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Blätterstock bis Blattgelb (Bd. 3, Sp. 29 bis 30)
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Artikelverweis Blätterstock, s. Meyers Bienenzucht, S. 840.
 
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Blättertellūr (Blättererz, Nagyagit, Nagyager Erz), Mineral, besteht im wesentlichen aus Blei und Tellur, enthält aber auch 89 Proz. Gold, außerdem Kupfer, Schwefel und Antimon, findet sich bei Nagyag und Offenbanya in meist dünntafeligen rhombischen Kristallen von quadratischem Umriß, auch eingewachsen und in blätterigen Aggregaten, ist schwärzlich bleigrau, stark glänzend, Härte 11,5, spez. Gew. 6,857,20. Es wird auf Gold verarbeitet.
 
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Blätterwerk, architektonische Zieraten in Form von Blättern, die der Flora verschiedener Klimate entsprechen: in den südlichen Architekturen besonders Bärenklau-, Oliven-, Eichen-, Lorbeer-, Wein-, Mohn- und Palmenblätter, in den nördlichen Architekturen vorzugsweise Distel-, Zaunrübe-, Efeu-, Eichen-, Reben- und Krautblätter.
 
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Blätterzeolith, Mineral, soviel wie Stilbit.
 
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Blattfarbstoffe, die in den Blättern vorkommenden Farbstoffe. Die grüne Farbe der Blätter wird durch sehr wenige Farbstoffe, namentlich aber durch Chlorophyll hervorgebracht, der Farbstoff der Flechten ist Tallochlor. Gelbe, in Alkohol lösliche Farbstoffe (Xanthophyll, Blattgelb) und gewisse rote Farbstoffe (Erythrophyll, Blaurot, s. d.) nuancieren die grüne Farbe der Blätter und machen sie im Herbst, wenn das Chlorophyll verschwindet, bunt. Ein steter Begleiter des Chlorophylls ist das Etiolin. Die braunen Farben des abfallenden Laubes werden wohl durch humusartige Stoffe hervorgebracht.
 
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Blattfeder, s. Meyers Feder.
 
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Blattflecke (auch Brandflecke, Fleckenkrankheit), meist zahlreiche und verhältnismäßig kleine, anfangs bisweilen gelbe, später immer braune, trockene und brüchige Stellen auf grünen Blättern, rühren bisweilen von Verletzungen her, die durch Blatt- und Rüsselkäfer etc. hervorgebracht werden, indem die Blattsubstanz im Umkreis der verletzten Stellen abstirbt. Bei großer Anzahl der B. können die Blätter vertrocknen, und die Pflanze wird bedeutend geschädigt. In den meisten Fällen werden B. von Schmarotzerpilzen verursacht, die auf der erkrankten Stelle oder im Gewebe der Blattsubstanz vegetieren. Mehrere Fleckenkrankheiten werden von konidientragenden, zur Verwandtschaft der Schlauchpilze gehörigen Formen erzeugt. So erzeugt Sphaceloma ampelinum De Bary, das in den Entwickelungskreis von Gloeosporium Desm. et Mout oder Phoma Fr. gehört, auf den grünen Teilen des Weinstockes den schwarzen Brenner (Anthraknose; Vorbeugungsmittel: Bespritzen der jungen Triebe mit Kalkmilch). Andre, oft das ganze Blatt zum Braunwerden und Absterben (Bräune) bringende Fleckenkrankheiten gehen von perithecienbildenden Pilzen, besonders aus den Gattungen Sphaerella Fr. und Stigmatea Fr. aus. Arten der erstern erzeugen B. auf Maulbeerbäumen, Kohlarten, Weiden, Linden, Buchen, Weinstock; Stigmatea Mespili ruft die Blattbräune der Birnblätter, Gnomonia erythrostoma die Blattflechte der Süßkirschen hervor, die im Alten Land an der untern Elbe verheerend aufgetreten ist. Blattfleckenkrankheiten auf Birne, Zitrone, Kastanie u. a. werden auch von Entwickelungsformen der Gattungen Phyllosticta, Depazea u. a. hervorgerufen. Vielfach entstehen B. bei Ernährungsstörungen und Wasserüberschuß. Vgl. Braunfleckigkeit der Birnblätter.
 
