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Blanche bis Blandbill (Bd. 3, Sp. 18)
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Artikelverweis Blanche (spr. blāngsch'), August, schwed. Schriftsteller, geb. 17. Sept. 1811 in Stockholm, gest. 30. Nov. 1868, studierte in Upsala die Rechte, wendete sich aber bald der Literatur zu und hatte Glück mit ernstern Dramen, wie »Der Arzt« (1845) und »Engelbrecht und die Dalekarlier« (1846). Bahnbrechend aber wirkten Lustspiele und Farcen, wie »Der Positivhasser« (1843), »Das Findelkind« (1847), »Eine reisende Theatergesellschaft« (1848) und viele andre. Sie sind voll von übersprudelnder Lustigkeit und manche schlagende Replik ist geflügeltes Wort geworden. Großer Berühmtheit erfreuten sich die Skizzen aus dem Stockholmer Volksleben, die im Feuilleton der »Illustrerad Tidning« als »Bilder aus der Wirklichkeit« erschienen und unter verschiedenen Titeln gesammelt wurden (»Bilder ur verkligheten«, 1863 bis 1865; daraus deutsch: »Erzählungen eines Mietkutschers«, übersetzt von E. Duncker, Brem. 1874, 2 Bde.). Blanches »Gesammelte Werke« erschienen zuletzt in 15 Bänden (Stockh. 188992). Vgl. N. Erdmann, August B. och hans samtid (Stockh. 1892).
 
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Blanche, Dent (spr. dang blāngsch'), s. Meyers Matterhorn.
 
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Blanchebai, Einschnitt in die Nordostküste der Gazellehalbinsel von Neupommern, im deutschen Bismarck-Archipel, 14 km lang, 7 km breit, rings von hohen Ufern eingefaßt. Am Nordrand erheben sich drei ansehnliche Vulkane, die 800 m hohe »Mutter« mit ihren beiden »Töchtern«, an deren Fuß die Insel Matupi (s. d.) liegt. Mitten in der Bai erheben sich zwei Felsen, die »Bienenkörbe«; 1878 entstand auch die aus Bimsstein bestehende »Vulkaninsel« (Ghaie). Die West- und Südküste ist eine fruchtbare, allmählich zum Varzinberg aufsteigende Hochebene. An der B. bestehen bereits die Stationen Herbertshöhe (s. d.), Malagunan, Karawara, Raluana, Ralum (s. d.).
 
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Blanchieren (franz., spr. blangsch-), Nahrungsmittel kurze Zeit mit Wasser kochen, um sie für die Zubereitung handlicher zu machen, oder um, wie beim Gemüse, nicht zuträgliche Bestandteile zu beseitigen.
 
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Blanchinĭus, s. Meyers Bianchini.
 
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Blanckenburg, Moritz Karl Henning von, konservativer Politiker, geb. 25. Mai 1815 auf dem Familiengut Zimmerhausen in Pommern, gest. daselbst 3. März 1888, studierte die Rechte, verließ aber 1843 den Justizdienst, um die Verwaltung der väterlichen Güter zu übernehmen. 185173 Mitglied des Abgeordnetenhauses, 186773 auch des norddeutschen und deutschen Reichstags, schloß er sich der äußersten Rechten an und ward allmählich ihr Führer. Als Bismarck den Kampf gegen die römische Hierarchie begann und die Gesetze über Schulaufsicht, Zivilehe u. a. vorlegte, zog sich B. vom politischen Leben gänzlich zurück, da er sich an dieser Politik des ihm befreundeten Reichskanzlers nicht beteiligen mochte.
 
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Blanc-manger (franz., spr. blang-mangschē, »weißes Essen«), aus Sahne, Mandelmilch etc. mit Hausenblase oder Stärkemehl, Vanille etc. bereitetes Gelee.
 
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Blanco, s. Meyers Blanko.
 
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Blanco, Präsident von Venezuela, s. Meyers Guzman Blanco.
 
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Blanco, Kap (»Weißes Vorgebirge«), Vorgebirge an der Nordwestküste von Afrika, unter 20°45' nördl. Br., an der Südspitze einer Landzunge, welche die Bahia del Galgo (Baie du Lévrier) einschließt. Das Kap bildet die Südgrenze der spanischen Saharaküste.
 
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Blandbill (spr. blännd-, auch Alisonbill), ein nordamerikan. Münzgesetz vom 28. Febr. 1878, benannt nach seinem Urheber, dem Deputierten Richard Parks Bland (geb. 1835 in Ohio, gest. 1899; Biographie von Byars, 1900), bezweckte, daß der Silberdollar wieder gesetzliches Zahlmittel werden sollte, und bestimmte, daß auf Rechnung des Schatzamtes monatlich mindestens 2 Mill. und höchstens 4 Mill. Silberdollar im Wertverhältnis von 1:15,988 geprägt, in Umlauf gebracht werden und an allen öffentlichen Kassen als gesetzliches Zahlungsmittel gelten sollten. Gleichzeitig wurde das Schatzamt ermächtigt, gegen Hinterlegung von Silbermünzen Depositenscheine (Silberzertifikate) auszugeben. An Stelle der B. trat die Silberbill (Windombill) vom 13. Aug. 1890, nach der monatlich Silberbullion im Gesamtbetrag von 41/2 Mill. Unzen zu einem Marktpreis angekauft werden sollten, der einen Dollar für 3713/4 Gran Feinsilber nicht übersteigen durfte. Als Zahlung konnten Schatzamtsnoten in Appoints von 11000 Doll. ausgegeben werden, die auf Verlangen in Münze einlösbar waren und, wenn eingelöst, von neuem ausgegeben werden konnten. Bis 1. Juli 1891 wurden monatlich 2 Mill. Unzen in Standard-Silberdollars geprägt; von da ab wurde die Prägung nur nach Bedarf für Einlösung von Schatzamtsnoten fortgesetzt. 1894 wurde das Gesetz wieder aufgehoben.

 

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