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Blei bis Bleibtreu (Bd. 3, Sp. 42 bis 43)
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Artikelverweis Blei, Fisch, s. Meyers Brasse.
 
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Bleiacetāt, essigsaures Blei, s. Meyers Bleizucker; basisches B., s. Meyers Bleiessig.
 
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Bleiamalgām, s. Meyers Quecksilberlegierungen.
 
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Bleianämie, s. Meyers Bleivergiftung.
 
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Bleiantimonglanz (Zinckenit), Mineral, Sulfantimonit des Bleies, PbS. Sb2S3, findet sich in nadelförmigen rhombischen Kristallen u. stängeligen Aggregaten, dunkelstahlgrau, oft bunt angelaufen, Härte 3, spez. Gew. 5,3, zu Wolfsberg am Harz, bei Hausach im Schwarzwald, in Colorado.
 
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Bleiantimoniāt, s. Meyers Antimonpentoxyd.
 
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Bleiarsenglanz, Mineral, s. Skleroklas.
 
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Bleiasche, Bleibaum, s. Meyers Blei.
 
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Bleiberg, Dorf in Kärnten, Bezirksh. Villach, 892 m ü. M., am Nordabhang des Dobratsch (2167 m), auf den von hier ein Fahrweg führt, mit ergiebigem, schon im Mittelalter blühendem Bleibergbau, der 1901: 30,200 metr. Ztr. Blei und als Nebenprodukt 37,400 metr. Ztr. Zinkerz ergab, Drahtseilfabrikation und (1900) 3435 deutschen Einwohnern. B. wurde 1879 durch eine vom Dobratsch niedergegangene Lawine teilweise zerstört.
 
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Bleiblech wird aus 630 mm dicken, gegossenen Platten hergestellt, die man anfangs einzeln, dann mit Öl bestrichen und bis zu zwölf und noch mehreren auseinander liegend, durch Walzen gehen läßt (Walzblei). Das beschnittene Blech kommt gewöhnlich zusammengerollt (Rollblei) in den Handel. 1 qm von 1 mm Dicke wiegt etwa 11,3 kg, das schwächste B. von 0,05 mm Dicke wiegt wenig mehr als 0,5 kg. Zinnplattiertes B. wird durch Zusammenwalzen

[Bd. 3, Sp. 43]


von B. mit Zinnblech oder durch Auswalzen von Bleiplatten hergestellt, die durch Ausgießen von Zinn eine Zinnlage erhalten haben (verzinntes Tabakblei). Endloses B. schneidet man aus einem massiven, um seine Achse rotierenden Bleizylinder, den man durch ein seiner Länge nach sich erstreckendes Messer allmählich abschält. B. dient zur Konstruktion der Kammern der Schwefelsäurefabriken, zu Kohlensäureentwickelungsapparaten, zu Akkumulatorenplatten, als Isolierungsmaterial an feuchten Mauern und Wänden (Tapezierblei), zum Verpacken von Tabak (Bleipapier, Tabakblei) etc. Unter B. versteht man auch verbleites Eisenblech.
 
