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Bitterlich bis Bittersüß (Bd. 3, Sp. 6)
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Artikelverweis Bitterlich, Eduard, Maler, geb. 1834 zu Stupnicka in Galizien, gest. 20. Mai 1872 in Wien, bildete sich bei Waldmüller in Wien und ging 1855 nach Venedig, um die Meisterwerke der dortigen Museen und Kirchen für das Bilderwerk des Österreichischen Lloyd zu kopieren. Nach seiner Rückkehr trat er in Rahls Atelier, arbeitete mit diesem am Wiener Opernhaus und führte nach dem Tode des Meisters dessen Entwürfe mit Griepenkerl vollends aus. Von seinen eignen Arbeiten sind zu erwähnen: die pompejanischen Darstellungen im Palais Ypsilanti, die Fresken im Speisesaal des Grand Hôtel, die »Künste« für das Tietzsche Haus, die Fresken für das Guttmannsche Haus und die drei Grazien in Aquarell (1871), bekannt durch die chromolithographische Nachbildung der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst.
 
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Bitterling (Rhodeus Agass.), Edelfischgattung aus der Familie der Karpfen (Cyprinidae), gedrungen gebaute, hochrückige Fische mit halb unterständigem Maul und über den Bauchflossen stehender Rückenflosse. Der B. (R. amarus Bl.), 58 cm lang, mit großen Schuppen, auf dem Rücken graugrün, an den Seiten silberglänzend, mit grünen Längsstreifen von der Mitte des Leibes bis zum Schwanz und rötlichen, schwarz pigmentierten Flossen, bewohnt Mittel- und Osteuropa und einen Teil Asiens, besonders die sogen. toten Arme der Flüsse und Bäche. In der Laichzeit (April bis Juni) schillert das Männchen in allen Regenbogenfarben und trägt über der Oberlippe weiße Warzen (s. Tafel Meyers »Hochzeitskleider II«, Fig. 7). Beim Weibchen entwickelt sich eine rötliche, bis 5 cm lange Legeröhre, mittels der es seine Eier in die Kiemen der Flußmuscheln legt, worauf das Männchen die Eier befruchtet. Der B. eignet sich vorzüglich für Aquarien, sein bitteres Fleisch ist ungenießbar.
 
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Bittermandelöl, ätherisches, findet sich nicht fertig gebildet in der Natur, entsteht aus Amygdalin, das bei Einwirkung von meist gleichzeitig mit ihm vorkommenden Emulsin und Wasser in Benzaldehyd, Traubenzucker und Blausäure (Cyanwasserstoff) zerfällt. Daher tritt B. auf, wenn man amygdalinhaltige bittere Mandeln, Aprikosen-, Pfirsichkerne etc. zerstößt und mit Wasser anrührt. Zur Darstellung werden entfettete bittere Mandeln, meist aber kleinasiatische entfettete Aprikosenkerne mit Wasser destilliert (Ausbeute 0,50,7, aus Aprikosenkernen 0,61 Proz.). B. besteht aus Benzaldehyd und enthält noch Cyanwasserstoff und Phenyloxyacetonitril (aus Benzaldehyd und Cyanwasserstoff entstanden); es ist gelblich, stark lichtbrechend, riecht angenehm, betäubend, an Blausäure erinnernd, schmeckt brennend gewürzhaft, spez. Gew. 1,0451,06, löst sich in etwas mehr als 300 Teilen Wasser, leicht in Alkohol und oxydiert sich an der Luft schnell zu Benzoesäure. B. ist wegen seines Gehalts an Blausäure (25 Proz.) sehr giftig, kann aber durch Behandeln mit Kalkmilch und Eisenvitriol und Destillation von dem Blausäuregehalt befreit werden. Es dient zu Parfümerien, Likören, selten als Arzneimittel. Künstlicher Benzaldehyd aus Benzylchlorid eignet sich wegen schlechten Geruchs und Geschmacks (durch Gehalt an gechlorten Produkten) nur zur Herstellung gewöhnlicher Seifen. Häufiger wird als Surrogat das sehr ähnlich riechende Nitrobenzol (Mirbanessenz) benutzt.
 
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Bittermandelölchlorid, soviel wie Benzalchlorid.
 
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Bittermandelölgrün, s. Malachitgrün.
 
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Bittermandelwasser (Aqua amygdalarum, amararum), Destillat aus 12 Teilen abgepreßten und gepulverten bittern Mandeln und 20 Teilen Wasser. Man fängt 9 Teile Destillat in einer Vorlage mit 3 Teilen Weingeist auf und verdünnt das Destillat mit einer Mischung aus einem Teil Weingeist und 3 Teilen Wasser, bis es 0,1 Proz. Blausäure enthält. B. ist klar oder fast klar, riecht und schmeckt bittermandelartig und dient bei schmerzhaften Leiden des Magens und Darmes, der Bronchial- und Lungenschleimhaut. Statt des Bittermandelwassers wird auch Kirschlorbeerwasser benutzt. Eine Mischung von B. mit 19 Teilen Wasser wird als Kirschwasser benutzt.
 
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Bittermittel (lat. Amara), bittere vegetabilische Mittel: Wermut, Pomeranzen, Enzian, Bitterklee, Condurango, Quassia etc., die einen Bitterstoff enthalten und, da sie den Appetit reizen, gegen Schwäche des Magens und Darmkanals etc. gebraucht werden.
 
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Bittersalz, s. Meyers Schwefelsaure Magnesia.
 
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Bitterspat, Mineral, s. Dolomit und Magnesit.
 
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Bitterstoffe, nicht näher erforschte Pflanzenstoffe. Der bittere Geschmack der Pflanzen kann von einem Gehalt an Alkaloiden, Glykosiden, Harzen, Ölen, Farbstoffen und eigentümlichen Säuren herrühren. Die zu diesen Gruppen nicht gehörigen bitter schmeckenden, indifferenten, stickstofffreien Pflanzenbestandteile nennt man jetzt im engern Sinne B. Sie sind gewöhnlich schwer rein darzustellen, manche sind kristallisierbar. Sie scheinen die Träger der arzneilichen Wirkungen mancher Pflanzen zu sein und werden auch arzneilich benutzt. Mehrere B. sind giftig.
 
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Bittersüß, soviel wie Solanum Dulcamara.

 

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