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Bleda bis Bleiamalgām (Bd. 3, Sp. 40 bis 42)
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Artikelverweis Bleda (»Blödel« im Nibelungenlied), (älterer?) Bruder und seit 434 Mitregent des Hunnenkönigs Attila (s. d.), ward 445 von diesem ermordet.
 
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Bledow, Ludwig, Schachspieler, geb. 27. Juli 1795 in Berlin, gest. 6. Aug. 1846 als Lehrer der Mathematik am Köllnischen Realgymnasium daselbst, war der Gründer der sogen. Berliner Schachschule, deren Blütezeit in die Jahre 183742 fällt, und vereinigte ein ebenso sicheres wie elegantes Spiel mit der umfassendsten Kenntnis der Schachliteratur. Er veröffentlichte nur zwei kleine, aber wertvolle Sammlungen praktischer Partien, von denen die »Korrespondenzpartien, gesammelt und erläutert«, bedeutend vermehrt, von M. Lange (Leipz. 1872) neu herausgegeben wurden. Seine Bearbeitung der 100 Endspiele des syrischen Meisters Stamma gab v. Oppen heraus (Leipz. 1865). Auch rief B. die erste deutsche »Schachzeitung« (Berl. 1846ff.) ins Leben.
 
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Bleek, 1) Friedrich, prot. Theolog, geb. 4. Juli 1793 zu Ahrensbök in Holstein, geb. 27. Febr. 1859

[Bd. 3, Sp. 41]


in Bonn, ward zu Berlin 1818 Repetent, 1823 außerordentlicher Professor der Theologie und 1829 ordentlicher Professor in Bonn. Sein bedeutendstes Werk ist »Der Brief an die Hebräer, erläutert durch Einleitung, Übersetzung und fortlaufenden Kommentar« (Berl. 182840, 2 Abtlgn. in 3 Bdn.). Nach seinem Tod erschienen: »Einleitung in die Heilige Schrift« (Berl. 186062, 2 Bde.; Bd. 1, 6. Aufl. 1893; Bd. 2, 4. Aufl. 1886); »Synoptische Erklärung der drei ersten Evangelien« (Leipz. 1862, 2 Bde.); »Vorlesungen über die Apokalypse« (Berl. 1862) und »über die Briefe an die Kolosser etc.« (das. 1865); »Der Hebräerbrief erklärt« (Elberf. 1868).
   2) Wilhelm Heinrich Immanuel, Sohn des vorigen, geb. 8. März 1827 in Berlin, gest. 17. Aug. 1875 in Kapstadt, ausgezeichneter Kenner der südafrikanischen Sprachen und Völker, studierte in Bonn und Berlin klassische Philologie und Sprachwissenschaft, die ihn bald auf das noch wenig erforschte Gebiet der afrikanischen Sprachen führte. Nachdem er anderthalb Jahr Natal und das Kaffernland bereist hatte, kam er 1856 nach Kapstadt, wo er Bibliothekar der von Grey der Kolonie geschenkten Bibliothek ward. Seine Hauptwerke sind: »The library of Sir George Grey« (Kapstadt 185859, 2 Bde.); das von B. in Gemeinschaft mit andern Kennern verfaßte »Handbook of African, Australian and Polynesian philology« (das. 185863, 3 Bde.); die unvollendete »Comparative grammar of South African languages« (Lond. 186269, 2 Bde.); »Reynard the Fox in South Africa« (das. 1864; deutsch, Weim. 1870), eine Sammlung südafrikanischer Fabeln und Märchen; »Über den Ursprung der Sprache« (mit Einleitung von E. Haeckel, Weim. 1868; engl., New York 1869), eine Anwendung der Darwinschen Theorie auf den Ursprung der Sprache.
 
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Bleek., bei Tiernamen Abkürzung für Pieter Bleeker, holländ. Arzt, geb. 1819, gest. 1878. Indische Fische.
 
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Blegno (spr. blennjo), Fluß, s. Meyers Brenno.
 
