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Blennorrhöe bis Blessington (Bd. 3, Sp. 53 bis 54)
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Artikelverweis Blennorrhöe (griech., Blennorrhagie, Schleimfluß), krankhafte Absonderung schleimiger oder eiteriger Massen auf die freie Oberfläche einer Schleimhaut, also soviel wie Katarrh; im engern Sinn ein durch Ansteckung übertragbarer Katarrh, wie die B. der männlichen Harnröhre (Tripper), die B. der Scheide (weißer Fluß), die B. der Bindehaut der Augen, die besonders bei Neugebornen durch Ansteckung mit Trippergift entsteht. Auch starke eiterige Katarrhe der Nasenschleimhaut, der Luftröhrenverzweigungen werden als blennorrhöische bezeichnet.
 
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Blennotorrhöe (griech.), Ohrenfluß, Ohrenkatarrh.
 
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Blephăron (griech.), Augenlid; Blepharadenitis, Blepharītis, Entzündung der Lidränder; Blepharoplastik, die künstliche Bildung der Lider (s. Meyers Plastische Operationen); Blepharoplegie, Lähmung des Augenlids; Blepharospasmus, Augenlidkrampf.
 
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Blepharophimōsis (griech.), Verengerung der Augenlidspalte, angeboren oder nach chronischen Entzündungsprozessen durch Schrumpfung der beteiligten Gewebe entstanden, auch direkte Folge von

[Bd. 3, Sp. 54]


Verletzungen, Verbrennungen, Ätzungen; kann nur operativ beseitigt werden.
 
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Blepharospath (griech.), von Snellen angegebenes, zangenähnliches Instrument zur unblutigen Operation des Entropium (s. d.).
 
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Blepharostāt (griech.), Instrument zum Festlegen der Augenlider bei Operationen.
 
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Bles, 1) Hendrik met de, niederländ. Maler, geb. um 1480 in Bouvignes bei Namur, hielt sich längere Zeit in Italien auf und starb nach 1521 wahrscheinlich in Lüttich. Er nannte sich auf seinen Bildern Henricus Blesius und malte Porträte und Landschaften mit Figuren aus der Heiligen Geschichte in einem noch trocknen und schweren Kolorit, aber mit fleißiger Naturbeobachtung. Mit Patinir, der ihn beeinflußt hat, gehört er zu den ältesten Landschaftsmalern der niederländischen Schule. Bilder von ihm befinden sich zu Wien, München, Madrid, Venedig u. a. O.; er pflegte auf ihnen ein Käuzchen anzubringen, weshalb ihn die Italiener Civetta nannten.
   2) David, holländ. Maler, geb. 19. Sept. 1821 im Haag, gest. daselbst 4. Sept. 1899, studierte bei Cornelis Krusemann, arbeitete später in Paris bei Robert-Fleury und kehrte 1843 nach dem Haag zurück, wo ein savoyisches Leiermädchen und ein ungarischer Mausefallenhändler seinen Namen bekannt machten. Später malte er auch historische Bilder, wie: Rubens und der junge Teniers, Paul Potter bei seinem Nachmittagsspaziergang. Von seiner besten Seite zeigte er sich jedoch in humoristischen Genrebildern (Gesellschaft von Musikliebhabern, ein Maskenball) und in Kostümstücken.
 
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Blesen, Stadt im preuß. Regbez. Posen, Kreis Schwerin a. d. Warthe, an der Obra, hat eine kath. Kirche, Synagoge, Stärkefabrik, Dampfschneidemühle und (1900) 1709 Einw. Das 1259 gegründete Cistercienserkloster wurde 1836 aufgehoben.
 
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Bleßberg, 1) Berg im südöstlichen Thüringer Wald, nordöstlich von Eisfeld, mit Aussichtsturm und der Quelle der Itz, 864 m hoch. 2) Isolierte Bergkuppe der Vorderrhön, südlich von Salzungen, 645 m hoch, mit Berghaus.
 
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Blessieren (franz.), verwunden; Blessur, Verwundung, Wunde.
 
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Blessington (spr. bléssingt'n), Margaret, Gräfin von, engl. Schriftstellerin, geb. 1. Sept. 1789 in Knockbrit bei Clonmel in Irland als Tochter des Landbesitzers Powers, gest. 4. Juni 1849 in Paris, verheiratete sich, kaum 15 Jahre alt, mit dem Kapitän Farmer und, nachdem sie 1817 Witwe geworden, bereits im folgenden Jahr mit Charles John Gardiner, Grafen von B., der sie in die höhern Zirkel einführte. Mit ihm machte sie ausgedehnte Reisen auf dem Kontinent und schloß in Genua Freundschaft mit Lord Byron, dessen eifrigste Verteidigerin sie wurde. Bis zum Tod ihres zweiten Gatten (1829) hielt sie sich in Paris auf und versammelte hier wieder die ausgezeichnetsten Geister um sich. Dann lebte sie in England auf ihrem Familiensitz Gorehouse zu Kensington, von der Londoner Welt ziemlich abgeschieden; doch wurden ihre Soireen, von denen Gegner Byrons ausgeschlossen waren, von Bulwer, Dickens u. a., besonders aber von Ausländern zahlreich besucht. Beziehungen zu der Napoleonischen Familie führten sie nach Paris. Ihr Schwiegersohn, Graf d'Orsay, ist der Karikaturenzeichner N. B., und sie selbst soll nicht geringen Anteil an dessen beißenden Satiren auf die Politik der Whigs gehabt haben. Als Schriftstellerin ist sie im Auslande, namentlich in Frankreich, mehr gefeiert worden als in England. Ihre Darstellung ist etwas breit, aber lebendig und ihre Sprache von großer Eleganz. Eine ihrer ersten Schriften waren die »Travelling sketches in Belgium« (1825), worin sie, wie später in den »Conversations with Lord Byron« (1834), offen für Byron eintrat. Es folgten außer den »Desultory thoughts and reflections« (1839), seinen philosophischen, aber in echt weiblichem Geiste gehaltenen Erörterungen, rasch auseinander zahlreiche, meist dem Leben der höhern Kreise entnommene Erzählungen, unter denen hervorzuheben sind: »Grace Cassidy, or the repealers« (1833, 3 Bde.); »The two friends« (1835); »Confessions of an elderly gentleman« (1836); »The victims of society« (1837), ihr bekanntestes und vorzüglichstes Werk; »Confessions of an elderly lady« (1838); »The governess« (1839); ferner »Idler in France« (1841); »Idler in Italy« (183940), viele Details aus dem Leben der Verfasserin auf dem Kontinent enthaltend; »Memoirs of a femme de chambre« (1847) und »Country quarters« (1850). Sämtliche Werke wurden ins Deutsche übersetzt. Vgl. Madden, The literary life and correspondence of the Countess of B. (Lond. 1855, 3 Bde.).

 

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