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Blaue Pillen bis Blaufalke (Bd. 3, Sp. 36 bis 37)
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Artikelverweis Blaue Pillen, s. Meyers Blue pills.
 
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Blauer Heinrich, s. Echium.
 
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Blauer Karmin, s. Meyers Indigblauschwefelsäuren.
 
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Blauer Montag, der Fastnachtsmontag, in der Schweiz Hirsemontag, am Oberrhein guter Montag, der dort und in Süddeutschland mit Volksbelustigungen gefeiert wird oder wurde. Die Benennung rührt vielleicht von dem Gebrauch der katholischen Kirche her, während der Fastenzeit, die für die Geistlichen schon am Montag nach Estomihi begann, die Altäre blau zu behängen; nach andern ist das Wort vom altdeutschen bliuwan, d. h. bleuen, durchprügeln, herzuleiten und würde soviel wie Prügelmontag bedeuten, nach den Schlägereien, mit denen er gewöhnlich beschlossen wurde. Der Name b. M. für das »Montag

[Bd. 3, Sp. 37]


machen« der nach dem durchschwelgten Sonntag zum Arbeiten unfähigen Gesellen soll zuerst in der Wiener Maurerordnung von 1550 vorkommen. Auch ein Edikt Maximilians II. von 1572 weist den Ausdruck auf. Die Unsitte der Handwerksgesellen, an jedem Montag des Jahres einen ganzen oder halben Feiertag zu halten, hat sich trotz aller Verbote, die seit Jahrhunderten dagegen erlassen wurden, bis in die neueste Zeit erhalten. Daher bedeutet auch die Redensart: »blauen Montag halten« oder kurzweg »blaumachen« überall soviel wie müßig gehen.
 
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Blauer Peter, Abfahrtssignal, eine blaue Flagge mit weißem Felde, die im Vortopp geheißt wird, wenn das Schiff seefertig ist und noch jemand oder etwas vom Land erwartet.
 
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Blauerz, Mineral, s. Meyers Spateisenstein.
 
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Blaues Auge, s. Meyers Sugillation.
 
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Blaues Band, Bezeichnung des schwed. Seraphimenordens; früher auch des russischen Andreasordens und des ehemaligen französischen Heiligen Geist-Ordens. S. die betr. Artikel.
 
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Blaues Blut (Blaublütigkeit), soviel wie altadliges Blut. Der Ausdruck »azurblaues Blut« (sangre azul) soll zuerst in Spanien zur Maurenzeit aufgekommen sein, wo die weiße Haut der westgotischen Edlen mit ihren blau hindurchschimmernden Adern von der dunkeln Gesichtsfarbe der Mauren stark abstach. Die Blaublütigkeit ist daher ein Rassenmerkmal des blonden Germanen, und in diesem Sinne spricht Lamartine vom roten Blute der Franzosen und dem blauen der Germanen. Zum Merkmal nichtarbeitender Menschenklassen wird das blaue Blut infolge der Hautverfeinerung durch Handschuhe und Sonnenschirm.
 
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Blaues Kreuz, Verein zur Bekämpfung der Trunksucht sowie der Trinksitten und zur Beförderung der Mäßigkeit, wurde 1877 vom Pfarrer Rochat in Genf gegründet und vom Pfarrer Bouvet in Bern in der deutschen Schweiz verbreitet, von wo er auch in Deutschland, Frankreich, Belgien etc. Eingang gefunden hat. Der Bund unterscheidet neu beigetretene »Anhänger«, die sich auf beliebige Zeit zur Enthaltsamkeit verpflichten, und »Mitglieder«, die nach dreimonatiger Treue wenigstens auf ein Jahr sich verpflichten. Der Bund verlangt von Mitgliedern und Anhängern völligen Verzicht auf berauschende Getränke, verwirft aber bei Nichtmitgliedern mäßigen Genuß nicht. Der Bund steht auf positiv biblischem Boden, im übrigen aber hält er sich politisch und kirchlich neutral. 1901 wurden gezählt in

Die wichtigsten Schriften sind: »Die Arbeit des Blauen Kreuzes in Deutschland«, herausgegeben vom geschäftsführenden Ausschuß des deutschen Zentralvorstandes; »Bund des Blauen Kreuzes«; »Das Blaue Kreuz und die Gläubigen« (Barmen). Der Bund gibt seit 1883 einen Kalender heraus (Bern), der jetzt als Jahrbuch (Barmen) erscheint. Vgl. Martius: Das rote und blaue Kreuz (Leipz. 1887), Die Rettung der Trinker (Gotha 1892) und Handbuch der deutschen Trinker-und Trunksuchtsfrage (das. 1891).
 
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Blaufalke, s. Meyers Feldweihen.

 

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