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Blaeu bis Blain (Bd. 3, Sp. 14 bis 15)
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Artikelverweis Blaeu (Bläuw, Blauw, auch Cäsius), Willem Janszoon, Buchdrucker und Gelehrter, geb. 1571 in Alkmaar, gest. 21. Okt. 1638, war in der Astronomie Schüler von Tycho Brahe und erwarb sich als Verbesserer der Buchdruckpresse und Mathematiker, vornehmlich aber durch Herausgabe von geographischen Kartenwerken und Anfertigung von Erd- und Himmelsgloben, die alle bisherigen an Sauberkeit der Ausführung und Genauigkeit übertrafen, einen geachteten Namen. Sein Sohn Joan (gest. 1673) führte das Geschäft in gleichem Sinne fort, weiterhin seine Enkel Johann und Peter, die namentlich Ausgaben klassischer Autoren lieferten, bis 1700. Vgl. Baudet, Levenen werken van W. J. B. (Utrecht 1871, Nachtrag 1872).
 
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Blafards, soviel wie Albinos.
 
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Blaffert, eine alte Silbermünze, in der Schweiz = 6 Rappen, am Oberrhein = 4 Albus.
 
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Blagaj, Ort bei Mostar, mit Burgruinen und Tropfsteinhöhle, war im 15. Jahrh. die Hauptstadt der Herzegowina.
 
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Blagoweschtschensk, Hauptstadt der russisch-sibir. Provinz Amur, links am Amur, der hier die Seja aufnimmt, mit Knaben- und Mädchengymnasium, geistlichem Seminar, Bibliothek, Buchdruckerei (mit russischer und mandschurischer Schrift), Filiale der Reichsbank, städtischer Bank, 4 Dampfmühlen, Eisengießerei, Dampfschiffahrt, Handel mit Tee, Getreide (Jahresumsatz 6 Mill. Rubel) und (1897) 32,606 Einw. B. wurde 1856 als Militärposten unter dem Namen Ust-Seisk angelegt und 1858 nach Abschluß des Vertrags von Aigun zur Hauptstadt des Amurgebiets erhoben, worauf die Kosaken die Stadt verließen und 7 km oberhalb Werchne-Blagoweschtschensk gründeten. Die Chinesen bombardierten 14. und 15. Juli 1900 erfolglos die Stadt.
 
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Blagowéschtschenskij Sawód, ein 1756 entstandener Bergwerksort im russ. Gouv. Ufa, an der Bjelaja, mit ca. 1000 Einw. Produziert werden jetzt ausschließlich landwirtschaftliche Geräte.
 
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Blague (franz., spr. blāg'), Aufschneiderei; davon Blagueur (spr. blagȫr), Prahler; blaguieren (spr. blagī-), aufschneiden.
 
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Blähhals, s. Meyers Halskrankheiten.
 
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Blähsucht, s. Meyers Blähungen und Meyers Aufblähen.
 
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Blähungen (Flatulenz, lat. Flatus, Crepitus ventris), im Darmkanal vorhandene Gase, die von Zeit zu Zeit durch den After abgehen, wenn sie sich aber im Darm anhäufen, allerhand Beschwerden verursachen. Manche Menschen leiden habituell an abnormer Anhäufung und Zurückhaltung der Darmgase (Blähsucht, Trommelsucht, Windsucht). Häufig sind B. Symptom von Entzündungen der Darmschleimhaut, Bauchfellentzündungen, Darmverschließungen, Einklemmungen etc. Die Gase entstehen durch Zersetzung der Nahrungsmittel, treten besonders auf

[Bd. 3, Sp. 15]


bei Personen mit schwacher Verdauung, bei verdorbenem Magen, nach überreichlichen Mahlzeiten, namentlich nach dem Genuß blähender, d. h. bei der Verdauung viel Gase entwickelnder Speisen und Getränke (Hülsenfrüchte, Kohl, Rüben, Most, junges Bier). Folgen der Luftanhäufung sind die Blähungsbeschwerden. Kolikartige, kneipende Schmerzen ziehen von einer Stelle des Unterleibes zur andern oder sitzen heftig zusammenschnürend an einer Stelle. Dazu kommen, weil das Zwerchfell durch die ausgedehnten Därme nach oben gedrückt wird, Atemnot, Herzklopfen, Kopfweh, Schwindel und Ohnmachten, Gemütsverstimmung. Abgang von B. erleichtert die Beschwerden, längeres Ausbleiben oder Versetzung der B. steigert das Übel. Die schwersten Fälle (Meteorismus, Tympanites) sieht man bei den tödlich endenden Bauchfellentzündungen und Darmverschlüssen. Die Behandlung der B. erfordert Vermeidung aller blähenden Speisen, Regulierung des Stuhlganges, fleißige Bewegung im Freien, Vermeidung von Erkältungen. Zuweilen leistet ein warmes Bad ersprießlichste Dienste. Bei Aufblähung ist nur durch sachkundige Untersuchung und Feststellung der Ursache Hilfe zu erwarten. Bei gleichzeitig vorhandenen heftigen Schmerzen im Unterleib unterlasse man das Streichen und Kneten, bis der Arzt es erlaubt hat. In den leichtern Fällen tun oft die sogen. blähungtreibenden Mittel (Carminativa): Kamillen, Fenchel, Anis, Pfefferminztee, gute Dienste. In ganz schweren Fällen hat man den Darm mit einem feinen Trokar angestochen oder durch ein langes Mastdarmrohr die Luft mechanisch entleert.
 
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Blain., Blainv., bei Tiernamen Abkürzung für H. M. Ducrotay de Blainville (s. d.).

 

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