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Bleizeichen bis Blende (Bd. 3, Sp. 52 bis 53)
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Artikelverweis Bleizeichen, Spur des Hirsches auf einem Steine nach Art einer Bleizeichnung.
 
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Bleizucker (essigsaures Blei, Bleiacetat) Pb(C2H3O2)2 wird meist durch Auflösen von Bleioxyd (Bleiglätte) in Essigsäure dargestellt. Roher Holzessig liefert den braunen französischen B., die von den Kriestallen getrennte schwarzbraune Mutterlauge (Bleitran) wird auf Essigsäure verarbeitet. Reinern B. erhält man aus destilliertem Holzessig. Man leitet auch Essigsäuredämpfe durch Fässer, in denen Bleioxyd auf Siebplatten ausgebreitet ist, neutralisiert die am Boden der Fässer sich sammelnde Lösung von basisch essigsaurem Blei mit Essigsäure und verdampft zur Kristallisation; oder man läßt Essigsäure durch stufenweise übereinanderstehende, mit gekörntem Blei, Rückständen von der Bleiweißfabrikation etc. gefüllte Gefäße fließen. Bei Anwendung von acht Gefäßen wird schon nach zweimaliger Zirkulation eine kristallisationsfähige Lösung erhalten. B. bildet farblose Kristalle mit 3 Molekülen Kristallwasser, spez. Gew. 2,496, schmeckt widrig metallisch süß, riecht säuerlich, ist giftig, löst sich in 1,5 Teil kaltem und 0,5 Teil kochendem Wasser und in 8 Teilen Alkohol, verliert an der Luft Wasser und Essigsäure und gibt dann mit Wasser eine trübe Lösung, die sich auf Zusatz von Essigsäure klärt. Die wässerige Lösung löst reichlich Bleioxyd und bildet damit den Bleiessig (s. d.), durch Kohlensäure wird aus derselben kohlensaures Blei (Bleiweiß) gefällt. B. schmilzt bei 75° und erstarrt nach Austreibung des Kristallwassers zu einer schuppigen Masse, die bei 280° schmilzt und bei stärkerm Erhitzen sich in Aceton, Kohlensäure und kohlehaltiges, höchst fein verteiltes metallisches Blei zersetzt. B. dient in der Färberei und Zeugdruckerei zur Bereitung essigsaurer Tonerde (Rotbeize), zur Darstellung von Bleiweiß, Chromgelb und andern Bleipräparaten, zur Firnisfabrikation und als Arzneimittel bei Darmblutungen, hartnäckigen Diarrhöen, Bronchoblennorrhöen, bei akut entzündlichen Affektionen, beim Lungenbrand, zu Augenwässern etc. Früher benutzte man den B. zum Versüßen saurer Weine. Zum Schutz der Arbeiter hat der Bundesrat 12. April 1886 Vorschriften über die Einrichtung und den Betrieb der Bleifarben- und Bleizuckerfabriken erlassen.
 
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Bleizuckerpapier, mit Bleizuckerlösung getränktes Papier, dient als Reagens auf Schwefelwasserstoff; vgl. Bleiessig.
 
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Blekinge, Landschaft im südlichen Schweden, in administrativer Beziehung das Blekinge- oder Karlskrona-Län bildend, grenzt im N. an die Läne Kronoberg und Kalmar, im W. an das Län Christianstad, im S. und O. an die Ostsee, umfaßt 3010 qkm (54,7 QM.) mit (1900) 146,302 Einw. (49 auf 1 qkm). Hauptstadt ist Karlskrona.
 
