 1865 das für das königliche Schloß zu Athen ausgeführte Kolossalbild: die Befreiung des Prometheus. B. wurde jetzt zum Mitgliede der Akademie erwählt und erhielt gleichzeitig von einem reichen Privatmann den Auftrag, 23 neutestamentliche Vorwürfe für die Betkammer des nach dem Brande restaurierten Schlosses Frederiksborg zu malen, die er 1876 vollendete. Die Verkündigung Mariä, Marias Besuch bei Elisabeth, die Hochzeit von Kana sind voll tiefer, echt religiöser Empfindung. Außer mehreren großen historischen Gemälden (Niels Ebbesen und Graf Gerhard, Christian II. als Gefangener auf dem Schlosse zu Sonderburg) schuf er noch eine Anzahl von Genrebildern aus dem römischen und dänischen Volksleben (der Mönch, Straßenbarbier, der gestörte Mittagsschlaf, Dienstmädchen am Küchenherd) und einige Altarbilder, von denen die Auferstehung Christi (Jakobskirche in Kopenhagen) das bedeutendste ist.
   3) Iwan Stanislawowitsch, russ. Volkswirt, geb. 1836 in Warschau, gest. 6. Jan. 1902, war ursprünglich Bankier und beteiligte sich seit Ende der 1860er Jahre in immer größerm Umfang an allen westrussischen Eisenbahnunternehmungen, wobei er sich ein großes Vermögen erwarb. 1875 erschien seine erste, wirtschaftspolitische Studie: »Die russischen Eisenbahnen«, der bald andre Arbeiten folgten. Am bekanntesten sind seine Werke über die »Finanzen Rußlands im 19. Jahrhundert« und über den »Einfluß der Eisenbahnen auf die wirtschaftliche Lage Rußlands«, »Die Industrie im Zartum Polen 18711880«, »Das Land und die Verschuldung« u. a. In seinen letzten Jahren widmete er sich der Propaganda für einen allgemeinen Völkerfrieden. Bekannt ist der Einfluß seines Buches »Der Zukunftskrieg« auf Zar Nikolaus II. Er war zuletzt Mitglied des gelehrten Komitees im Ministerium der Finanzen.
   4) Moritz, ungar. Schriftsteller, s. Meyers Ballagi.
 
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Blochausen, Felix, Baron de, luxemburg. Politiker, geb. 25. März 1834 auf Schloß Birtringen, als Advokat in Diekirch 1860 zum Abgeordneten gewählt, war 186667 Generaldirektor in der Regierung, erwarb sich als Staatsminister (seit 1874) um die Landeskultur einige Verdienste, mußte aber wegen der Begünstigung bedenklicher Finanzunternehmungen und wegen seiner Opposition gegen die Thronfolge des Herzogs Adolf (s. d. 5) von Nassau 1885 seine Entlassung nehmen. Zur Zeit ist er Vizepräsident der Kammer, der er seit 1887 wieder angehört.
 
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Blochmann, Karl Justus, Pädagog, geb. 19. Febr. 1786 in Reichstädt bei Dippoldiswalde, gest. 31. Mai 1855 in Château Lancy bei Genf, studierte in Leipzig Theologie, war 180916 Lehrer an der Pestalozzischen Erziehungsanstalt zu Yverdon, bereiste dann Italien und wurde 1818 als Vizedirektor an der neuen Friedrich August-Schule in Dresden angestellt. 1824 errichtete er mit königlicher Beihilfe in Dresden eine höhere Bildungsanstalt für Knaben, die 1828 mit der Vitzthumschen Gymnasialstiftung vereinigt ward. 1851 trat B. von der Leitung der Anstalt zurück. B. war einer der treuesten und wirksamsten Schüler Pestalozzis, von dem er jedoch im strengern Anschluß an das kirchliche Dogma abwich. Von seinen Schriften ist zu erwähnen: »H. Pestalozzi, Züge aus dem Bilde seines Lebens und Wirkens« (Leipz. 1846). Sein Leben beschrieb G. F. Rud. Blochmann (Dresd. 1886). Vgl. Israel in den »Pädagogischen Blättern« (Gotha 189799).
 
