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Blattflöhe bis Blattkäfer (Bd. 3, Sp. 29 bis 30)
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Artikelverweis Blattflöhe (Springläuse, Blattsauger, Psyllidae), Insektenfamilie aus der Ordnung der Halbflügler, kleine Tiere mit langen Fühlern, drei weit voneinander stehenden Nebenaugen, meist lederartigen, dem Körper dachförmig aufliegenden Vorderflügeln und kurzen Beinen mit verdickten Schenkeln; sie leben auf Blättern, von denen sie leicht abspringen, und verursachen wie die meist mit weißem Puder bedeckten Larven durch ihren Stich nicht selten auffallende Verbildungen in den Blütenteilen. Sie scheiden viel süßen Saft tropfenweise aus. Der Birnsauger (Psylla piri L., s. Tafel Meyers »Halbflügler«, Fig. 15), 3,7 mm lang, ist schwarz und rot gezeichnet; das Weibchen legt im Frühjahr seine Eier an junge Schosse, auf die Unterseite der Blätter oder an Blüten; die Larven lagern sich dicht aneinander und bohren ihren Stachel in den Grund des Schosses oder in die weiche Rinde vorjährigen Holzes. Die reife Larve ist grün, rotäugig, am Kopf und Rücken pomeranzengelb und lebt, solange es die Witterung erlaubt, vom Safte der Rinde und des Splintes. Nach der Überwinterung erscheint der Blattfloh. Durch das Saugen der Larven werden die Schosse im Wachstum gestört, Blätter und Spitzen krümmen sich und sterben ab. Gegenmittel wie bei Blattläusen. Der Apfelsauger (P. mali Först.) ist grün, auf dem Rücken gelb gestreift, das größere Weibchen auf dem Rücken rot, grüngelb und braun gestreift. Es legt im Herbst seine Eier in Rindenritzen oder an einjährige Schosse. Die im Frühjahr auskriechenden Larven stechen die Knospen an, saugen auch an den Blütenstielen und richten dadurch die Blüten zu Grunde. Blattfloh ist auch soviel wie Erdfloh (s. d.).
 
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Blattformen, s. Meyers Blatt.
 
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Blattfüßer (Phyllopoda), Ordnung der niedern Krebstiere (Entomostraca), kleine Tiere von sehr verschiedenem Bau. Meist ist ihr Leib auf dem Rücken von einem Schild umhüllt oder mit Ausnahme des Kopfes, ja selbst ganz u. gar in eine zweiklappige Schale eingeschlossen (s. Tafel Meyers »Krebstiere I«, Fig. 3 u. 6). Die Beine sind blattförmig, zum Schwimmen dienend, bis zu 40 Paar vorhanden, an ihnen sitzen Kiemensäckchen (daher auch Kiemenfüßer, Branchipoden genannt). Die Augen sind zusammengesetzt, der Darmkanal ist ziemlich gerade gestreckt, das Herz schlauch- oder sackförmig (Fig. 3, rechts von der Mitte). Die B. sind getrennt geschlechtlich, die auch äußerlich unterscheidbaren Männchen treten meistens nur zu bestimmten Zeiten auf. Die Weibchen legen Sommer- (oder Subitan-) und Winter- (oder Dauer-)eier, letztere sind wahrscheinlich befruchtungsbedürftig,

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machen eine Ruheperiode durch, während die Sommereier sich unbefruchtet ohne weiteres entwickeln. Die B. leben meist in Süßwasser-, aber auch in Salzlachen, verschwinden bei deren Austrocknen oft gänzlich und erscheinen dann, weil ihre Eier im trocknen Schlamm sich jahrelang halten, nach Regengüssen rasch wieder in großen Mengen. Fossil sind sie schon vom Devon her sehr bekannt (s. Meyers Leaia, Tafel Meyers »Steinkohlenformation II«, Fig. 13, und Estheria, Tafel Meyers »Triasformation I«, Fig. 5). Man teilt die B. ein in 1) Kiemenfüßer (Branchiopoda) und 2) Wasserflöhe (Cladocera). Erstere, bis zu einigen Zentimetern lang, haben meist eine große Anzahl Beine, in der Jugend dagegen nur drei Paar (Nauplius-Larve). Hierher gehören unter andern der Kiemenfuß (Branchipus stagnalis) unsrer seichten Süßwasserlachen, das ihm nahe verwandte Salzkrebschen (Artemia salina) aus Salzlachen (s. Meyers Kiemenfuß) sowie der mit dem erstgenannten zusammen vorkommende Kiefenfuß (Apus cancriformis); letzterer (Fig. 6) hat ein Rückenschild, jene beiden entbehren des Schildes. Die Wasserflöhe sind sehr klein, leben fast sämtlich im Süßwasser oder Brackwasser (zwei Gattungen im Meere), schwimmen sprungweise (daher ihr Name) und sind ungemein zahlreich nicht nur an Individuen, sondern auch an Arten. Hierher unter andern der Wasserfloh (s. d.). Vgl. Simon, »Étude sur les Crustacés du sous-ordre des Phyllopodes« (Par. 1886); Leydig, Naturgeschichte der Daphniden (Tübing. 1860); Eylmann, Beitrag zur Systematik der europäischen Daphniden (Freiburg 1887); Claus, Bau und Entwickelung von Branchipus etc. (Götting. 1873); Weismann, Beiträge zur Kenntnis der Daphnoiden (Leipz. 187677); Brauer, Beiträge zur Kenntnis der Phyllopoden (Wien 1877).
 
