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Blasnavac bis Blässentauben (Bd. 3, Sp. 25 bis 26)
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Artikelverweis Blasnavac (spr. -watz), Milivoye Petrović, serb. General und Minister, geb. 1826 in dem Dorfe B., dem er seinen Namen entlehnte, gest. 5. April 1873, ward 1848 Kapitän, 1849 Major, begab sich 1850 zu weiterer militärischer Ausbildung nach Wien und besuchte dann die französische Kriegsschule zu Metz. In Paris studierte er Staatsökonomie, in Belgien Waffen- und Maschinenfabrikation. Als 1860 Michael Obrenović III. den Thron bestieg, ward B. Kriegsminister. Er richtete in Serbien Militäranstalten und eine Nationalmiliz (80,000 Mann) ein. Als 1868 Fürst Michael ermordet wurde, hielt B. die Ordnung aufrecht. Die Skupschtina ernannte ihn zum Mitgliede der Regentschaft während der Minderjährigkeit des Fürsten Milan, und als dieser 1872 den Thron bestieg, übertrug er B. im neuen Ministerium außer dem Vorsitz die Portefeuilles des Krieges und des Verkehrs.
 
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Blason (franz., spr. blasóng), ein Wort unbekannten Ursprungs, das Wappenschild, dann auch Wappenkunde bedeutet. B. heißt auch in der ältern französischen Poesie die ausführliche Beschreibung eines Teiles des menschlichen Körpers in Versen, z. B. des Auges oder der Nase. Diese Schilderungen, die seit dem 15. Jahrh. lange beliebt waren, wurden auch auf Körperteile ausgedehnt, die in guter Gesellschaft nicht einmal genannt werden dürfen. Eine reichhaltige Sammlung hat Méon herausgegeben (Par. 1809). Hiervon abgeleitet ist blasonieren, ein Wappen kunstgerecht beschreiben (s. Meyers Wappen). Das Wort blasonieren (blasunieren, blasnieren, plesenieren) kommt um 1320 in Deutschland zuerst vor (in demselben Sinne wurde vorher das Wort prüeven gebraucht) und nahm dann bald auch die Nebenbedeutung von schmeichlerisch loben an, in welchem Sinne noch Shakespeare das gleichbedeutende englische blazon gebraucht. Blasonist (Blasoneur), ein Wappenkundiger; blasonierte Münzen, deutsche Münzen, besonders halbe Batzen, mit in Lack kunstmäßig ausgemaltem Wappen, dergleichen sonst nach Indien u. China gingen.
 
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Blasonieren, Blasonist, s. Meyers Blason.
 
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Blasphemīe (griech.), jede ehrenrührige Rede, insbes. Gotteslästerung (s. d.); auch soviel wie Majestätsbeleidigung. Daher blasphemieren, solche Reden führen; Blasphemist, wer sie ausspricht; blasphemistisch, blasphēmisch, gotteslästerlich.
 
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Blasrohr, ein bis 2 m langer, der Länge nach durchbohrter Holzstab, aus dem man Tonkugeln oder kleine Pfeile (Nägel mit Fadenschopf) durch geschicktes Blasen sehr weit treiben kann. Vgl. Waffen. Bei der Lokomotive das Rohr, das den auspuffenden Abdampf der Arbeitszylinder in den Schornstein leitet und dadurch den Luftzug in der Feuerung anfacht, also die fehlende Schornsteinhöhe ersetzt.
 
