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Biwak bis Bizet (Bd. 3, Sp. 8 bis 9)
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Artikelverweis Biwak (franz. Bivouac, vom deutschen Bei- oder Biwacht), die einfachste Form des militärischen Lagers unter freiem Himmel, die zur Anwendung kommt, wenn z. B. Anhäufung von Truppen oder die durch die militärische Lage geforderte Kampfbereitschaft Gewährung von Ortsunterkunft nicht gestatten. Mindestens wird dann ein großer Teil schon aus taktischen Rücksichten unter freiem Himmel ohne jede Bequemlichkeit biwakieren müssen. Die Truppen sind hierbei, in taktischen Körpern zusammengehalten, durch Alarmierung in sofortige Kampfbereitschaft zu versetzen. Im französischen Heer wurden seit dem 18. Jahrh. Zelte benutzt, sie wurden in den Revolutionskriegen abgeschafft, später wieder eingeführt und erwiesen sich im Kriege 1870/71 als lästig. Neuerdings wurden auch im deutschen Heere kleine, tragbare, wasserdichte Zelte eingeführt, die sich wohl bewähren werden, wenn der Winter nicht, wie es früher üblich war, die Kriegshandlungen unterbricht. Um dem B. die Truppenbedürfnisse (Stroh, Holz, Bretter, Lebensmittel etc.) möglichst zugänglich zumachen, bezieht man gern benachbarte Ortschaften (Ortschaftsbiwaks) mit ein, auch lehnt man, um den Unbilden der Witterung zu begegnen, das B. an Wald- und Höhenränder an. Die Infanterie lagert im B. bei ihren zusammengesetzten Gewehren, die Reiterei bei ihren angekoppelten Pferden, die Artillerie hinter ihrem Geschützpark.
 
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Bixa L., Gattung der Bixazeen, mit der einzigen Art B. Orellana L. (Orlean-, Roucou-, Açafraobaum), s. Tafel Meyers »Farbpflanzen«, Fig. 6.
 
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Bixazeen (Orleangewächse), dikotyle, nur 16 Arten umfassende, in der warmen Zone einheimische Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Cistifloren, zunächst mit den Cistazeen verwandt. Auch zu den Tiliazeen stehen die B. in naher Beziehung.
 
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Bixīn, s. Orlean.
 
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Bixĭo, Girolamo Nino, ital. Freiheitskämpfer, geb. 2. Okt. 1821, gest. 16. Dez. 1873, gehörte der sardinischen Handelsmarine an und schloß sich 1848 den Freischaren gegen die Österreicher an. Er kämpfte zuerst bei dem Aufstande Genuas, dann bei Vicenza, Treviso und Venedig, 1849 unter Garibaldi bei der Verteidigung Roms, wo er schwer verwundet ward. Nach der Einnahme Roms durch die Franzosen kehrte er auf die See zurück, stellte sich aber 1859 Cavour zur Verfügung, kämpfte am Stilfser Joch (8. Juli) und ward zum Major befördert. Nach dem Frieden von Villafranca erhielt er das Kommando eines toskanischen Regiments, nahm aber schon im November seine Entlassung. 1860 bemächtigte er sich in Garibaldis Auftrag im Hafen von Genua zweier der Kompagnie Rubattino gehörigen Dampfer, auf denen die »Freischar der Tausend« nach Sizilien überfuhr. Nach den Gefechten von Calatafimi und Palermo zum Brigadier ernannt, nahm er von Reggio Besitz und trug zum Siege am Volturno bei. Zum Generalleutnant befördert, trat er 1862 ins italienische Heer über, führte im März 1866 eine Division, ebenso 1870, wo er bei der Expedition gegen Rom Civitavecchia zur Übergabe zwang. Der Deputiertenkammer gehörte er seit der Gründung des Königreichs Italien an; im Februar 1870 ward er Senator. Bald darauf trat er aus dem Heer aus und unternahm 1873 mit einem für ihn erbauten Handelsschiff Maddaloni eine Expedition nach Ostasien, wo er auf Java an der Cholera starb. Seine Biographie schrieben Guerzoni (2. Aufl., Flor. 1875, 2 Bde.) und Delvecchio (Genua 1887).
 
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Biyakushi, s. Angelica.
 
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Bizarr (franz. bizarre, ital. bizzarro), wunderlich, ungereimt, seltsam. Die Bizarrerie sucht mit Absichtlichkeit das Seltsame und Auffallende, strebt, sich den Schein des Außerordentlichen zu geben, weicht, Originalität affektierend, von allgemein gültigen Sitten und Normen ab und wirkt dadurch bisweilen wider Willen komisch. Der bizarre Geschmack in der Kunst verschmäht die von der Natur abgeleiteten oder aus der Überlieferung entsprungenen Regeln und artet aus Originalitätssucht ins Sonderbare, Verzerrte und Ungeheuerliche aus; er bekundet sich zumeist in der Vernachlässigung der Technik oder in der Übertreibung oder ungesunden Anwendung der technischen Verfahren.
 
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Bizarre (Bizard, Bisarde, franz.), Blumen (besonders Nelken, Tulpen) mit breiten Farbenstreifen.
 
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Bize (spr. bīs'), Flecken im franz. Depart. Aude, Arrond. Narbonne, an der Cesse und der Südbahn, mit Weinbau, Kohlen- u. Marmorgruben und (1901) 1306 Einw. In der Nähe wurden in Höhlen interessante Funde aus vorgeschichtlicher Zeit gemacht.
 
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Bizerte, Stadt, s. Biserta.

[Bd. 3, Sp. 9]



 
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Bizet (spr. bisä), Georges (eigentlich Alexandre César Léopold B.), franz. Komponist, geb. 25. Okt. 1838 in Paris, gest. 3. Juni 1875 in Bougival bei Paris, machte seine Studien am Pariser Konservatorium unter Halévy (dessen Tochter Geneviève seine Frau wurde) und Zimmermann und errang 1857 den Römerpreis. Kurz vorher hatte er mit der Operette »Le docteur Miracle« bei einer von Offenbach, damals Unternehmer der Bouffes-Parisiens, veranstalteten Preisbewerbung gesiegt, fand daher nach der Rückkehr aus Rom die Pforten der Theater seinen Werken offen und brachte zunächst die komischen Opern »Les pêcheurs de perles« (1863) und »La jolie fille de Perth« (1867), die aber wegen ihres bemerkbaren Anschlusses an die Prinzipien Richard Wagners Widerspruch erweckten und beim Publikum nur eine laue Aufnahme fanden. Das gleiche Schicksal hatte auch »Djamileh« (1872), wogegen bald darauf seine Musik zu Daudets Drama »L'Arlésienne« sowohl im Theater als namentlich im Konzert großen Beifall fand. Zu einem Siegeszug über die Bühnen der Welt gestaltete sich aber der Erfolg seiner besten Oper »Carmen« (1875), deren seltsame, aber mit speziellem Bühnengeschick bewirkte Mischung tragischer, romantischer und operettenhafter Elemente dem Zeitgeschmack entgegenkam. Doch wurde auch diese Oper in Frankreich erst nach Verdienst gewürdigt, nachdem sie im Auslande, besonders in Deutschland, begeisterte Aufnahme gefunden hatte. Sein früher Tod machte der so verheißungsvoll begonnenen Laufbahn ein jähes Ende. Seine Biographie schrieben Pigot (Par. 1886), Bellaigue (das. 1891) und Voß (1899, in Reclams Universalbibliothek).

 

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