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Blindmaus bis Blitong (Bd. 3, Sp. 59)
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Artikelverweis Blindmaus (Blindmoll, Spalax typhlus Pall.), Nagetier aus der Familie der Wurfmäuse (Spalacidae), 20 cm lang, plump, mit sehr starkem Kopf, stumpfschnauzig, mit kurzen Beinen, breiten Pfoten, starken Zehen und Krallen, schwanzlos, mit sehr kleinen, unter der Haut verborgenen Augen und sehr starken, weit aus dem Maul hervorragenden Nagezähnen, ist gelbbräunlich, lebt in Südosteuropa und Westasien, besonders an der Wolga und am Don, in der Moldau, haust in unterirdischen, weitverzweigten Bauen und nährt sich vorwiegend von pflanzlichen Stoffen. Die Russen glauben, daß sie dem Menschen besondere Heilkräfte verleihen könne.
 
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Blindreben, unbewurzelte Stecklinge, Schnittlinge von Reben.
 
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Blindschlangen (Minierschlangen, Typhlopidae), s. Meyers Schlangen.
 
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Blindschleiche (Anguis L.), Eidechsengattung aus der Unterordnung der Kurzzüngler, schlangenähnliche Tiere mit unter der Haut versteckten Gliedmaßen, sehr kleinen, meist unter Schuppen liegenden Ohren, langen, spitzen Zähnen, auf dem Kopf mit größern Schilden, auf dem Körper mit kleinen, glänzenden Schuppen bedeckt. Die B. (Bruchschleiche, Glasschlange, Haselwurm, A. fragilis L., s. Tafel Meyers »Eidechsen I«, Fig. 6), 40 cm lang, hat zwei goldgelbe Augen, mit denen sie sehr gut sieht, ist oben bleigrau, an den Seiten rötlichbraun, bisweilen dunkel gestreift, am Bauch bläulichschwarz, gelblichweiß punktiert, aber sehr veränderlich in der Färbung, bewohnt Europa, Algerien und Vorderasien, lebt an buschigen oder grasigen Orten, unter Steinen, in selbstgegrabenen Höhlen etc. und hält vom Oktober bis März, oft gesellig, Winterschlaf. Sie erbeutet, besonders nachts, Nacktschnecken, Regenwürmer, Raupen und hält sich an sehr heißen, trocknen Tagen verborgen. Sie ist durchaus ungefährlich und vollkommen wehrlos. Bei sehr starker Bewegung bricht leicht ein Stück ihres Schwanzes ab. Im August und September legt sie zahlreiche Eier, aus denen sich die bereits vollkommen entwickelten Jungen sofort herauswinden.
 
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Blindtaubstumme, s. Meyers Dreisinnige.
 
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Blindwühler (Ringelwühler, Schleichenlurche, Cöcilien, Gymnophiona, Apoda), Ordnung der Amphibien, wurmförmige Tiere ohne Extremitäten, mit kaum hervortretendem Kopf und Schwanz, z. T. mit in der Haut versteckten Schuppen. Der Körper erscheint durch quere Furchen geringelt. Augen fehlen gänzlich oder liegen unter der Kopfhaut. Vor ihnen befindet sich jederseits eine kleine Öffnung mit einem vorstreckbaren Taster, der zu einer Drüse in Beziehung steht. Die B., etwa 37 Arten, finden sich in den Tropen Amerikas, Afrikas, Asiens; sie leben nach Art der Regenwürmer und nähren sich von Insekten und Gewürm. Die Verwandlung der Jungen geschieht großenteils schon im Ei, die Embryonen können große Kiemenbüschel aufweisen, was auf ein früheres Wasserleben hindeutet; die Kiemen gehen bald verloren, die B. atmen durch Lungen.
 
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Blinkfeuer, s. Meyers Leuchtturm.
 
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Bliny, russisches Gebäck aus Buchweizenmehl, wird mit Kaviar oder Butter gegessen.
 
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Blinzeln (Plinken, Nictatio), sehr schnelles Schließen und Wiederöffnen der Augenlider, erfolgt willkürlich oder reflektorisch (z. B. bei Berührung des Augapfels oder auch nur der Wimpern, bei Einwirkung intensiven Lichts u. a. m.). Hier dient das B. zum Schutz des Auges. Beim Menschen und einigen Tieren tritt bei der Berührung eines Auges stets beiderseitiges B. auf. Beim Kaninchen, bei den meisten Vögeln, beim Frosch u. a. blinzelt nur das gereizte Auge. Kurzsichtige kneifen die Lidspalte zu (Blinzen), um das Erkennen von Gegenständen zu befördern, weil die Zerstreuungskreise der Netzhautbilder, welche die Deutlichkeit des Sehens hindern, durch die künstliche Verkleinerung des Pupillargebiets, die mit dem B. eintritt, selbst verkleinert werden.
 
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Blinzhaut, soviel wie Nickhaut (s. d.).
 
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Blitong, Insel, s. Meyers Billiton.

 

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