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Blehr, Otto Albert, norweg. Jurist und Staatsmann, geb. 17. Febr. 1847 im Amt Hedemarken, ließ sich 1878 als Advokat in Lärdal (Sogn) nieder, wo er als schlagfertiger Redner in radikalen Volksversammlungen bald eine bedeutende Rolle spielte. Als Mitglied des Storthings (188388) war er an der Abfassung der Anklageakte gegen das Ministerium Selmer (s. d.) in hervorragendem Maße beteiligt, einer der »Aktoren« des Reichsgerichts (188384) sowie ein erfolgreicher Verfechter der Schwurgesetzreform. 1889 zum Oberrichter befördert, bekleidete er 1891 bis 1893 im Kabinett Steen (s. d.) den Posten eines Staatsministers und Chefs der norwegischen Staatsratsabteilung in Stockholm, wo sein Auftreten mehrfach zu unliebsamen Szenen führte. Seit 1895 von neuem Storthingsabgeordneter, gehörte er 189597 zu den 14 Mitgliedern des schwedisch-norwegischen Unionkomitees, war seit 1898 wieder Staatsminister sowie Chef der Stockholmer Staatsratsabteilung und übernahm nach dem Rücktritt Steens Mitte April 1902 die Bildung eines neuen radikalen Kabinetts.
 
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Blei (Plumbum, hierzu Tafel Meyers »Bleigewinnung« mit Text), Pb, Metall, findet sich in der Natur selten gediegen, sehr häufig aber an Schwefel gebunden als Bleiglanz, der 86,6 Proz. B., häufig auch andre Metalle und stets Silber (wenigstens Spuren, meist 0,010,03, zuweilen bis 0,5, selten über 1 Proz.), auch Gold enthält, als Schwefelblei in Verbindung mit Schwefelantimon als Boulangeru, mit Schwefelantimon und Schwefelkupfer als Bournonit. Ferner findet sich das B. als kohlensaures B. (Cerussit, Weißbleierz) mit 77,5 Proz. B., als schwefelsaures B. (Vitriolbleierz, Anglesit) mit 68,3 Proz. B., als phosphorsaures B. mit Chlorblei (Pyromorphit oder Grün-, Braun-, Buntbleierz), als arsensaures B. (Grünbleierz, Mimensit), als chromsaures B. (Rotbleierz), als molybdänsaures B. (Gelbbleierz), als wolframsaures B. (Wolframbleierz), als Chlorblei mit kohlensaurem B. (Bleihornerz) etc. In Deutschland sind die Hauptfundorte für Bleierze: Tarnowitz und Beuthen, Klausthal und Stolberg, Aachen, Kommern, Kalt und Mechernich (Eifel), Müsen (Kreis Siegen), an der Lahn, im Erzgebirge; in Österreich: Bleiberg bei Villach und Raibl in Kärnten, Vřibram, Mies, Bleistadt in Böhmen etc.; auch Großbritannien, Frankreich, Belgien, Spanien haben Bleierze, die spanischen werden zum großen Teil nach England und Deutschland ausgeführt. Im Lauriongebirge in Griechenland, wo im Altertum bedeutender Bergbau betrieben ward, lagern an 40 Mill. Ztr. Bleischlacken mit 610 Proz. B. An Bleireichtum übertreffen jedoch die Vereinigten Staaten von Nordamerika alle Staaten Europas; auch Mexiko ist reich an B. Für die Gewinnung des Bleies kommt fast ausschließlich der Bleiglanz in Betracht; gemeinschaftlich mit diesem werden in einigen Fällen Weißbleierz und Bleivitriol verhüttet. Meist ist die Gewinnung des Bleies mit der des Silbers verbunden. Näheres über Bleigewinnung vgl. beifolgende Tafel.

