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Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Blende bis Blendungserscheinungen (Bd. 3, Sp. 53)
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Artikelverweis Blende, Pflanze, soviel wie Buchweizen.
 
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Blenden (Cinnabarite), Schwefelmetalle mit Glasglanz oder halbmetallischem (Diamant-) Glanz, mehr oder weniger durchscheinend, von bunten, selten schwarzer Farbe und im allgemeinen weicher als Flußspat, z. B. Zink-, Mangan-, Antimonblende, Antimon- und Arsensilberblende, Zinnober, Realgar und Auripigment. Der Bergmann versteht unter Blende schlechtweg nur Zinkblende.
 
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Blenden, das Zerstören des Augenlichts, war im Altertum eine Strafe, die bei verschiedenen Völkern gegen besondere Verbrecher, wie Tempelräuber, Ehebrecher, Falschmünzer u. dgl., angewendet wurde. Im frühern Mittelalter wurde sie bei den Merowingern, später auch noch von dem hohenstaufenschen Kaiser Heinrich VI. in Italien mehrfach angewendet. Im Orient wird sie noch jetzt vollzogen. Die Blendung wird bewerkstelligt entweder durch Vorhalten eines glühenden Metallbeckens (ital. bacino, daher abbacinare), wodurch die Sehkraft nicht ganz vernichtet wird, so daß dem Geblendeten ein Schimmer bleibt, oder durch Zerstörung oder Herausreißung, Ausbrennung u. dgl. des Augapfels.
 
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Blenden, Pelzwaren durch Ausstreichen einer Farbbrühe färben. Vom Hirsch, wenn er die Vorderlaufspur durch Einschieben des Hinterlaufs in dieselbe vergrößert; vom Hund, wenn ihm die Augen bedeckt werden, damit er das Wild nicht sieht.
 
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Blendgläser (Sonnengläser), Scheiben aus dunkel gefärbtem Glas, die bei Beobachtung der Sonne zur Dämpfung des Lichtes am Okular des Fernrohrs angebracht werden.
 
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Blendling, s. Meyers Bastard.
 
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Blendnische, s. Meyers Blende.
 
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Blendrahmen, in der Malerei ein Holzrahmen, über den die Leinwand derartig gespannt und festgenagelt ist, daß der B. verdeckt bleibt.
 
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Blendsteine (Verblendsteine), s. Meyers Mauersteine.
 
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Blendungen, in Festungen, Batterien oder Feldwerken zum Schutz gegen feindliches Feuer ausgeführte Deckungen aus Balken, Eisenbahnschienen etc., die man schräg gegen eine Mauer oder einen Erdwall dicht nebeneinander anlehnt und mit starker Erdschicht bedeckt. In Festungen werden B. meist in beständiger Manier hergestellt. Im Feld erhalten jetzt alle Befestigungen (sogar Schulzengräben) Schutzeinrichtungen nicht nur gegen Splitter, sondern auch gegen Geschosse und Steilfeuer. Die Feldbefestigungsvorschrift gibt daher für verschiedene Fälle Anweisung zur Herstellung von Eindeckungen (s. d.), die mitunter den B. gleichen. B. für Scharten (Schartenblendungen) aus Sandsäcken, Stahlblech etc. wurden früher häufiger als jetzt angewendet, um die Scharten der feindlichen Sicht bis zu deren Gebrauch zu entziehen.
 
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Blendungserscheinungen, krampfhafter Lidschluß, undeutliches Sehen und belästigend auftretende Nachbilder (Blendungsbilder), besonders bei abnorm großer Pupille, bei manchen Entzündungszuständen des Auges, auch bei durchscheinenden Trübungen der Hornhaut oder Linse. Sehr grelles Licht (Sonnenlicht, elektrisches Bogenlicht) erzeugt auch bei gesunden Augen B.

 

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