Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Blendbaum bis Blendnische (Bd. 3, Sp. 52 bis 53)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Blendbaum, s. Excoecaria.
 
Artikelverweis 
Blende (Blendnische), eine Wandvertiefung zur Gliederung gemauerter Flächen, findet häufige Anwendung im Backsteinbau, wo sie in der Regel geputzt und wohl auch mit Bemalung, mit Kratzmustern (s. d.) u. dgl., verziert wird. Dient die B. zur Aufnahme einer Statue etc., so heißt sie Bilderblende (Bildernische, Apostelhäuschen etc.). Neben dieser vollberechtigten Anwendungsweise werden

[Bd. 3, Sp. 53]


Blenden auch zur verwerflichen Herstellung blinder Fenster und Türen (s. Meyers Blind) angelegt.
 
Artikelverweis 
Blende, Ring im Innern eines Fernrohrs oder Mikroskops zur Abhaltung der Randstrahlen, die infolge der sphärischen Aberration keine scharfen Bilder geben. Auch soviel wie Blendgläser.
 
Artikelverweis 
Blende, Mineral, soviel wie Zinkblende.
 
Artikelverweis 
Blende, Pflanze, soviel wie Buchweizen.
 
Artikelverweis 
Blenden (Cinnabarite), Schwefelmetalle mit Glasglanz oder halbmetallischem (Diamant-) Glanz, mehr oder weniger durchscheinend, von bunten, selten schwarzer Farbe und im allgemeinen weicher als Flußspat, z. B. Zink-, Mangan-, Antimonblende, Antimon- und Arsensilberblende, Zinnober, Realgar und Auripigment. Der Bergmann versteht unter Blende schlechtweg nur Zinkblende.
 
Artikelverweis 
Blenden, das Zerstören des Augenlichts, war im Altertum eine Strafe, die bei verschiedenen Völkern gegen besondere Verbrecher, wie Tempelräuber, Ehebrecher, Falschmünzer u. dgl., angewendet wurde. Im frühern Mittelalter wurde sie bei den Merowingern, später auch noch von dem hohenstaufenschen Kaiser Heinrich VI. in Italien mehrfach angewendet. Im Orient wird sie noch jetzt vollzogen. Die Blendung wird bewerkstelligt entweder durch Vorhalten eines glühenden Metallbeckens (ital. bacino, daher abbacinare), wodurch die Sehkraft nicht ganz vernichtet wird, so daß dem Geblendeten ein Schimmer bleibt, oder durch Zerstörung oder Herausreißung, Ausbrennung u. dgl. des Augapfels.
 
Artikelverweis 
Blenden, Pelzwaren durch Ausstreichen einer Farbbrühe färben. Vom Hirsch, wenn er die Vorderlaufspur durch Einschieben des Hinterlaufs in dieselbe vergrößert; vom Hund, wenn ihm die Augen bedeckt werden, damit er das Wild nicht sieht.
 
Artikelverweis 
Blendgläser (Sonnengläser), Scheiben aus dunkel gefärbtem Glas, die bei Beobachtung der Sonne zur Dämpfung des Lichtes am Okular des Fernrohrs angebracht werden.
 
Artikelverweis 
Blendling, s. Meyers Bastard.
 
Artikelverweis 
Blendnische, s. Meyers Blende.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: