Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Blanc-manger bis Blankenburg, Heinrich von (Bd. 3, Sp. 18 bis 19)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Blanc-manger (franz., spr. blang-mangschē, »weißes Essen«), aus Sahne, Mandelmilch etc. mit Hausenblase oder Stärkemehl, Vanille etc. bereitetes Gelee.
 
Artikelverweis 
Blanco, s. Meyers Blanko.
 
Artikelverweis 
Blanco, Präsident von Venezuela, s. Meyers Guzman Blanco.
 
Artikelverweis 
Blanco, Kap (»Weißes Vorgebirge«), Vorgebirge an der Nordwestküste von Afrika, unter 20°45' nördl. Br., an der Südspitze einer Landzunge, welche die Bahia del Galgo (Baie du Lévrier) einschließt. Das Kap bildet die Südgrenze der spanischen Saharaküste.
 
Artikelverweis 
Blandbill (spr. blännd-, auch Alisonbill), ein nordamerikan. Münzgesetz vom 28. Febr. 1878, benannt nach seinem Urheber, dem Deputierten Richard Parks Bland (geb. 1835 in Ohio, gest. 1899; Biographie von Byars, 1900), bezweckte, daß der Silberdollar wieder gesetzliches Zahlmittel werden sollte, und bestimmte, daß auf Rechnung des Schatzamtes monatlich mindestens 2 Mill. und höchstens 4 Mill. Silberdollar im Wertverhältnis von 1:15,988 geprägt, in Umlauf gebracht werden und an allen öffentlichen Kassen als gesetzliches Zahlungsmittel gelten sollten. Gleichzeitig wurde das Schatzamt ermächtigt, gegen Hinterlegung von Silbermünzen Depositenscheine (Silberzertifikate) auszugeben. An Stelle der B. trat die Silberbill (Windombill) vom 13. Aug. 1890, nach der monatlich Silberbullion im Gesamtbetrag von 41/2 Mill. Unzen zu einem Marktpreis angekauft werden sollten, der einen Dollar für 3713/4 Gran Feinsilber nicht übersteigen durfte. Als Zahlung konnten Schatzamtsnoten in Appoints von 11000 Doll. ausgegeben werden, die auf Verlangen in Münze einlösbar waren und, wenn eingelöst, von neuem ausgegeben werden konnten. Bis 1. Juli 1891 wurden monatlich 2 Mill. Unzen in Standard-Silberdollars geprägt; von da ab wurde die Prägung nur nach Bedarf für Einlösung von Schatzamtsnoten fortgesetzt. 1894 wurde das Gesetz wieder aufgehoben.
 
Artikelverweis 
Blandrāta (eigentlich Biandrata), Giorgio, Stifter der Unitarier in Polen und Siebenbürgen, geb. um 1515 zu Saluzzo in Piemont, gest. nach 1585, aus adligem Geschlecht, mußte wegen freierer Religionsansichten sein Vaterland verlassen und bekannte sich in Genf zu Calvins Lehren. Wegen seiner antitrinitarischen Meinungen mit diesem zerfallen, begab er sich 1558 nach Polen und von da, auf Calvins Anstiften verfolgt, 1563 nach Siebenbürgen, wo ihn Fürst Johann Siegmund zu seinem Leibarzt machte. Hier verschaffte er den Unitariern freie Religionsübung und gewann bedeutenden Einfluß. B. hat einige Abhandlungen und sozinianische Kontroversschriften hinterlassen.
 
Artikelverweis 
Blankahorn, Berg, s. Meyers Silvretta-Alpen.
 
Artikelverweis 
Blankenberg, früher Name von Blâmont (s. d.).
 
Artikelverweis 
Blankenberghe, Fischerdorf und Seebad in der belg. Provinz Westflandern, Arrond. Brügge, an der Nordsee, 13 km nordöstlich von Ostende, an der Staatsbahnlinie Brügge-Heyst, hat einen Hafen mit Leuchtturm, Schiffbau, eine Staatsknabenmittelschule und (1900) 5048 Einw.; wird jetzt jährlich von ca. 25,000 Gästen (meist Deutsche) besucht. Die mit Ziegelsteinen gepflasterten Dünen bilden eine etwa 2 km lange Promenade mit vielen Neubauten (für die Gäste), in deren Mitte sich das Kurhaus (Kasino) befindet, und einem 350 m langen Pier. Der Kanal von B., 12,1 km lang, führt von der Küste zu dem Brügge mit Ostende verbindenden Kanal.
 
