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Blesson bis Blicher (Bd. 3, Sp. 54 bis 55)
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Artikelverweis Blesson, Ludwig, Militärschriftsteller, geb. 27 Mai 1790 in Berlin, gest. daselbst 20. Jan. 1861, trat 1813 in das Ingenieurkorps, wurde nach dem Frieden Lehrer an der Kriegsschule und Mitglied der Militärexaminationskommission und nahm 1829 als Major seinen Abschied. 1848 war er Kommandant der Bürgerwehr in Berlin und später einer der Direktoren der Preußischen Rentenanstalt. Er schrieb: »Beitrag zur Geschichte des Festungskriegs in Frankreich 1815« (Berl. 1818); »Feldbefestigungskunst« (das. 1825); »Befestigungskunst für alle Waffen« (das. 182135, 3 Bde.); »Übersicht der Belagerungskunst« (das. 1827); »Übersicht der Befestigungskunst« (das. 182734, 2 Hefte); »Die Lehre vom graphischen Defilement« (das. 1828); »Geschichte der großen Befestigungskunst« (das. 1830), epochemachende Werke. Auch gab er heraus: »Betrachtungen über Gegenstände der Kriegsphilosophie« (aus den Papieren eines Generals, Berl. 1835) und übersetzte Chambroys »Histoire de l'expédition de Russie en 1812« (das. 1824, 2 Bde.) und »Traité de la guerre contre les Turcs« (das. 1830). Besonders wirkte B. auch als Herausgeber der noch heute bestehenden »Militärliteraturzeitung« und der »Zeitschrift für Kunst, Wissenschaft und Geschichte des Krieges«.
 
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Blessūr, s. Meyers Blessieren.
 
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Bletonismus, die nach einem im 18. Jahrh. in Paris lebenden Wasserfinder, Bleton, benannte vermeintliche Gabe, unterirdische Quellen durch einen bestimmten Gefühlseindruck nachweisen zu können.
 
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Bleu (franz., spr. blö), blau; B. céleste, Bergblau; B. de France, s. Meyers Berlinerblau; B. mourant, »sterbendblau«, man-, blaßblau (verderbt blümerant); B. Sèvres, s. Meyers Pâte sur pâte; B. verdâtre, künstliches Bergblau.
 
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Bleuel (v. altd. bliuwen, »bleuen, schlagen«), ein hölzerner Schlägel zum Reinigen der Wäsche, zur Bearbeitung des Flachses und Hauses etc.
 
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Bleuelstange (Pleuelstange), s. Meyers Kurbelgetriebe.
 
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Bleuler, Hermann, schweizer. Armeekorpskommandant, geb. 1837 in Zürich, trat 1862 als Artillerieoffizier in den Generalstab ein, wurde 1870 Oberinstruktor der Artillerie, 1871 eidgenössischer Oberst, 1883 Kommandant der 6. Division und 1891 des neugebildeten 3. Armeekorps. 1888 vertauschte er die

[Bd. 3, Sp. 55]


Stelle eines Oberinstruktors der Artillerie mit der eines Präsidenten des schweizerischen Schulrats, dessen Leitung daseidgenössische Polytechnikum unterstellt ist.
 
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Blewfields (spr. blúbhfīlds), Stadt, s. Meyers Bluefields.
 
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Bliaut (altfranz., spr. bliō), langes Oberkleid, dessen sich vom frühen Mittelalter bis zum 13. Jahrh. Männer und Frauen besonders in Frankreich bedienten; es war in Form eines Kittels oder einer Bluse, anfangs mit Ärmeln, nachher auch ohne Ärmel.
 
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Blicca, s. Meyers Blicke.
 
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Blicher, Steen Steensen, dän. Lyriker und Novellist, geb. 11. Okt. 1782 bei Wiborg, gest. 26. März 1848, konnte wegen andauernder Kränklichkeit erst 1809 das theologische Amtsexamen absolvieren, heiratete die 17jährige Witwe seines Onkels, pachtete das Pfarrgut seines Vaters und wurde endlich selbst, stets mit großen ökonomischen Schwierigkeiten kämpfend, 1819 Pfarrer in Thorning, 1826 in Spentrup, unweit Wiborg. Sein erstes Werk war eine vorzügliche Übersetzung Ossians (18071809); Sammlungen eigner Gedichte folgten 1814 (2 Bde.) und 1817. Bekannt wurde er erst durch das »Tagebuch eines Landküsters« (1824), den Almanach »Sneeklokken« (1826), die »Jütländischen Romanzen« und die »Nationalnovellen«, z. T. in jütländischer Mundart (in Zeitschriften 182729). Eine Auswahl seiner Werke (183336) füllt 7 Bände. Neue Sammlungen erschienen 1837 (»Swithiod«) und 1838 die »Zugvögel«, treffliche, ernst-patriotische Gedichte. 1842 erwarb er sich durch sein Meisterwerk: »Die Spinnstube« (jütländisch »E Bindstouw«), Novellen und Gedichte voll herzigen Humors und Poesie, für immer den Ruhm eines Nationaldichters, der zuerst Jütland, die Jüten und ihre Mundart dichterisch ergründet hat. Auf sein Wirken lassen sich die für das dänische Volksleben charakteristischen Volksfeste zurückführen. 1866 wurde ihm ein Standbild in Wiborg errichtet. Neuausgaben seiner Werke besorgte Professor P. Hansen: »Digte« (Kopenh. 1870), »Samlede Noveller og Skizzer« (2. Aufl., das. 189394, 20 Bdchn.; deutsch unter andern von Diezmann, Leipz. 1849, 6 Bde.). Vgl. seine Biographie von Kristensen und Lund (Kopenhagen 1882) und H. Hansen, S. S. Blichers barndom og ungdom (das. 1902).

 

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