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Blasewitz bis Blasphemīe (Bd. 3, Sp. 23 bis 25)
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Artikelverweis Blasewitz, Vorort von Dresden (s. Karte »Umgebung von Dresden«), an der Elbe, mit dem gegenüberliegenden Loschwitz durch elektrische Bahn verbunden, hat eine evang. Kirche, viele schöne Landsitze und (1900) 7344 Einw. Hier wohnte 1786 Schiller einige Zeit. Die Tochter eines Gutsbesitzers Sagadin (Auguste, gest. 1856 als Gattin des Senators Renner in Dresden) gab dem Dichter Veranlassung zur »Gustel von B.« in »Wallensteins Lager«.
 
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Blasheim, Dorf im preuß. Regbez. Minden, Kreis Lübbecke, an der Staatsbahnlinie Bünde-Bassum, hat eine evang. Kirche, Zigarrenfabrikation und (1900) 2756 Einw.
 
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Blasien, St., s. Sankt Blasien.
 
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Blasiert (franz.), durch Überreizung abgestumpft; Blasiertheit, ein derartiger Zustand.
 
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Blasinstrumente (franz. Instruments à vent, engl. Wind-instruments, ital. Stromenti da fiato), alle diejenigen Musikinstrumente, bei denen ein Strom verdichteter Luft (Wind) das tonerregende und eine schwingende Luftsäule das tönende Element ist. Nicht unter die B. gehörig sind daher diejenigen Instrumente, bei denen Saiten durch Wind in Schwingung versetzt werden (Äolsharfe, Anemochord); dagegen werden frei schwingende Zungen ohne Aufsätze (Harmonium, Äoline, Ziehharmonika etc.), obgleich bei ihnen zweifellos die Zunge das tongebende Element ist, unter die B. gerechnet. Das »Instrument der Instrumente«, die Orgel, ist aus allen erdenkbaren Arten der B. zusammengesetzt; doch sind alle, da sie nur je einen Ton anzugeben haben, von typisch einfachster Konstruktion. Wie die Register der Orgel, zerfallen die B. überhaupt in zwei Gruppen: in Labialpfeifen (Lippenpfeifen, Flötenpfeifen) und Lingualpfeifen (Zungenpfeifen). Die Art der Tonerzeugung ist bei beiden eine ganz verschiedene, wenn sie auch am letzten Ende wieder auf dieselben Grundgesetze zurückzuführen ist. Bei den Lippenpfeifen wird der durch den Pfeifenfuß eintretende Luftstrom durch eine schmale Spalte (Kernspalte) gegen die scharfe obere Kante des Aufschnitts (Oberlabium) getrieben, die ihn teilt und einen Teil in den Pfeifenkörper eintreten läßt, während der andre nach außen geht. Durch die eintretende Luft wird die innen befindliche so weit verdichtet, daß sie zurückdrückend den leicht ablenkbaren blattförmigen Luftstrom ganz nach außen biegt; nach den Gesetzen der Adhäsion wird dann aber durch den Luftstrom auch ein Teil der Luft in der Pfeife mit hinausgezogen, so daß nun eine leichte Verdünnung der Luft in der Pfeife entsteht, die umgekehrt das Luftblatt wieder einwärts biegt. Die Geschwindigkeit der Wiederkehr dieser Verdichtungen und Verdünnungen (Schwingungen) ist abhängig von der Länge der in der Pfeife eingeschlossenen Luftsäule, d. h. bei einer längern Pfeife hat die Verdichtungswelle