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Blemmyer, Name eines Nomadenvolkes, das nach griechischen Berichten in alter Zeit das Land südlich von Ägypten zwischen dem Nil und dem Roten Meer, zeitweise auch Unternubien bewohnte und den Ägyptern durch räuberische Einfälle häufig gefährlich wurde. Mit den Nubiern gemeinsam verehrten sie die Göttin Isis auf der Insel Philä (s. d.). In früher Zeit Untertanen des äthiopisch-meroitischen Reiches, dann Ägyptens, kamen sie später mit den Römern in feindliche Berührung, die seit Augustus ihre südlichste Besatzung in der Nilstadt Primis, jetzt Ibrim, unterhielten, ohne jedoch die B. zur Ruhe zwingen zu können. Unter Aurelian und Probus mehrmals geschlagen, blieben sie den Römern doch gefährlich genug, um diese 250 Jahre lang zur Zahlung eines jährlichen Tributs zu zwingen. Als 421 der Schriftsteller Olympiodorus Nubien besuchte, waren die wichtigsten Plätze Unternubiens, unter andern auch das römische Primis, in den Händen der B. Unter Marcian wurden sie 451 n. Chr. von dem Feldherrn Maximinus angeblich besiegt, schlossen aber mit ihm einen hundertjährigen Frieden, in dem ihnen gestattet wurde, den Isiskultus auf der Insel Philä weiter zu pflegen. Später brachen sie diesen Frieden wieder und setzten die Kämpfe mit den Römern fort. Ob die B. jemals zum Christentum bekehrt worden sind, ist fraglich. Daß sie in den heutigen Bedscha (s. d.) fortleben, haben. Quatremere (»Mémoires géogr. et histor. sur l'Égypte«, Par. 1811) und Revillout (»Mémoire sur les Blemmyes«, das. 1874) mit großer Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.
 
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Blenck, Emil, Statistiker, geb. 22. Dez. 1832 in Magdeburg, studierte in Berlin, wo er für volkswirtschaftlich-statistische Arbeiten zweimal den ersten Fakultätspreis erhielt, wurde 1864 Regierungsassessor, war von da bis 1867 am königlich preußischen Statistischen Bureau, hierauf 2 Jahre bei der Regierung zu Potsdam beschäftigt, wurde 1869 Hilfsarbeiter, 1871 Mitglied des Statistischen Bureaus, 1874 Regierungsrat, 1881 Geheimer Regierungsrat und 1888 Geheimer Oberregierungsrat. 1875 Vertreter des Direktors und Mitglied der statistischen Zentralkommission, wurde er 1883 nach Engels Rückkritt Direktor des Statistischen Bureaus, seit 1902 mit dem Titel Präsident. Seit 1882 gibt B. sämtliche Veröffentlichungen des königlich preußischen Statistischen Bureaus (»Zeitschrift«, »Preußische Statistik«, »Jahrbuch«, »Statistische Korrespondenz«) heraus, die schon seit 1865 eine größere Zahl auch besonders erschienener wissenschaftlicher Arbeiten von ihm gebracht haben, so über die verschiedenen Volkszählungen, über die »Schmalspurbahnen«, über »die geschichtliche Entwickelung, die gegenwärtige Lage und die Zukunft der Ethnographie« etc. Seine Jubiläumsschrift »Das königlich preußische Statistische Bureau beim Eintritt in sein neuntes Jahrzehnt« (Berl. 1885), die von Cambert (Genf 1887) ins Französische übersetzt wurde, fand eine Ergänzung durch sein jüngstes Werk: »Das königlich preußische Statistische Bureau während der Jahre 18851896« (das. 1898).
 
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Blendbaum, s. Excoecaria.
 
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Blende (Blendnische), eine Wandvertiefung zur Gliederung gemauerter Flächen, findet häufige Anwendung im Backsteinbau, wo sie in der Regel geputzt und wohl auch mit Bemalung, mit Kratzmustern (s. d.) u. dgl., verziert wird. Dient die B. zur Aufnahme einer Statue etc., so heißt sie Bilderblende (Bildernische, Apostelhäuschen etc.). Neben dieser vollberechtigten Anwendungsweise werden

[Bd. 3, Sp. 53]


Blenden auch zur verwerflichen Herstellung blinder Fenster und Türen (s. Meyers Blind) angelegt.
 
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Blende, Ring im Innern eines Fernrohrs oder Mikroskops zur Abhaltung der Randstrahlen, die infolge der sphärischen Aberration keine scharfen Bilder geben. Auch soviel wie Blendgläser.
 
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Blende, Mineral, soviel wie Zinkblende.
 
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Blende, Pflanze, soviel wie Buchweizen.

 

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