Reines B. erhält man aus salpetersaurem B. durch Glühen und Reduktion des entstandenen Bleioxyds durch Kohle, durch Glühen von oxalsaurem B. mit Kienruß, auch durch Eintragen von kohlensaurem B. in geschmolzenes Cyankalium. Reines B. ist auf frischer Schnittfläche blaugrau, stark glänzend, läuft aber an der Luft bald an. Die Struktur des Bruches ist nicht kristallinisch, es wird aber in tesserallen Formen kristallisiert erhalten bei manchen Hüttenprozessen, beim Abgießen halb erstarrten Bleies und wenn man es aus seinen Lösungen durch Zink abscheidet (Bleibaum, Arbor Saturni). B. ist sehr weich, färbt ab, nimmt vom Fingernagel Eindrücke an und wird in Plattenform von manchen Insekten durchlöchert. Es ist sehr hämmer- und dehnbar, läßt sich aber schwer feilen, weil es die Feile verschmiert (es ist pelzig); auch zersägen läßt es sich nicht leicht, besser raspeln. In der Nähe des Schmelzpunktes ist es so spröde, daß es durch starke Hammerschläge zerbricht. Es besitzt geringe absolute Festigkeit; 2 mm dicker Draht reißt bei Belastung mit 9 kg.

[Bd. 3, Sp. 42]