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einen weitern Weg zurückzulegen, bis sie reflektiert wird, der Ton wird daher ein tieferer als bei einer kürzern. Bei offenen Labialpfeifen liegt der Punkt der Reflexion in der Mitte, bei gedackten am Ende der Pfeife, daher klingen gedackte Pfeifen ungefähr eine Oktave tiefer als gleichlange offene. Bei den Zungenpfeifen wird eine den Weg des Windes verschließende Zunge durch den Wind abgebogen (nach außen oder nach innen), um dem Winde den Eintritt zu gestatten, schnellt aber vermöge ihrer Elastizität, sobald durch den Eintritt des Windes eine Ausgleichung der Druckverhältnisse stattgefunden hat, zurück, um immer wieder von neuem abgebogen zu werden. Die Periode der Wiederkehr dieser Abweichungen hängt zunächst nur von der Elastizität und Größe der Zunge ab, und bei Instrumenten mit frei schwingenden Zungen ohne Aufsätze wird in der Tat die Tonhöhe nur durch die Gestalt der Zunge bestimmt. Bei Instrumenten mit Aufsätzen dagegen ist das Verhältnis ein ganz andres, sofern bei ihnen die Zunge eine ähnliche Rolle spielt wie der blattförmige Luftstrom bei der Labialpfeife; die Periode der Abbiegungen der Zunge wird dann nämlich durch die Größe der Aufsätze bestimmt. Die durch die geöffnete Zunge eingelassene Luft verdichtet die Luftsäule im Aufsatz und erweckt gerade wie bei den Labialpfeifen eine zurückkehrende Verdichtungswelle, die der Zunge die Rückkehr in die Gleichgewichtslage gestattet. Bei metallenen Zungen ist diese Wirkung nicht so frappant und so vollkommen wie bei den minder steifen Rohrblattzungen und membranösen Zungen, bei denen sich die Schwingungen der Zunge vollständig nach den Schwingungen der Luftsäule richten. Eine schärfere Anspannung der Lippen (deren Ränder ja als Zungen fungieren) sowie eine Verstärkung des Luftstromes rufen bei den Instrumenten ohne Zungen die Bildung eines höhern Tones aus der Reihe der Naturtöne des Instruments hervor; bei den Instrumenten mit Zungen und bei den Flöten kommt die Lippenstellung nicht weiter in Betracht, der Übergang zu andern Tönen der Reihe hängt daher nur von der Stärke des Blasens ab. Da nun aber die Naturskala aus einer sehr beschränkten Anzahl von Tönen besteht (vgl. Aliquottöne), verfiel man darauf, zur Erzielung der die Lücken ausfüllenden Zwischenstufen die Schallröhre durch Tonlöcher zu durchbrechen. Diese Einrichtung ist besonders für die Holzblasinstrumente allgemein im Gebrauch. Für die Blechinstrumente wendet man das gegenteilige Auskunftsmittel an, d. h. man verlängert die Schallröhre durch Ausziehen (Posaune) oder durch Einschaltung von Bogen, die für gewöhnlich mit dem Hauptrohr nicht kommunizieren, aber durch eine leicht zu behandelnde Vorrichtung (Ventil, Zylinder, Tonwechselmaschine) in Verbindung gesetzt werden, so bei Trompete und Horn und allen neuern Ventilinstrumenten. Die Hauptgattungen der B. sind nun hiernach:
   1) Flöten, bei denen der Ton in derselben Weise erzeugt wird wie bei den Labialpfeifen. Dieselben existieren hauptsächlich in zwei Arten: als gerade Flöten und Querflöten. a) Die im Altertum und Mittelalter in mancherlei Größen und Formen gebauten geraden Flöten (Schnabelflöten, Flûtes à bec, der Aulos der Griechen, die Tibia und Fistula der Römer, der Schwegel, die Plockflöte, Rußpfeife des Mittelalters etc.) sind jetzt, abgesehen von ihrer ausgedehnten Verwendung in der Orgel, deren Hauptbestandteil sie ausmachen (Prinzipalpfeifen, Flöten, Gedackte