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Block, auf Schiffen ein Gehäuse mit einer oder mehreren Rollen (Scheiben), die um eine Achse drehbar sind. Die Blöcke sind die Kloben für die Flaschenzüge. Im Kartenspiel heißt B. ein kleines Bēte, das jeder Teilnehmer gleich vor Beginn des Spieles setzt, um größere Gewinne und Verluste möglich zu machen. Auch der Ausdruck »Stammbete« ist hierfür üblich. Im Forstwesen s. Meyers Forsteinteilung. Im Eisenbahnwesen s. Meyers Eisenbahnbetriebssicherheit und Meyers Eisenbahnsignale.
 
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Block, 1) Albrecht, Landwirt, geb. 5. März 1774 in Sagan, gest. 21. Nov. 1847, bewirtschaftete mehrere Güter, kaufte 1811 das Gut Schönau und errichtete hier eine landwirtschaftliche Lehranstalt. 1838 wurde er Direktor des schlesischen Kreditvereins und Intendant der schlesischen Stammschäfereien in Karolath. B. verbreitete die Fruchtwechselwirtschaft, verbesserte das Düngerwesen, den Kartoffelbau und die Schafzucht, besonders aber bildete er das Rechnungswesen in der Landwirtschaft aus. Er schrieb: »Versuche einer Wertsvergleichung der vorzüglichsten Ackerbauerzeugnisse« (Berl. 1823); »Mitteilungen landwirtschaftlicher Erfahrungen, Ansichten und Grundsätze« (2. Aufl., Bresl. 183739, 3 Bde.; 4. Aufl. von Birnbaum, das. 188587); »Über den tierischen Dünger, seine Vermehrung etc.« (das. 1835); »Die einfache ländliche Buchführung« (das. 1837); »Beiträge zur Landgüterschätzungskunde« (das. 1840).
   2) Moritz, franz. Statistiker und Nationalökonom, geb. 18. Febr. 1816 in Berlin aus israelitischer Familie, gest. 9. Jan. 1901 in Paris, brachte seine Jugend in Paris zu, studierte in Bonn und Gießen Geschichte und Staatswissenschaften und wurde 1844 im französischen Ackerbauministerium, 1852 im Statistischen Bureau zu Paris angestellt. 1862 gab er diese Stellung auf und widmete sich seitdem ausschließlich seiner weitverzweigten literarischen Tätigkeit. Seit April 1880 war er Mitglied des Instituts. Unter seinen Schriften sind hervorzuheben: »Des charges de l'agriculture dans les divers pays de l'Europe« (Par. 1851); »L'Espagne en 1850« (1851); ferner das vorzügliche »Dictionnaire de l'administration française« (1856, 4. Aufl. 1898), dem 185869 ein »Annuaire de l'administration française« zur Seite ging, und die vom Institut de France gekrönte Preisschrift »Statistique de la France« (1860, 2 Bde.; 2. Aufl. 1875); »L'Europe politique et sociale« (1869, 2. Aufl. 1892); »Les communes et la liberté« (1876); »Traité théorique et pratique de statistique« (1878, 2. Aufl. 1886; deutsch bearbeitet von H. v. Scheel, Leipz. 1879); »Les progrès de la science économique depuis A. Smith« (1890, 2 Bde.; 2. vermehrte Aufl. 1897); »Les suites d'une grève« (1891; deutsch, Berl. 1891); das populäre »Petit manuel d'économie pratique« (9. Aufl. 1880; in elf Sprachen übersetzt; deutsch von Kaven, 5. Aufl., Aachen 1890), dem sich mehrere ähnliche Schriften anschlossen, wie: »La France«, »Le département«, »La commune«, »L'impôt«, »Le budget«, »L'agriculture«, »L'industrie«, »Le commerce«, »Premiers principes de législation pratique appliquée au commerce« (1883), »Les assurances ouvrièresen Allemagne« (1895) etc. Daneben gab B. das »Dictionnaire général de la politique« (186264, 2 Bde.; neue Ausg. 1884) heraus, sowie das »Petit dictionnaire politique et social« (1896) und seit 1856 mit Guillaumin, I. Garnier u. a. das »Annuaire de l'économie politique et de la statistique«. In deutscher Sprache veröffentlichte er: »Die Bevölkerung des französischen

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Kaiserreichs« (Gotha 1861); »Die Bevölkerung Spaniens und Portugals« (das. 1861); »Die Machtstellung der europäischen Staaten« (das. 1862, gleichzeitig französisch) u. a.

 

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