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Blankenhorn bis Blankscheit (Bd. 3, Sp. 19 bis 20)
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Artikelverweis Blankenhorn, Burgruine, s. Meyers Güglingen.
 
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Blänkern, s. Meyers Plänkeln.
 
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Blankets (engl.), geköperter, weißwollener Deckenstoff mit roten eingewebten Kanten, 12 Ketten- und 6 Schußfäden auf 1 cm. Kette Streichgarn 6000 m, Schuß Streichgarn 1500 m auf 1 kg. Die Ware wird kräftig gewalkt und gut gerauht.
 
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Blankett (franz. Carte blanche, engl. Blank charter, ital. Carta bianca), ein zur Ausfüllung bestimmtes Stück Papier, ein nur mit einer Namensunterschrift versehenes leeres Blatt Papier, endlich eine unvollständige Urkunde. Nach § 269 des Reichsstrafgesetzbuches wird wegen unbefugter Blankettausfüllung bestraft, wer einem mit der Unterschrift eines andern versehenen Papierunbefugt einen urkundlichen Inhalt gibt oder bei der Ausfüllung desselben über den Umfang seiner Befugnis hinausgeht. Auch soviel wie Blankowechsel (s. d.).
 
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Blankettstrafgesetze, diejenigen Gesetze, die nur die Strafandrohung enthalten, während die Ausstellung der Normen, deren Verletzung unter jene fallen sollen, anderweitigen Bestimmungen vorbehalten bleibt. Derartige B. finden sich im Reichsstrafgesetzbuch (§ 145, 327, 328 etc.) und in zahlreichen strafrechtlichen Nebengesetzen.
 
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Blanke Waffen, im Gegensatze zu den Feuerwaffen, bei der Infanterie das Bajonett und der Degen, bei der Reiterei der Säbel, Pallasch und die Lanze.
 
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Blankieren, Börsenausdruck, soviel wie fixen (s. d.), später zu liefernde Papiere verkaufen, die man noch nicht besitzt. Vgl. Blanko.
 
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Blanko (franz. blanc, engl. blank, ital. bianco, span. blanco), weiß, leer, unausgefüllt, daher Blanko stellen in gedruckten oder geschriebenen Formularen

[Bd. 3, Sp. 20]


jeglicher Art die handschriftlich auszufüllenden Stellen. Blankoquittung, ein schriftliches Empfangsbekenntnis, das beispielsweise die Leistung (Geldsumme) nicht enthält. Der Überbringer einer derartigen Quittung ist nicht zum Empfange der Valuta (s. d.) ermächtigt (§ 370 des Bürgerlichen Gesetzbuches). Blankovollmacht, eine Vollmacht, die entweder den Namen des Bevollmächtigten oder den Gegenstand der Vollmacht nicht enthält; Blankozession, Abtretung einer Forderung, eines Anspruchs ohne Nennung des Erwerbsgrundes; jedoch kann nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 1192) eine Grundschuld jetzt nicht mehr durch Blankozession erworben werden. Blankoverkauf, der Verkauf von Waren, insbes. Effekten, die man nicht besitzt, die man aber hofft, später billiger anschaffen zu können, als man sie verkauft hat, also eine Spekulation à la baisse (vgl. Börse). In blanco stehen, soviel wie in Vorschuß stehen. Vgl. auch Blankett.
 
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Blankopapiere, Wertpapiere, auf denen der Name des Gläubigers noch unausgefüllt ist. Dieselben tragen den Charakter von Inhaberpapieren und werden durch Namensausfüllung, je nach der Art derselben, Rekta- oder Orderpapiere.
 
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Blankowechsel (auch bloß Blankett), im kaufmännischen Verkehr unausgefertigte, gedruckte oder sonst mechanisch vervielfältigte Wechselformulare, die gewöhnlich nur die Unterschrift des Ausstellers oder den bloßen Akzeptvermerk tragen. Der Nehmer des Blankowechsels ist im Zweifel befugt, vor Geltendmachung des Wechsels, bez. vor der Protesterhebung die fehlenden wesentlichen Bestandteile des Wechsels (s. d.) in das Blankett einzufügen oder dasselbe einem Dritten zur Ausfüllung zu übergeben. Wer einen B. als Aussteller oder Indossant begibt, trägt insofern ein erhebliches Risiko, als er gegenüber demjenigen Dritten, der den B. in gutem Glauben erworben, die vertragswidrige Ausfüllung desselben nicht geltend machen kann. Auch das Wechselakzept kann in blanco gegeben werden, so daß die Ausfüllung des Wechsels dem Wechselnehmer, bez. dem Wechselinhaber überlassen bleibt (Blankoakzept). Unter Blankoindossament versteht man ein solches Indossament, in dem der Indossatar nicht genannt ist, so daß das Indossament nur den Namen (oder die Firma) des Indossanten enthält, der zur Bezeichnung des Indossatars bestimmte, mitunter schon im voraus mit der vorgedruckten Formel: »Für mich an die Order des Herrn...« versehene Raum leer bleibt. Der in blanco girierte Wechsel wird durch bloße Übergabe übertragen (Blankogiro), gleicht daher dem Inhaberpapier. Der Wechselinhaber kann sich auch förmlich als Wechselgläubiger legitimieren, indem er sich als Indossatar des Blankogiros einträgt. Blankokredit (crédit à découvert) ist der Kredit, den man ohne Deckung (in hinterlegten Wertpapieren etc.) gewährt; eine besonders häufige Art desselben ist das Trassieren in blanco, d. h. das Ziehen von Wechseln auf eine Person, gegen die man eine Forderung nicht hat. Akzeptiert der so Bezogene, so spricht man wohl auch von einem Blankoakzept oder Kreditakzept.
 
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Blankscheit (franz. planchette), das Stahl- oder Fischbeinstück im Korsett.

 

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