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Blattgelb, s. Meyers Blattfarbstoffe.
 
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Blattgold, s. Meyers Goldschlägerei.
 
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Blattgrün, s. Meyers Chlorophyll.
 
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Blatthäutchen, Pflanzenteil, s. Meyers Blatt, S. 28.
 
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Blatthonig, s. Meyers Honigtau.
 
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Blatthornkäfer (Blatthörner, Lamellicornia Latr.), Käferfamilie, umfaßt an 7000 Arten, unter denen sich die größten, farbenprächtigsten aller Käfer finden. Sie besitzen kurze, sieben- bis elfgliederige Fühler, die eine quergestreckte Keule bilden, und fast durchweg entwickelte Flügel. Die Beine (besonders die vordern) besitzen eine mit Dornen bewehrte, zum Graben geschickte Schiene und fünfgliederige Tarsen. Die Männchen tragen oft Auswüchse am Kopf und Halsschild und weichen bisweilen auch in Farbe und Skulptur wesentlich von den gleichartigen Weibchen ab. Die Larven sind feist, weichhäutig, gekrümmt, mit hornigem Kopf; ihr letzter Hinterleibsring ist sackartig ausgedehnt. Die der größern Arten leben mehrere Jahre. Die B. nähren sich von Pflanzen und Mist und räumen faulende Stoffe, besonders Exkremente, mit großer Schnelligkeit hinweg; einige tropische Arten leben von Aas. Viele B. richten am Laub und im Larvenzustand an den Wurzeln von Kulturgewächsen Schaden an (Maikäfer); sie sind am reichlichsten zwischen den Wendekreisen in Afrika und Südamerika vertreten. Einteilung: Dynastiden, die riesigsten Käferformen; Melitophilen, mittelgroße oder riesige, prächtig gefärbte Formen; Phyllophagen (Laubkäfer); Koprophagen (Mistkäfer); Arenikolen (Sandkäfer); Pektinikornia (Kammhörner).
 
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Blattin, s. Meyers Atlas (Gewebe), S. 48.
 
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Blattkäfer (Chrysomelidae Latr.), Familie kleiner Käfer, mit meist gedrungenem Körper, mittellangen faden- oder schnurförmigen Fühlern und häufig zum Springen eingerichteten, kurzen, verdickten Hinterfüßen. Die B. sind meist lebhaft oder metallisch gefärbt, auch ihre kurzen, gedrungenen Larven sind meist gefärbt, mit Warzen oder Dornen besetzt, haben deutlich ausgebildete Füße und verzehren saftreiche Teile von Pflanzen; einige bauen aus ihren Exkrementen schützende Gehäuse, die sie mit sich herumtragen. Die Larven mancher Arten sondern einen kleberigen Saft ab und hängen sich zur Verpuppung mit der Leibesspitze an Blätter. Viele B. halten einen Sommerschlaf. Man kennt gegen 10,000 über die ganze Erde verbreitete Arten. Der Erlenblattkäfer (Agelastica alni Fab.), 6,5 mm lang, oberseits glänzend violett oder blau, legt seine Eier auf Erlenblätter, deren Oberhaut von den glänzend grünschwarzen Larven benagt wird. Letztere verpuppen sich im Juli flach unter der Erde, und im August erscheint der Käfer, der unter Laub überwintert. Er wird besonders in Pflanzgärten schädlich. Der Weinstockfallkäfer (Eumolpus vitis L., s. Tafel Meyers »Gartenschädlinge II«, Fig. 12), 6 mm lang, schwarz mit rotbraunen, etwas samthaarigen Flügeldecken, findet sich in Europa und Nordamerika, lebt auf Weiderich und dem Weinstock, zerschneidet die Blätter des letztern und greift auch die Trauben und jungen Schosse an. Wenn man sich ihm nähert, läßt er sich herabfallen und ist dann schwer zu erkennen. Das Lilienhähnchen (Crioceris merdigera L., ebenda, Fig. 13), 7,5 mm lang, feuerrot, unten schwarz, lebt auf den Blättern der weißen Lilie und der Kaiserkrone; seine schwarzen feuchten Larven zerfressen die Blätter. Die zweite Generation überwintert als Puppe in der Erde. Das dunkelblaue oder grüne, gelbweiß gefleckte, am Rande der Flügeldecken rote Spargelhähnchen (C. asparagi L., Fig. 14) zerstört als Larve das Spargellaub, verpuppt sich in der Erde. C. duodecimpunctata L. lebt auch auf Spargel, ist aber weniger gefährlich. Zu derselben Familie gehören auch der Kartoffelkäfer und die Erdflöhe. Vgl. Lacordaire, Monographie des Coléoptères subpentamères de la famille des Phytophages (Par. 184548, 2 Bde.).

 

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