etc.), ganz außer Gebrauch gekommen und existieren nur noch als Kinderspielzeug sowie als sogen. Pfeifen; die zuletzt verschwundene Spezies derselben war das Flageolett. b) Die Querflöte, das heute allein übliche Flöteninstrument (früher »Schweitzerpfeiffen« genannt, franz. Flûte traversière, Flûte allemande, engl. German flute), bei der der tonerregende schmale Luftstrom direkt vom Mund aus gegen die scharfe Kante eines runden Loches an der Seite des Instruments geleitet wird. Die älteste Form dieses Instruments ist zweifellos eine auf einer Seite geschlossene Röhre, gegen deren offenes Ende man bläst; mehrere solche vereint gaben die Pansflöte (Syrinx und ähnliche Instrumente bei den ältesten Kulturvölkern).
   2) Instrumente mit Rohrblatt und zwar a) mit doppeltem Rohrblatt. Instrumente dieser Art sind gleichfalls sehr alt; der Calamus der Römer, das französische Chalumeau wie unsre deutsche Schalmei sind wohl ein und dasselbe Instrument, das in Italien heute unter dem Namen Pissaro bekannt ist. Zur Familie der Schalmeien gehörte der Bomhart Pommer, Bommert, franz. Bombarde, woraus die andern Formen abzuleiten sind), eine Baßschalmei, die in verschiedenen Größen gebaut wurde. Aus der Schalmei entwickelte sich im Anfang des 17. Jahrh. die Oboe, aus dem Bomhart das Fagott. Dazu kamen in neuerer Zeit Englischhorn und Kontrafagott. Auch die Schryari, Bassanelli, Krummhörner gehören zu derselben Familie. Die Krummhörner wurden mittels eines kesselförmigen Mundstückes angeblasen, in welches das Röhrchen gesteckt ward. Auch die Pfeifen des Dudelsackes (Sackpfeife, Musette, Cornamusa) haben doppeltes Rohrblatt, desgleichen das nach seinem Erfinder (Sarrus) benannte Sarrusophon. b) Instrumente mit einfachem Rohrblatt. Dieselben sind neuern Datums. Zu ihnen gehört vor allen die 1690 durch Chr. Denner aus einer ältern französischen Schalmeienart mit einfacher Zunge entwickelte Klarinette mit ihren Unterarten (Altklarinette, Bassetthorn, Baßklarinette etc.), die erheblich jünger sind. Von größerer Bedeutung für die Zukunft sind voraussichtlich die von Sax in Paris seit 1840 gebauten Blechblasinstrumente mit einfacher Zunge (Saxophone).
   3) Instrumente ohne Zungen, bei denen die Lippen des Bläsers als membranöse Zungen fungieren. Einfache gerade oder gekrümmte, von dem zum Anblasen bestimmten Ende aus sich mehr oder minder erweiternde Rohre sind bereits in den ältesten Zeiten als B. benutzt worden, sei es nun, daß man Stier- oder Widderhörner (Keren, Schofar) oder große Schneckengehäuse (Tritonshorn) am spitzen Ende anbohrte, oder daß man aus Holz sich Röhren anfertigte (wie das uralte Alpenhorn), oder endlich aus Metall (Lituus, Tuba, Buccina). Die ältesten derartigen Instrumente hatten keine Tonlöcher, gaben daher nur die sogen. Naturtöne (vgl. Klang). Eine eigentümliche Erscheinung sind die zu dieser Gattung gehörigen B. mit Tonlöchern, die im 15.18. Jahrh. eine große Rolle spielten und allgemein verbreitet waren, die Zinken (Zincken, Cornetti), die in verschiedenster Gestalt und Größe gebaut wurden (gerade und krumme, die letztern als Baßinstrumente: Serpent, Baßhorn). Die Röhre der Zinken und ihrer Baßinstrumente war von Holz. Blechblasinstrumente mit Tonlöchern (Klappen) waren das Klappenhorn (Klapphorn) und das zugehörige Baßinstrument, die Ophikleide. Von den heute üblichen Blasinstrumenten gehören hierher: Horn, Trompete (beide ursprünglich Naturinstrumente,

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neuerdings mit verschiedenerlei mechanischen Vorrichtungen für die Veränderung der Tonhöhe versehen), Cornet à pistons, Bügelhorn (Clairon), Tuba (Bombardon, Saxhorn, Euphonion, Phonikon, Baroxyton, Helikon) etc. Über die Konstruktion der einzelnen Instrumente sind die Spezialartikel zu vergleichen; vgl. auch Tafel Meyers »Musikinstrumente I u. III«. Über die verschiedenen Arten von Orgelpfeifenregistern vgl. Labialpfeifen und Zungenpfeifen.
 
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Blasius, Heiliger, einer der 14 Nothelfer, Bischof zu Sebaste in Kappadokien, Märtyrer unter Lizinius um 316. Weil er einen Knaben, dem eine Gräte im Halse stecken geblieben war, rettete, wird er als Schutzpatron gegen Halsweh verehrt; gegen dasselbe Übel wird an seinem Gedächtnistag (3. Febr.) der Blasiussegen mit zwei kreuzförmig gehaltenen Kerzen erteilt.
 
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Blasius, 1) Ernst, Mediziner, geb. 20. Nov. 1802 in Berlin, gest. 11. Juli 1875 in Halle, studierte 1818 bis 1822 in Berlin, habilitierte sich 1828 zu Halle als Privatdozent der Chirurgie, wurde 1830 Professor und war 183467 Direktor der chirurgischen Universitätsklinik. B. schrieb: »Handbuch der Akiurgie« (Halle 183032, 3 Bde.; 2. Aufl., Berl. 183942), mit Atlas: »Akiurgische Abbildungen« (das. 18311833; 2. Aufl. 184244, 6 Hefte); »Lehrbuch der Akiurgie« (das. 1835, 2. Aufl. 1846; Auszug aus ersterm); »Handwörterbuch der gesamten Chirurgie und Augenheilkunde« (das. 183638, 4 Bde.); »Der Schrägschnitt, eine neue Amputationsmethode« (das. 1838); »Beiträge zur praktischen Chirurgie« (das. 1848) und »Neue Beiträge« (Leipz. 1857); »Schlußbericht über die chirurgisch-augenärztliche Klinik der Universität Halle, 18311867« (Halle 1868).
   2) Johann Heinrich, Naturforscher, geb. 7. Okt. 1809 zu Eckerbach im Regbez. Köln, gest. 26. Mai 1870 in Braunschweig, wurde 1836 Professor für Naturgeschichte am Carolinum zu Braunschweig, später auch Direktor des botanischen Gartens und der naturwissenschaftlichen Sammlungen, 1866 Direktor der Gemäldegalerie daselbst. Er schrieb eine sehr geschätzte »Fauna der Wirbeltiere Deutschlands« (nur Bd. 1: Säugetiere, Braunschw. 1857) und mit Graf Keyserling »Die Wirbeltiere Europas« (Bd. 1, das. 1840), beide Werke unvollendet.
 
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Blasnavac (spr. -watz), Milivoye Petrović, serb. General und Minister, geb. 1826 in dem Dorfe B., dem er seinen Namen entlehnte, gest. 5. April 1873, ward 1848 Kapitän, 1849 Major, begab sich 1850 zu weiterer militärischer Ausbildung nach Wien und besuchte dann die französische Kriegsschule zu Metz. In Paris studierte er Staatsökonomie, in Belgien Waffen- und Maschinenfabrikation. Als 1860 Michael Obrenović III. den Thron bestieg, ward B. Kriegsminister. Er richtete in Serbien Militäranstalten und eine Nationalmiliz (80,000 Mann) ein. Als 1868 Fürst Michael ermordet wurde, hielt B. die Ordnung aufrecht. Die Skupschtina ernannte ihn zum Mitgliede der Regentschaft während der Minderjährigkeit des Fürsten Milan, und als dieser 1872 den Thron bestieg, übertrug er B. im neuen Ministerium außer dem Vorsitz die Portefeuilles des Krieges und des Verkehrs.
 
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Blason (franz., spr. blasóng), ein Wort unbekannten Ursprungs, das Wappenschild, dann auch Wappenkunde bedeutet. B. heißt auch in der ältern französischen Poesie die ausführliche Beschreibung eines Teiles des menschlichen Körpers in Versen, z. B. des Auges oder der Nase. Diese Schilderungen, die seit dem 15. Jahrh. lange beliebt waren, wurden auch auf Körperteile ausgedehnt, die in guter Gesellschaft nicht einmal genannt werden dürfen. Eine reichhaltige Sammlung hat Méon herausgegeben (Par. 1809). Hiervon abgeleitet ist blasonieren, ein Wappen kunstgerecht beschreiben (s. Meyers Wappen). Das Wort blasonieren (blasunieren, blasnieren, plesenieren) kommt um 1320 in Deutschland zuerst vor (in demselben Sinne wurde vorher das Wort prüeven gebraucht) und nahm dann bald auch die Nebenbedeutung von schmeichlerisch loben an, in welchem Sinne noch Shakespeare das gleichbedeutende englische blazon gebraucht. Blasonist (Blasoneur), ein Wappenkundiger; blasonierte Münzen, deutsche Münzen, besonders halbe Batzen, mit in Lack kunstmäßig ausgemaltem Wappen, dergleichen sonst nach Indien u. China gingen.
 
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Blasonieren, Blasonist, s. Meyers Blason.
 
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Blasphemīe (griech.), jede ehrenrührige Rede, insbes. Gotteslästerung (s. d.); auch soviel wie Majestätsbeleidigung. Daher blasphemieren, solche Reden führen; Blasphemist, wer sie ausspricht; blasphemistisch, blasphēmisch, gotteslästerlich.

 

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