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Blauwerden der Milch bis Blechdosen (Bd. 3, Sp. 39 bis 40)
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Artikelverweis Blauwerden der Milch, ein durch Bakterien (Bacillus cyanogenes Flügge) verursachter Milchfehler, bei dem zuerst bläuliche, inselartige Flecke auf der Oberfläche auftreten, später aber der gesamte Inhalt des Gefäßes blau gefärbt wird. Grund des Blauwerdens der Milch ist eine bei oder nach dem Melken eintretende Infektion der Milch mit den Bakterien.
 
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Blavet (spr. -wä), Küstenfluß im nordwestlichen Frankreich, entspringt im Depart. Côtes-du-Nord, verschwindet bald auf eine Strecke von 40010 in einem Felsenschlund, fließt südlich in das Depart. Morbihan, nimmt den Scorff auf und mündet nach 140 km langem Lauf in die Bai von Lorient des Atlantischen Ozeans. Von Goarec bis Pontivy bildet er einen Teil des Kanals von Brest nach Nantes, von Pontivy bis Hennebont (60 km) ist er gleichfalls künstlich schiffbar gemacht (Canal du B.), und von Hennebont an (15 km) dient er bereits der Seeschiffahrt.
 
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Blaydon (spr. blēd'n), Stadt in der engl. Grafschaft Durham, am Tyne, durch Hängebrücke mit Newcastle verbunden, hat Dünger- und Flaschenfabriken, Kohlengruben und (1901) 19,628 Einw.
 
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Blaye-et-Sainte-Luce (spr. bläj oder blä-e-ßängt'-lǖß'), Arrondissementshauptstadt im franz. Depart. Gironde, rechts an der Gironde, unterhalb Bordeaux, an der Staatsbahnlinie B.-St.-Mariens und der Lokalbahn Saint-Ciers-Saint-André-de-Cubzac, besteht aus der offen am Fluß gelegenen Unterstadt mit der darüberliegenden, 1652 von Vauban erbauten Zitadelle, die mit dem Fort Pâté, mitten in dem hier 4 km breiten Strom, und dem gegenüberliegenden Fort von Médoc Bordeaux von der Seeseite deckt. B. hat ein Handelsgericht, ein Collège, eine Schiffahrtsschule, einen Flußhafen und zählt (1901) 3952 Einw., die Weinbau, Öl- u. Kerzenfabrikation, Schiffbau und Handel mit Wein, Branntwein, Getreide, Obst und Holz treiben. B. ist das alte Blavia (Blaventum), eine feste Stadt der Santonen im aquitanischen Gallien. Im 4. Jahrh. wurden die Bewohner durch Romanus zum Christentum bekehrt. In der Kirche dieses Heiligen ward nach der Sage der Paladin Roland beigesetzt. 1451 wurde B. von Dunois den Engländern entrissen. Hier wurde die Herzogin von Berry (s. d. 3) 183233 gefangen gehalten.
 
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Blaze (spr. blās'), Henri, franz. Schriftsteller, geb. 19. Mai 1813 in Avignon, gest. 17. März 1888 in Paris, Sohn des Komponisten und Musikschriftstellers François Henri Joseph B. (genannt Castil-B., 17841857), nannte sich Blaze de Bury nach dem englischen Familiennamen seiner Mutter. Er veröffentlichte seit 1834 in der »Revue des Deux Mondes« zahlreiche Gedichte und anziehend geschriebene Studien über Deutschland und seine Literatur (z. T. unter dem Namen Hans Werner). Ferner übersetzte er Goethes »Faust« (14. Aufl. 1880) und »Poésies de Goethe« (1843) und schrieb den geistreichen Versuch »Écrivains et poëtes d'Allemagne« (Par. 1846, 2 Bde.), wozu er durch wiederholten Aufenthalt in Deutschland, namentlich in Weimar, besonders befähigt war. Als musikalischer Schriftsteller genoß B. bei seinen Landsleuten einen nicht unverdienten Ruf; doch ist sein Standpunkt heute ziemlich veraltet. Von seinen übrigen Werken nennen wir: »Margaritus« (1835); »Les maîtresses de Goethe« (1872); »Musiciens du passé, du présent et de l'avenir« (1880), worin er auch Richard Wagner, den er bis dahin schonungslos verfolgt hatte, bis zu einem gewissen Grade Gerechtigkeit widerfahren läßt; »Alexandre Dumas« (1885), ein Denkmal für seinen verstorbenen Freund; »Dames de la Renaissance« (1886); »Goethe et Beethoven« (1892). Seine Tochter (gest. im Dezember 1902 in Paris), die nach dem Tode des Vaters längere Zeit in England gelebt hatte, schrieb als Mlle. Blaze de Bury: »Un divorce royal. Anne Boleyn« (1890), »Profils shakspeariens« (1891), »Dames d'hier et d'aujourd'hui« (1898) und »Les romanciers anglais contemporains« (1900).
 
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Blažeković (spr. -schékowitsch), Karl von, österreich. General, geb. 1828 in Essegg, gest. 11. April 1893 in Klagenfurt, nahm an den Feldzügen 1848, 1849 und 1859 teil, erwarb sich später Verdienste bei der Mobilisierung anläßlich der Okkupation Bosniens und der Herzegowina 1878, wurde 1886 Feldmarschallleutnant, Statthalter in Dalmatien und Militärkommandant in Zara bis September 1890. B. schrieb: »Geschichte des k. k. Infanterieregiments Nr. 31« (1867).
 
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Blaźowa (spr. -schówa), Marktflecken in Galizien, Bezirksh. Rzeszów, am Strog, mit Schloß, Weberei und (1900) 4955 poln. Einwohnern.
 
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Blbch., bei Tiernamen Abkürzung für J. F. Blumenbach (s. d.).
 
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Blech, durch Hämmern oder Walzen erzeugte dünne Metallplatten: Gold-, Silber-, Neusilber-(Argentan-), Kupfer-, Messing-, Blei-, Zink-, Stahl- und Eisenblech (Schwarzblech, verzinnt als Weißblech, verzinkt als galvanisiertes B.).
 
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Blecharbeiterschule in Aue im sächs. Erzgebirge, 1877 errichtet vom Verein zur Errichtung und Erhaltung

[Bd. 3, Sp. 40]


einer deutschen Fachschule für Blecharbeiter und geleitet von einem vom Vorstande des Vereins gewählten Kuratorium, nimmt Schüler nach erreichtem 16. Lebensjahr, Absolvierung einer Volksschule und mindestens zweijährigerpraktischer Lehre als Klempner auf. Der Unterricht ist theoretisch und praktisch, der Lehrplan auf drei halbjährige Kurse verteilt, neben denen noch ein achtwöchiger Kursus im Metalldrücken besteht.
 
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Blechdosen, s. Meyers Dose.

 

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