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Bleidreck bis Bleiglasur (Bd. 3, Sp. 47)
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Artikelverweis Bleidreck, s. Tafel Meyers »Bleigewinnung«.
 
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Bleiepilepsie, s. Meyers Bleivergiftung.
 
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Bleierde, feinkörnige und erdige Varietät des Minerals Cerussit (s. d.), oft gemengt mit Kalk, Ton und Eisenoxyd, auch mit Buntbleierz und Vitriolblei, braun, gelb oder rot, findet sich als neue Bildung auf Klüften und in Form von Überzügen bei Kommern und Kalt in der Eifel, Zellerfeld am Harz, Tarnowitz in Schlesien etc.
 
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Bleiessig (Bleiextrakt, Liquor plumbi subacetici, Acetum plumbicum, saturninum, Extractum plumbi), Lösung von basisch essigsaurem Blei, wird erhalten durch Digerieren von 3 Teilen essigsaurem Blei mit 1 Teil Bleioxyd und 0,5 Teilen Wasser im Wasserbad, Zusatz von 9,5 Teilen Wasser, Absetzen im verschlossenen Gefäß und Filtrieren. B. ist süß, klar, farblos, vom spez. Gew. 1,2351,240, schmeckt zusammenziehend und wird bei Berührung mit der Luft unter Abscheidung von basisch kohlensaurem Blei zersetzt. B. gibt mit 49 Teilen destillierten Wassers Bleiwasser (Kühlwasser, Aqua plumbi), das etwas trübe ist und bei Einwirkung der Luft ein weißes Pulver ausscheidet. Das Goulardsche Bleiwasser (A. plumbi Goulardi, A. vegeto-mineralis Goulardi), aus 45 Teilen Brunnenwasser, 4 Teilen Spirituts und 1 Teil B. bereitet, ist trüber als das vorige und enthält einen Niederschlag von kohlensaurem und schwefelsaurem Blei. Beide Präparate müssen vor dem Gebrauch umgeschüttelt werden; man benutzt sie als Kühlwasser bei Quetschungen, Anschwellungen der Haut, Verbrennungen etc. B. dient auch zur Bereitung der Bleisalbe, zur Darstellung von Bleiweiß, basischem Bleichlorid (Pattinsons Bleiweiß), essigsaurer Tonerde, zur Darstellung vieler Pflanzen- und Tierstoffe; mit B. getränktes und getrocknetes ungeleimtes Papier (Bleizuckerpapier) bildet einen leicht entzündlichen Zunder und dient als Reagenzpapier auf Schwefelwasserstoff.
 
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Bleiextrakt, s. Meyers Bleiessig.
 
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Bleifedern, s. Meyers Bleistifte.
 
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Bleigießen (griech. Molybdänomantie), Wahrsagung durch Bleiguß, ein noch jetzt in der Silvesternacht übliches, meist nur zur gesellschaftlichen Unterhaltung benutztes Verfahren, aus den Figuren, die eine geschmolzene und von einer Person in Wasser gegossene Bleimasse annimmt, deren nächstjährige Erlebnisse zu erforschen.
 
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Bleigießerei, Herstellung von Gegenständen durch Gießen von Blei in Formen, ist von geringer Bedeutung, da Blei sich wenig zu Gebrauchsgegenständen eignet und Gußformen schlecht füllt. Man gießt Platten zur Verarbeitung auf Blech, Gewehrkugeln und einzelne Gegenstände für technische Zwecke in Metall- und Sandformen etc. Bleilegierungen werden häufiger durch Guß verarbeitet.
 
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Bleiglanz (Galenit), Mineral, Schwefelblei PbS mit 86,6 Proz. Blei und 13,4 Proz. Schwefel, enthält aber oft Silber, seltener Gold und Selen, kristallisiert vorherrschend in Würfeln (s. Tafel Meyers »Mineralien und Gesteine«, Fig. 3), kommt aber auch traubig und nierenförmig und besonders eingesprengt und derb in groß- und feinkörnigen bis dichten Aggregaten vor, ist bleigrau, stark metallglänzend, spez. Gew. 7,37,6, Härte 2,5. Dichter, oft sehr unreiner B. wird Bleischweif, verwitterter erdiger B. Bleimulm genannt. B. findet sich auf Gängen und Lagern, besonders im kristallinischen Schiefergebirge sowie in den ältern Formationen, häufig in Verbindung mit Silber-, Kupfer-, Antimon-, Arsen-, Zinkerzen etc. im Erzgebirge, Harz, in Nassau, Oberschlesien, Baden, in Kärnten, Böhmen, Ungarn, Siebenbürgen, England, Spanien, Frankreich, Belgien, auf Sardinien, im Ural, Altai, in Missouri, Illinois, Wisconsin etc Mit B. und Weißbleierz durchdrungene Sandsteine bilden die abbauwürdigen Sand- oder Knottenerze der Eifel. Der B. ist das wichtigste Bleierz und wegen seines häufigen Silbergehalts (0,011 Proz.) auch ein sehr wichtiges Silbererz; er dient ferner zur Reindarstellung des Platins aus seinen Erzen, zur Bereitung von Pattinsons Bleiweiß, zur Glasur der Töpferwaren (Glasurerz, Töpfererz, Alquifoux), als Streusand, zu Streichfeuerzeugen, zur Verzierung von Spielwaren etc. Ein kupferhaltiger B. mit 65 Proz. Blei, 19 Proz. Kupfer und 0,5 Proz. Silber, nur derb in körnigen Aggregaten aus Chile, wird als Kupferbleiglanz unterschieden.
 
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Bleiglas, s. Meyers Glas.
 
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Bleiglasur, s. Glasur.

 

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