Artikelverweis 
Blankenburg, 1) (B. am Harz) Kreisstadt im Luftkurort im Herzogtum Braunschweig, am Nordrande

[Bd. 3, Sp. 19]


des Harzes und an der Eisenbahn Halberstadt-B.-Tanne, 234 m ü. M., hat 2 evangelische und eine kath. Kirche, ein Schloß auf dem Blankenstein, mit Tiergarten, Gymnasium, Musikschule, 2 Nervenheilanstalten, Amtsgericht, Kreisdirektion, Oberforstamt, Elektrizitätswerk, Eisensteingruben, Kunstgießerei (Harzer Werke), Sandsteinbrüche, Steinhauerei, Bierbrauerei, Ziegelbrennerei, Garten- und Obstbau, Samenhandel und (1900) mit der Garnison (ein Infanteriebataillon Nr. 165) 10,173 meist evang. Einwohner. In der Umgegend befinden sich im O. die Klippenreihe der Teufelsmauer, mit Aussicht vom Großvaterstuhl (319 m) und Sandsteinbrüchen, im N. der Regenstein (s. d.), im W. der Ziegenkopf (408 m), mit Aussichtsturm und Wirtshaus, der Eichenberg (426 m), mit Aussichtsturm (Kaiserwarte), und noch weiter das ehemalige Kloster Michaelstein (jetzt Domäne). B. bildete früher unter dem Namen Hartingau eine Grafschaft und war Lehen des Bistums Halberstadt. Zu Anfang des 12. Jahrh. mit der Grafschaft Regenstein vereinigt, gehörte B. von 11921368 einer Seitenlinie an. Nach dem Tode des letzten Grafen, Johann Ernst, fiel die Grafschaft 1599 dem Herzog von Braunschweig zu. 1690 ward B. Ludwig Rudolf, dem zweiten Sohn Anton Ulrichs von Wolfenbüttel, übergeben, 1707 zum Fürstentum erhoben und 171431 selbständig regiert, dann aber, weil Ludwig Rudolf Herzog wurde, für immer mit Braunschweig vereint. In B. wohnte Ludwig XVIII. als Graf von Lille vom 24. Aug. 1796 bis 10. Febr. 1798. Von 180713 gehörte B. zum Königreich Westfalen. Vgl. Leibrock, Chronik der Stadt und des Fürstentums B. (Blankenb. 1864); Steinhoff, Geschichte der Grafschaft B. etc. (Quedlinb. 1891). 2) (B. in Thüringen) Stadt und Luftkurort in der schwarzburg-rudolstädt. Oberherrschaft, am Zusammenfluß der Rinne u. Schwarza, am Eingang in das Schwarzatal, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Arnstadt-Saalfeld u. B.-Schwarza, 226 m ü. M., hat eine evang. Kirche, ein Denkmal des Fürsten Georg von Schwarzburg-Rudolstadt und des Pädagogen Fr. Fröbel, ein Moorbad, Holzwaren- und Schlauchfabrikation, Holzschleiferei, Gerberei, Wollspinnerei, Maschinenfabrik, Steinbrüche, Sägemühlen und (1900) 2808 Einw. In der schönen Umgegend viele Villen. Nördlich liegt auf einem 160 m hohen Kalkfelsen die große Ruine des Schlosses Greifenstein, eine der schönsten Ruinen Thüringens (s. den Plan bei Art. »Burg«). Von Heinrich I. erbaut, war das Schloß von 12751583 der Sitz einer Seitenlinie der Grafen von Schwarzburg, der beide jetzt regierenden Linien entstammen.
 
Artikelverweis 
Blankenburg, Heinrich von, Geschichtschreiber, geb. 7. Okt. 1820 bei Köln, gest. 5. Jan. 1897 in Breslau, trat in das preußische Ingenieurkorps und leitete 185057 den Bau der Stammburg Hohenzollern, kam 1857 zum Generalstab und nahm, zum Oberstleutnant ernannt, den Abschied. Seitdem lebte er in Breslau, bis 1890 als Redakteur der »Schlesischen Zeitung«, der 1870/71 seine Kriegsberichte und Kritiken besondern Wert verliehen. 187073 war B. freikonservatives Mitglied des Abgeordnetenhauses. 1888 ward er geadelt. Er schrieb: »Der deutsche Krieg von 1866« (Leipz. 1868); »Die innern Kämpfe der nordamerikanischen Union bis zur Präsidentenwahl 1868« (das. 1869).

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: