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Bittermandelöl bis Bitter, Weltersches (Bd. 3, Sp. 6)
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Artikelverweis Bittermandelöl, ätherisches, findet sich nicht fertig gebildet in der Natur, entsteht aus Amygdalin, das bei Einwirkung von meist gleichzeitig mit ihm vorkommenden Emulsin und Wasser in Benzaldehyd, Traubenzucker und Blausäure (Cyanwasserstoff) zerfällt. Daher tritt B. auf, wenn man amygdalinhaltige bittere Mandeln, Aprikosen-, Pfirsichkerne etc. zerstößt und mit Wasser anrührt. Zur Darstellung werden entfettete bittere Mandeln, meist aber kleinasiatische entfettete Aprikosenkerne mit Wasser destilliert (Ausbeute 0,50,7, aus Aprikosenkernen 0,61 Proz.). B. besteht aus Benzaldehyd und enthält noch Cyanwasserstoff und Phenyloxyacetonitril (aus Benzaldehyd und Cyanwasserstoff entstanden); es ist gelblich, stark lichtbrechend, riecht angenehm, betäubend, an Blausäure erinnernd, schmeckt brennend gewürzhaft, spez. Gew. 1,0451,06, löst sich in etwas mehr als 300 Teilen Wasser, leicht in Alkohol und oxydiert sich an der Luft schnell zu Benzoesäure. B. ist wegen seines Gehalts an Blausäure (25 Proz.) sehr giftig, kann aber durch Behandeln mit Kalkmilch und Eisenvitriol und Destillation von dem Blausäuregehalt befreit werden. Es dient zu Parfümerien, Likören, selten als Arzneimittel. Künstlicher Benzaldehyd aus Benzylchlorid eignet sich wegen schlechten Geruchs und Geschmacks (durch Gehalt an gechlorten Produkten) nur zur Herstellung gewöhnlicher Seifen. Häufiger wird als Surrogat das sehr ähnlich riechende Nitrobenzol (Mirbanessenz) benutzt.
 
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Bittermandelölchlorid, soviel wie Benzalchlorid.
 
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Bittermandelölgrün, s. Malachitgrün.
 
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Bittermandelwasser (Aqua amygdalarum, amararum), Destillat aus 12 Teilen abgepreßten und gepulverten bittern Mandeln und 20 Teilen Wasser. Man fängt 9 Teile Destillat in einer Vorlage mit 3 Teilen Weingeist auf und verdünnt das Destillat mit einer Mischung aus einem Teil Weingeist und 3 Teilen Wasser, bis es 0,1 Proz. Blausäure enthält. B. ist klar oder fast klar, riecht und schmeckt bittermandelartig und dient bei schmerzhaften Leiden des Magens und Darmes, der Bronchial- und Lungenschleimhaut. Statt des Bittermandelwassers wird auch Kirschlorbeerwasser benutzt. Eine Mischung von B. mit 19 Teilen Wasser wird als Kirschwasser benutzt.
 
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Bittermittel (lat. Amara), bittere vegetabilische Mittel: Wermut, Pomeranzen, Enzian, Bitterklee, Condurango, Quassia etc., die einen Bitterstoff enthalten und, da sie den Appetit reizen, gegen Schwäche des Magens und Darmkanals etc. gebraucht werden.
 
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Bittersalz, s. Meyers Schwefelsaure Magnesia.
 
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Bitterspat, Mineral, s. Dolomit und Magnesit.
 
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Bitterstoffe, nicht näher erforschte Pflanzenstoffe. Der bittere Geschmack der Pflanzen kann von einem Gehalt an Alkaloiden, Glykosiden, Harzen, Ölen, Farbstoffen und eigentümlichen Säuren herrühren. Die zu diesen Gruppen nicht gehörigen bitter schmeckenden, indifferenten, stickstofffreien Pflanzenbestandteile nennt man jetzt im engern Sinne B. Sie sind gewöhnlich schwer rein darzustellen, manche sind kristallisierbar. Sie scheinen die Träger der arzneilichen Wirkungen mancher Pflanzen zu sein und werden auch arzneilich benutzt. Mehrere B. sind giftig.
 
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Bittersüß, soviel wie Solanum Dulcamara.
 
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Bitterwässer, s. Meyers Mineralwässer.
 
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Bitter, Weltersches, soviel wie Pikrinsäure.

[Bd. 3, Sp. 7]


 

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