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Blaß, Friedrich, Philolog, geb. 22. Jan. 1843 in Osnabrück, studierte 186063 in Göttingen und Bonn, wirkte seit 1864 als Gymnasiallehrer zu Bielefeld, Naumburg, Magdeburg, Stettin und Königsberg und wurde 1876 außerordentlicher, 1881 ordentlicher Professor der klassischen Philologie zu Kiel, 1892 in Halle. Zu den griechischen Rednern schrieb er: »Die griechische Beredsamkeit in dem Zeitraum von Alexander bis auf Augustus« (Berl. 1865) und »Die attische Beredsamkeit« (Leipz. 1868 bis 1880, 3 Bde.; 2. Aufl. 188798), gab den Hyperides (3. Aufl., das. 1894), Andokides (2. Aufl., das. 1880), Antiphon (2. Aufl., das. 1881), Dinarch (2. Aufl., das. 1888) heraus und besorgte die neue Ausgabe des Benselerschen Isokrates (das. 187879, 2 Bde.), die 4. Auflage des Dindorfschen Demosthenes (das. 188589, 3 Bde.), die neuen Auflagen der Rehdantzschen Ausgabe von Demosthenes' ausgewählten Reden und eine neue Bearbeitung des Frankeschen Äschines (das. 1896) sowie des Scheibeschen Lykurg (1899). Sonst verdanken wir ihm: »Die Aussprache des Griechischen« (Leipz. 1870, 3. Aufl. 1888), die Fortsetzung der von Siefert begonnenen Ausgabe ausgewählter Biographien des Plutarch (Bd. 36, das. 187275; Bd. 14 in 2. Aufl.), »Hermeneutik und Kritik« sowie »Paläographie, Buchwesen und Handschriftenkunde« (beides in Iw. Müllers »Handbuch der klassischen Altertumswissenschaft«, Bd. 1, 2. Aufl., Münch. 1891), eine Ausgabe von Aristoteles' neu aufgefundener Schrift über den Staat der Athener (Leipz. 1892, 3. Aufl. 1898), die Bearbeitung der 3. Auflage von Kühners »Ausführlicher Grammatik der griechischen Sprache« (bis jetzt Teil 1, Hannov. 189093, 2 Bde.), »Acta apostolorum« (Götting. 1894; daneben kleine Ausgabe »Secundum formam quae videtur Romanam«, 1896), »Grammatik des neutestamentlichen Griechisch« (das. 1896), »Evangelium secundum Lucam« (Leipz. 1897), »Evangelium secundum Matthaeum« (das. 1901), »Bacchylidis fragmenta« (das. 1898, 2. Aufl. 1900), »Die Rhythmen

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der attischen Kunstprosa« (das. 1901). Auch beteiligte er sich an der von H. Collitz geleiteten »Sammlung der griechischen Dialektinschriften«.
 
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Bläßbock, s. Meyers Antilopen, S. 577.
 
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Blässe (griech.), bleiche Färbung der Haut, betrifft entweder nur einzelne Teile des Körpers, namentlich häufig solche isolierte Gebiete, die dem Stromgebiet eines bestimmten Blutgefäßes oder der Ausbreitung eines Nervs angehören, oder sie betrifft den ganzen Körper. Allgemeine B. ist stets der Ausdruck mangelhafter Ernährung der Gewebe. Die Ursache kann hier in einem wirklichen Mangel an Blut liegen, und sie ist in diesen Fällen ein Symptom besonders der als Bleichsucht (s. d.) und Blutarmut (s. Anämie) bekannten Krankheiten. Lokale B. tritt ein bei Behinderung der Blutzufuhr zu einem Körperteile, sei es durch Druck auf die Arterien, sei es durch eine Verengerung der zuführenden Gefäße, die durch die gefäßverengernden Muskeln und Nerven bedingt wird (B. bei Schreck, Kälteeinwirkung, Fieber, Übelkeit, Ohnmacht). Diese B. ist meist vorübergehend und, nachdem sich der Gefäßkrampf gelöst hat, folgt ihr eine Rötung, da das Blut in die erschlafften Gefäße stark einströmt, in andern Fällen ist sie dauernd, z. B. an gelähmten Gliedern, oder kann gar bis zum Brande der Gewebe anhalten (lokale Asphyxie).
 
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Blässe (Bläßhuhn), soviel wie Wasserhuhn.
 
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Blässe, s. Meyers Abzeichen (bei Haustieren).
 
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Blässentauben, s. Meyers Tauben.

 

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