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Bitteresche bis Bittermandelöl (Bd. 3, Sp. 6)
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Artikelverweis Bitteresche, soviel wie Quassia.
 
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Bitterfeld, Kreisstadt im preuß. Regbez. Merseburg, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Berlin-Weißenfels, B.-Leipzig, B.-Stumsdorf u. B.-Zerbst, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Realschule, Amtsgericht, chemische Fabrik und elektrochemische Werke, Eisengießereien und Maschinenfabriken, Tonwaren-, Brikett-, Spritzen-, Pappe-, Papier- und Ölfabrikation, Bierbrauerei, Ziegeleien, Braunkohlenbergbau und (1900) 11,839 Einw., darunter 840 Katholiken. B. wird schon 1136 als Stadt erwähnt.
 
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Bitterholzbaum, s. Quassia und Simaruba.
 
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Bitterkalk, Mineral, s. Dolomit.
 
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Bitterkeit, Empfindung der Geschmacksorgane, die sich besonders am hintern Teil der Zunge und am Gaumen bemerkbar macht und länger als jeder andre Geschmack andauert. Der rein bittere Geschmack wird häufig durch Beimengungen von Süß, Sauer u. dgl. unangenehmer, oft ekelerregend. Vgl. Bitterstoffe.
 
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Bitterklee, s. Meyers Menyanthes.
 
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Bitterkleesalz, fälschliche Bezeichnung des Sauerkleesalzes und wegen leichter Verwechselung mit dem Bittersalz gefährlich, da das Sauerkleesalz (oxalsaures Kali) sehr giftig ist.
 
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Bitterkresse, s. Cardamine.
 
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Bitterlich, Eduard, Maler, geb. 1834 zu Stupnicka in Galizien, gest. 20. Mai 1872 in Wien, bildete sich bei Waldmüller in Wien und ging 1855 nach Venedig, um die Meisterwerke der dortigen Museen und Kirchen für das Bilderwerk des Österreichischen Lloyd zu kopieren. Nach seiner Rückkehr trat er in Rahls Atelier, arbeitete mit diesem am Wiener Opernhaus und führte nach dem Tode des Meisters dessen Entwürfe mit Griepenkerl vollends aus. Von seinen eignen Arbeiten sind zu erwähnen: die pompejanischen Darstellungen im Palais Ypsilanti, die Fresken im Speisesaal des Grand Hôtel, die »Künste« für das Tietzsche Haus, die Fresken für das Guttmannsche Haus und die drei Grazien in Aquarell (1871), bekannt durch die chromolithographische Nachbildung der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst.
 
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Bitterling (Rhodeus Agass.), Edelfischgattung aus der Familie der Karpfen (Cyprinidae), gedrungen gebaute, hochrückige Fische mit halb unterständigem Maul und über den Bauchflossen stehender Rückenflosse. Der B. (R. amarus Bl.), 58 cm lang, mit großen Schuppen, auf dem Rücken graugrün, an den Seiten silberglänzend, mit grünen Längsstreifen von der Mitte des Leibes bis zum Schwanz und rötlichen, schwarz pigmentierten Flossen, bewohnt Mittel- und Osteuropa und einen Teil Asiens, besonders die sogen. toten Arme der Flüsse und Bäche. In der Laichzeit (April bis Juni) schillert das Männchen in allen Regenbogenfarben und trägt über der Oberlippe weiße Warzen (s. Tafel Meyers »Hochzeitskleider II«, Fig. 7). Beim Weibchen entwickelt sich eine rötliche, bis 5 cm lange Legeröhre, mittels der es seine Eier in die Kiemen der Flußmuscheln legt, worauf das Männchen die Eier befruchtet. Der B. eignet sich vorzüglich für Aquarien, sein bitteres Fleisch ist ungenießbar.
 
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Bittermandelöl, ätherisches, findet sich nicht fertig gebildet in der Natur, entsteht aus Amygdalin, das bei Einwirkung von meist gleichzeitig mit ihm vorkommenden Emulsin und Wasser in Benzaldehyd, Traubenzucker und Blausäure (Cyanwasserstoff) zerfällt. Daher tritt B. auf, wenn man amygdalinhaltige bittere Mandeln, Aprikosen-, Pfirsichkerne etc. zerstößt und mit Wasser anrührt. Zur Darstellung werden entfettete bittere Mandeln, meist aber kleinasiatische entfettete Aprikosenkerne mit Wasser destilliert (Ausbeute 0,50,7, aus Aprikosenkernen 0,61 Proz.). B. besteht aus Benzaldehyd und enthält noch Cyanwasserstoff und Phenyloxyacetonitril (aus Benzaldehyd und Cyanwasserstoff entstanden); es ist gelblich, stark lichtbrechend, riecht angenehm, betäubend, an Blausäure erinnernd, schmeckt brennend gewürzhaft, spez. Gew. 1,0451,06, löst sich in etwas mehr als 300 Teilen Wasser, leicht in Alkohol und oxydiert sich an der Luft schnell zu Benzoesäure. B. ist wegen seines Gehalts an Blausäure (25 Proz.) sehr giftig, kann aber durch Behandeln mit Kalkmilch und Eisenvitriol und Destillation von dem Blausäuregehalt befreit werden. Es dient zu Parfümerien, Likören, selten als Arzneimittel. Künstlicher Benzaldehyd aus Benzylchlorid eignet sich wegen schlechten Geruchs und Geschmacks (durch Gehalt an gechlorten Produkten) nur zur Herstellung gewöhnlicher Seifen. Häufiger wird als Surrogat das sehr ähnlich riechende Nitrobenzol (Mirbanessenz) benutzt.

 

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