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Blauschreiber bis Blauvogel (Bd. 3, Sp. 38 bis 39)
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Artikelverweis Blauschreiber (Farbschreiber), s. Meyers Telegraph.
 
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Blauschwarz, s. Meyers Azoschwarz.
 
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Blauspat, Mineral, s. Meyers Lazulith.
 
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Blauspecht, s. Meyers Kleiber.
 
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Blaustein, soviel wie Kupfervitriol und Rärener Marmor (s. Meyers Marmor).
 
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Blaustern, Pflanze, s. Meyers Scilla.
 
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Blaustifte, s. Meyers Bleistifte.
 
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Blaustrumpf, früher in Deutschland Spottname für Aufpasser und Angeber, entstanden daher, daß an manchen Orten die Polizeidiener und Lakaien blaue Strümpfe trugen (daher in Schillers »Räubern«: höllischer B. soviel wie Teufel). Seit dem 18. Jahrh. ist der Name B. gebräuchlich für gelehrte, schriftstellernde Damen, namentlich in tadelndem Sinn. Die Bezeichnung stammt aus England (blue stockings) und bezog sich anfangs nur auf Gesellschaften, an denen Herren und Damen teilnahmen, und deren Hauptzweck, unter Verbannung des Kartenspiels, geistvolle Unterhaltung war. Als die Seele dieser um die Mitte des 18. Jahrh. in London aufkommenden Gesellschaften wird der Gelehrte Stillingfleet (gest. 1771) bezeichnet, der dabei, sein Äußeres vernachlässigend, stets in blauen Kniestrümpfen erschien. Dieser Umstand soll den holländischen Admiral Boscawen während seiner Anwesenheit in England veranlaßt haben, diese Versammlungen »Blaustrumpfgesellschaften« zu nennen, um damit anzudeuten, daß in ihnen nur Geist und Talent, nicht das glänzende Äußere den Ausschlag gebe. Die Bezeichnung B. fand seitdem allgemeine Verbreitung, die üble Nebenbedeutung ist aber erst später und allmählich hinzugetreten. Vgl. Doran, A lady of the last century (Mrs. Elizabeth Montague, mit einem Kapitel über Blaustrümpfe, Lond. 1872).

[Bd. 3, Sp. 39]



 
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Blausucht (Cyanosis), Symptom zahlreicher, ihrer Natur nach sehr verschiedener Krankheitszustände, besteht in dunkler, bläulichroter Färbung der äußern Haut, namentlich der Lippen, der Nase, der Wangen, Hände und Fingerspitzen, sodann der Mundschleimhaut etc. und beruht auf Überladung des Blutes mit Kohlensäure, wodurch dasselbe eine mehr dunkelrote Farbe bekommt, auch auf Stockung des venösen, also ohnehin kohlensäurereichen Blutes in den Geweben. Bei örtlicher, nur auf einzelne Teile des Körpers beschränkter B. handelt es sich um örtliche Blutstockung; allgemeine, über den ganzen Körper verbreitete B. beruht im wesentlichen auf mangelhafter Oxydierung des Blutes. Diese entsteht bei Krankheiten der Lungen und Luftwege, bei denen dem Blut nicht genug Sauerstoff zugeführt werden kann. Auch Herz- und Gefäßkrankheiten können B. bedingen, weil sie den Kreislauf des Blutes durch die Lungen hindern oder verzögern und das Blut daher nicht ausgiebig genug mit Sauerstoff in Berührung kommt, namentlich pflegen angeborne Herzfehler erhebliche Grade von B. hervorzurufen. Allgemeine B. entsteht auch durch Einatmung schädlicher Gasarten. Höhere Grade der B. führen zu Bewußtlosigkeit, zum Stillstand des Herzens und damit zum Tode. Bei Behandlung der B. kann es sich nur um die Beseitigung der ursachlichen Momente handeln.
 
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Blautopf, merkwürdiges Wasserbecken bei Blaubeuren in Württemberg, am Fuß einer Bergwand, 515 m ü. M., aus dem die Blau entspringt, hat 4042 m im Durchmesser und 20 m Tiefe. Das Wasser hat im Becken eine tief dunkelblaue Farbe, trübt sich aber bei anhaltendem Regenwetter, nimmt zu und wird unruhig. Dann heben sich im Kessel mehrere Wassersäulen empor, deren Wellen sich ineinander schlingen und ein unaufhörlich sich erneuerndes Spiel erzeugen. Man sagt dann: »Der Topf siedet«. In frühester Zeit galt dieser Wasserbehälter für heilig.
 
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Blauvogel, s. Meyers Steindrossel.

 

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