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Bleibtreu, 1) Georg, Maler, geb. 27. März 1828 in Xanten, gest. 16. Okt. 1892 in Charlottenburg, erhielt seine Bildung auf der Düsseldorfer Akademie (seit 1843) und arbeitete dann in Th. Hildebrandts Atelier. 1849 stellte er eine Zeichnung des Treffens bei Bau in Schleswig aus, die durch die Wahrheit und die feurige Begeisterung der Darstellung solchen Beifall fand, daß er sie später als Ölgemälde ausführte und noch einige Szenen aus dem unglücklichen Feldzug folgen ließ. Später wandte er sich der bildlichen Verherrlichung der Befreiungskriege zu, besonders in den Gemälden: die Schlacht bei Großbeeren, die Erstürmung des Grimmaischen Tores in Leipzig durch die Königsberger Landwehr 19. Okt. 1813, die Schlacht an der Katzbach (1857) und die Schlacht bei Waterloo (1858). Nachdem B. 1858 nach Berlin übergesiedelt war, zeichnete er zahlreiche Illustrationen zu den Kämpfen dieser Zeit, die in der Sammlung: »Deutschlands Kampf- und Freiheitslieder« (Leipz. 186263) in Holzschnitt erschienen. Seit 1864 beschäftigte ihn der letzte deutsch-dänische Krieg, dessen Schlachten und Gefechte er in einer Reihe von Ölbildern vorführte, von denen besonders der Übergang der Preußen nach Alsen (in der Berliner Nationalgalerie) hervorzuheben ist. Von seinen Darstellungen aus dem Kriege von 1866, den er im Hauptquartier des Prinzen Friedrich Karl mitmachte, ist die der Schlacht bei Königgrätz (Berliner Nationalgalerie) das bedeutendste Werk. Noch dankbarere Stoffe brachte ihm der französische Krieg 1870/71, dem er im Stabe des Kronprinzen von Preußen beiwohnte: die Kapitulation von Sedan, die Bayern unter General v. Hartmann vor Paris, der Kronprinz in das brennende Wörth einreitend, die Württemberger in der Schlacht bei Wörth, das sächsische Armeekorps in der Schlacht bei St.-Privat, die Zusammenkunft der Generale v. Moltke und v. Wimpffen am Abend des 1. September vor Sedan, König Wilhelm nach der Schlacht bei Gravelotte, Kronprinz Friedrich Wilhelm in der Schlacht am Mont Valérien. Von andern Bildern aus seiner letzten Zeit sind noch hervorzuheben: Napoleon auf der Flucht von Waterloo, die Landung des Großen Kurfürsten auf Rügen und Henniges v. Treffenfeld, dem Großen Kurfürsten die eroberten schwedischen Fahnen vorführend (1892). Für das Berliner Zeughaus malte er drei große Wandbilder: Aufruf an Mein Volk 1813, den Angriff der preußischen Garde auf St.-Privat und die Zusammenkunft von Blücher und Wellington am Abend der Schlacht bei Belle-Alliance. B. verstand es, das Getümmel einer modernen Schlacht anschaulich zu schildern, mit gleicher Berücksichtigung des Massenkampfes und der Episode, gleichwohl aber durch eine fein abgewogene Komposition dem Schlachtenbilde den Charakter des historischen Gemäldes zu geben. Seine Biographie schrieb Pietschker (Köthen 1877).
   2) Karl, Dichter und Schriftsteller, Sohn des vorigen, geb. 13. Jan. 1859 in Berlin, lebt daselbst, proklamierte frühzeitig in der Schrift »Revolution der Literatur« (Leipz. 1886) die modernen Tendenzen und zeigte in seinen ersten Versuchen: »Dies irae, Erinnerungen eines französischen Offiziers an Sedan« (5. Aufl., Stuttg. 1902), »Napoleon bei Leipzig« (Berl. 1885), »Deutsche Waffen in Spanien« (das. 1885), »Friedrich d. Gr. bei Kollin« (das. 1888), »Cromwell bei Marston Moor« (Leipz. 1889) ein bemerkenswertes Talent zu lebendiger Schlachtenschilderung. In seinem »Lyrischen Tagebuch« (Berl. 1884), dem Drama »Lord Byron« (Leipz. 1886), den Novellensammlungen: »Schlechte Gesellschaft« (das. 1885), »Kraftkuren« (das. 1885), in dem Roman »Größenwahn« (das. 1888) gärt es wie in den kritischen Auslassungen Bleibtreus heftig und leidenschaftlich. Aus der übergroßen Fülle seiner Werke seien ferner genannt: »Welt und Wille«, Gedichte (Dessau 1886); »Geschichte der englischen Literatur« (Leipz. 1887, 2 Bde.; Bd. 2, 2. Aufl. 1888); »Napoleon I.« (Dresd. 1888); »Die Entscheidungsschlachten des europäischen Kriegs 18..« (Leipz. 1888, 3 Bde.); »Schlachtenbilder« (das. 1889); »Heroica«, Novelle (das. 1890); »Kosmische Lieder« (das. 1890); »Zur Psychologie der Zukunft« (das. 1890); »Der Imperator« (Napoleon 1814, das. 1891); »Letzte Wahrheiten« (das. 1892); »Geschichte und Geist der europäischen Kriege unter Friedrich d. Gr. und Napoleon« (das. 1892, 4 Bde.); »Kritische Beiträge zur Geschichte des Krieges 1870/71« (Jena 1896); »Byron, der Übermensch« (das. 1897); »Zur Geschichte der Taktik und Strategie« (Berl. 1897); »Der Zar-Befreier« (Stuttg. 1898); »Geschichte der Kriegskunst im 19. Jahrhundert« (Berl. 1902); »Waterloo, eine Schlachtdichtung« (Münch. 1902) u. a.

 

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