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Blattflöhe (Springläuse, Blattsauger, Psyllidae), Insektenfamilie aus der Ordnung der Halbflügler, kleine Tiere mit langen Fühlern, drei weit voneinander stehenden Nebenaugen, meist lederartigen, dem Körper dachförmig aufliegenden Vorderflügeln und kurzen Beinen mit verdickten Schenkeln; sie leben auf Blättern, von denen sie leicht abspringen, und verursachen wie die meist mit weißem Puder bedeckten Larven durch ihren Stich nicht selten auffallende Verbildungen in den Blütenteilen. Sie scheiden viel süßen Saft tropfenweise aus. Der Birnsauger (Psylla piri L., s. Tafel Meyers »Halbflügler«, Fig. 15), 3,7 mm lang, ist schwarz und rot gezeichnet; das Weibchen legt im Frühjahr seine Eier an junge Schosse, auf die Unterseite der Blätter oder an Blüten; die Larven lagern sich dicht aneinander und bohren ihren Stachel in den Grund des Schosses oder in die weiche Rinde vorjährigen Holzes. Die reife Larve ist grün, rotäugig, am Kopf und Rücken pomeranzengelb und lebt, solange es die Witterung erlaubt, vom Safte der Rinde und des Splintes. Nach der Überwinterung erscheint der Blattfloh. Durch das Saugen der Larven werden die Schosse im Wachstum gestört, Blätter und Spitzen krümmen sich und sterben ab. Gegenmittel wie bei Blattläusen. Der Apfelsauger (P. mali Först.) ist grün, auf dem Rücken gelb gestreift, das größere Weibchen auf dem Rücken rot, grüngelb und braun gestreift. Es legt im Herbst seine Eier in Rindenritzen oder an einjährige Schosse. Die im Frühjahr auskriechenden Larven stechen die Knospen an, saugen auch an den Blütenstielen und richten dadurch die Blüten zu Grunde. Blattfloh ist auch soviel wie Erdfloh (s. d.).
 
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Blattformen, s. Meyers Blatt.
 
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Blattfüßer (Phyllopoda), Ordnung der niedern Krebstiere (Entomostraca), kleine Tiere von sehr verschiedenem Bau. Meist ist ihr Leib auf dem Rücken von einem Schild umhüllt oder mit Ausnahme des Kopfes, ja selbst ganz u. gar in eine zweiklappige Schale eingeschlossen (s. Tafel Meyers »Krebstiere I«, Fig. 3 u. 6). Die Beine sind blattförmig, zum Schwimmen dienend, bis zu 40 Paar vorhanden, an ihnen sitzen Kiemensäckchen (daher auch Kiemenfüßer, Branchipoden genannt). Die Augen sind zusammengesetzt, der Darmkanal ist ziemlich gerade gestreckt, das Herz schlauch- oder sackförmig (Fig. 3, rechts von der Mitte). Die B. sind getrennt geschlechtlich, die auch äußerlich unterscheidbaren Männchen treten meistens nur zu bestimmten Zeiten auf. Die Weibchen legen Sommer- (oder Subitan-) und Winter- (oder Dauer-)eier, letztere sind wahrscheinlich befruchtungsbedürftig,

[Bd. 3, Sp. 30]


machen eine Ruheperiode durch, während die Sommereier sich unbefruchtet ohne weiteres entwickeln. Die B. leben meist in Süßwasser-, aber auch in Salzlachen, verschwinden bei deren Austrocknen oft gänzlich und erscheinen dann, weil ihre Eier im trocknen Schlamm sich jahrelang halten, nach Regengüssen rasch wieder in großen Mengen. Fossil sind sie schon vom Devon her sehr bekannt (s. Meyers Leaia, Tafel Meyers »Steinkohlenformation II«, Fig. 13, und Estheria, Tafel Meyers »Triasformation I«, Fig. 5). Man teilt die B. ein in 1) Kiemenfüßer (Branchiopoda) und 2) Wasserflöhe (Cladocera). Erstere, bis zu einigen Zentimetern lang, haben meist eine große Anzahl Beine, in der Jugend dagegen nur drei Paar (Nauplius-Larve). Hierher gehören unter andern der Kiemenfuß (Branchipus stagnalis) unsrer seichten Süßwasserlachen, das ihm nahe verwandte Salzkrebschen (Artemia salina) aus Salzlachen (s. Meyers Kiemenfuß) sowie der mit dem erstgenannten zusammen vorkommende Kiefenfuß (Apus cancriformis); letzterer (Fig. 6) hat ein Rückenschild, jene beiden entbehren des Schildes. Die Wasserflöhe sind sehr klein, leben fast sämtlich im Süßwasser oder Brackwasser (zwei Gattungen im Meere), schwimmen sprungweise (daher ihr Name) und sind ungemein zahlreich nicht nur an Individuen, sondern auch an Arten. Hierher unter andern der Wasserfloh (s. d.). Vgl. Simon, »Étude sur les Crustacés du sous-ordre des Phyllopodes« (Par. 1886); Leydig, Naturgeschichte der Daphniden (Tübing. 1860); Eylmann, Beitrag zur Systematik der europäischen Daphniden (Freiburg 1887); Claus, Bau und Entwickelung von Branchipus etc. (Götting. 1873); Weismann, Beiträge zur Kenntnis der Daphnoiden (Leipz. 187677); Brauer, Beiträge zur Kenntnis der Phyllopoden (Wien 1877).
 
Artikelverweis 
Blattgelb, s. Meyers Blattfarbstoffe.

 

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