Die Härte wird durch Bearbeitung nicht merklich erhöht, wohl aber durch Verunreinigung mit Antimon, Arsen; Gehalt an Bleioxyd vermindert die Geschmeidigkeit und Dehnbarkeitbeträchtlich. Das Atomgewicht ist 206,9, das spez. Gew. 11,2511,39; es wird durch Hämmern nicht dichter, schmilzt bei 335°, siedet bei lebhafter Weißglut und verdampft, daher gibt es, starkerhitzt, giftige Dämpfe; beim Erstarren zieht es sich stark zusammen und füllt die Formen unvollständig. An der Luft überzieht es sich mit einem schützenden Oxydhäutchen, das in feuchter Luft in basisch kohlensaures B. übergeht; beim Schmelzen entsteht zuerst ein graues Oxydationsprodukt (Bleiasche), dann gelbes Bleioxyd. B. löst sich leicht in mäßig starker Salpetersäure, wird aber von Salz- und Schwefelsäure nur wenig angegriffen. Bleipfannen dienen zum Verdampfen der Schwefelsäure, aber nur bis zu einer bestimmten Konzentration, weil konzentrierte Säure Bleisulfat löst und daher das Metall angreift. Organische Säuren, wie Essigsäure, lösen B. bei Luftzutritt, weshalb B. zu Kochgeschirren nicht verwendbar ist. Auch fette und ätherische Öle lösen B., und das Weißblech für Konservenbüchsen muß daher mit bleifreiem Zinn hergestellt werden. Eine blanke Bleiplatte wird in luftfreiem destillierten Wasser nicht, wohl aber in lufthaltigem unter Bildung von etwas löslichem Bleihydroxyd sehr merklich angegriffen. Wasser, das freie Kohlensäure enthält, löst erhebliche Mengen B. als Bikarbonat. Regenwasser und sehr weiches Wasser können aus Bleiröhren eine gesundheitsschädliche Menge B. lösen. Hartes Wasser, das kohlensauren und schwefelsauren Kalk enthält, nimmt kein B. auf. Dagegen begünstigen alkalische Salze die Lösung von B.
   B. ist zweiwertig; man kennt drei Oxydationsstufen: Suboxyd Pb2O, Oxyd PbO und Superoxyd PbO2, dazu kommen noch Bleimetaplumbat (Sesquioxyd) Pb2O3 und Bleiorthoplumbat (Mennige) Pb3O4. B. dient zu Abdampfpfannen, zur Konstruktion der Bleikammern in Schwefelsäurefabriken, zu Akkumulatorplatten, zu Röhren, Retorten, zu Geschossen und Geschoßmänteln für die gezogenen Geschütze, in dünnen Blättern zum Verpacken des Schnupftabaks (gefährlich!) und zum Belegen feuchter Wände (Tapezierblei), zu Spielwaren, zum Vergießen eiserner Bauklammern in Stein, zum Dichten von Stoßfugen an eisernen Röhrenleitungen, als Draht zu gärtnerischen Zwecken, dann zur Darstellung von Legierungen und Bleipräparaten, wie Bleiweiß, Bleizucker, Bleiglätte, Mennige, Bleisuperoxyd, Chromgelb, zum Ausbringen des Goldes und Silbers etc. Die Bleiproduktion betrug 1899 etwa 792,000 Ton., davon entfallen auf Deutschland 129,200, Spanien 161,800, Großbritannien 41,500, Österreich-Ungarn 12,000, Italien und Griechenland je 18,000, Belgien 16,500, Frankreich 11,200, Nordamerika 197,000, Mexiko 85,000, Australien 87,000 T. etc.
   Da alle Bleiverbindungen je nach ihrer Löslichkeit im Magensaft mehr oder minder starke Gifte sind (vgl. Bleivergiftung), so erfordert die Bleiindustrie vielfach weitgehende Vorsichtsmaßregeln. Auf Bleihütten leiden die Arbeiter von den Bleidämpfen. Abhilfe schaffen gut ziehende Abzugsvorrichtungen für die Dämpfe, die auch im Interesse der Nachbarschaft in Flugstaubkammern zur Verdichtung gebracht werden. Die Emser Hütte entleerte in einem Jahr aus den Flugstaubkammern 652,000 kg Masse im Wert von 92,000 Mk. Aus den Halden entführt das Wasser Bleisalze, und wenn diese auf Wiesen gelangen, kann das Weidevieh erkranken. Alle Abwässer müssen daher durch Absetzen, event. durch Eisen entbleit werden. Bei der Verarbeitung von metallischem B. und Bleilegierungen sind Bleivergiftungen ziemlich selten. Große Gefahren birgt dagegen die Darstellung der Bleioxyde und namentlich die Bleiweißfabrikation. Bei dieser tragen die Arbeiter zum Schutz vor Staub einen Helm, in den durch einen Schlauch reine kühle Luft eingeleitet wird. Bei den nassen Arbeiten benutzt man lange, wasserdichte Lederhandschuhe. Im übrigen sind staubsichere Abdichtungen, Absaugevorrichtungen, gute Ventilation, größte Reinlichkeit, regelmäßige ärztliche Überwachung, Beschäftigung Erkrankter bei Feldarbeit, gute Ernährung in erster Reihe geboten.
   Geschichtliches. Das B. war als molybdos schon zu Homers Zeiten bekannt, wurde aber häufig mit Zinn (kassiteros) verwechselt. Erst Plinius unterschied es sicher als plumbum nigrum vom Zinn (plumbum album). Die Römer benutzten bleierne Wasserleitungsröhren und töteten dieselben mit Bleizinnlegierungen. Die alten Chemiker gaben dem B. das Zeichen des Saturn. Dioskorides und Plinius kannten Bleioxyd, doch wurde dasselbe oft mit Bleiglanz verwechselt, und die verschiedenen Modifikationen desselben hielt man für verschiedene Körper. Bleiglasur wird zuerst im 13. Jahrh. erwähnt, aber wahrscheinlich war die Benutzung des Bleioxyds zur Glasbereitung schon den Alten bekannt. Vgl. Percy, Die Metallurgie des Bleies (a. d. Engl., Braunschw. 1872); Arche, Gewinnung der Metalle, Heft 1 (Leipz. 1888); H. O. Hofmann, The metallurgy of lead (5. Aufl., New York 1899); K. B. Hofmann, Das B. bei den Völkern des Altertums (Berl. 1885); Fairie, Notes on lead ores, their distribution and properties (Lond. 1901), und die Literatur bei Hüttenkunde.
 
Artikelverweis 
Blei, in der Jägersprache soviel wie Kugel.
 
Artikelverweis 
Blei, Fisch, s. Meyers Brasse.
 
Artikelverweis 
Bleiacetāt, essigsaures Blei, s. Meyers Bleizucker; basisches B., s. Meyers Bleiessig.
 
Artikelverweis 
Bleiamalgām, s. Meyers Quecksilberlegierungen.

 

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