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Bitsch bis Bitterkeit (Bd. 3, Sp. 5 bis 6)
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Artikelverweis Bitsch (Bitche, früher Kaltenhausen), Stadt im deutschen Bezirk Lothringen, Kreis Saargemünd, an der Horn, in den Vogesen und an der Eisenbahn Hagenau-Beningen, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, ein Progymnasium, Amtsgericht, 3 Oberförstereien, Schuhfabrikation und (1900) mit der Garnison (2 Jägerbataillone Nr. 4 und Nr. 10) 3646 meist kath. Einwohner. Auf einem Felsen, 79 m über der Stadt, die gleichnamige Bergfestung, als Castrum Bithis schon 1128 genannt, jetzt ohne strategische Bedeutung. B., ehedem eine zum Herzogtum Lothringen gehörige Grafschaft, kam 1297 durch Heirat an Eberhard vom Haus Zweibrücken und verblieb dessen Nachkommen bis 1569, worauf sie an Lothringen zurückfiel und mit diesem 1766 französisch wurde. Vom 11. Juli bis 30. Aug. 1815 ward B. von den Preußen blockiert. Auch 1870/71 wurde B. nach der Schlacht von Wörth eingeschlossen, ohne genommen zu werden. Vgl. Irle, Die Festung B. (3. Aufl., Straßb. 1902).
 
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Bitschweiler, Dorf im deutschen Bezirk Oberelsaß, Kreis Thann, an der Thur, in den Vogesen und an der Eisenbahn Mülhausen-Wesserling, hat eine kath. Kirche, Maschinenbau, Baumwollweberei, Steinbruch und (1900) 2355 Einw.
 
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Bitte, erste, s. Meyers Exspektanzen.
 
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Bitter, 1) Karl Hermann, Staatsmann und Musikschriftsteller, geb. 27. Febr. 1813 in Schwedt a. O., gest. 12. Sept. 1885 in Berlin, studierte die Rechte, wirkte seit 1846 in Frankfurt, später in Minden als Regierungsrat, war 185660 preußisches Mitglied der europäischen Donaukommission in Galatz, wurde 1860 Oberinspektor der Rheinschiffahrt in Mannheim, 1869 Oberregierungsrat der Finanzabteilung in Posen, 1870 während des Krieges mit Frankreich Präfekt des Vogesendepartements, 1871 Zivilkommissar in Nancy, 1872 Regierungspräsident in Schleswig und 1876 in Düsseldorf. 1877 zum Unterstaatssekretär im Ministerium des Innern, im Februar 1879 zum Vorsitzenden der auf Grund des Sozialistengesetzes gebildeten Reichskommission und 7. Juli 1879 zum preußischen Finanzminister ernannt, nahm er im Juni 1882 seinen Abschied. Er veröffentlichte eine Reihe musikgeschichtlicher Arbeiten, unter denen sich namentlich die folgenden auszeichneten: »Johann Sebastian Bach« (Berl. 1865, 2 Tle.; 2. Aufl. 1881, 4 Bde.); »Karl Philipp Emanuel und Wilhelm Friedemann Bach und deren Brüder« (das. 1868, 2 Bde.); »Beiträge zur Geschichte des Oratoriums« (das. 1872); »Gesammelte Schriften« (Leipz. 1884). Auch gab er Karl Löwes Selbstbiographie (Berl. 1870) heraus.

[Bd. 3, Sp. 6]


2) Rudolf von, preuß. Staatsmann, geb. 8. Jan. 1846 in Berlin als Sohn des Präsidenten der Seehandlung v. B., studierte die Rechte und trat 1866 in den Staatsdienst. Nachdem er den Krieg gegen Frankreich mitgemacht, trat er Anfang 1873 zur allgemeinen Staatsverwaltung über und wurde 1875 Landrat in Waldenburg; im Abgeordnetenhaus war er Mitglied der freikonservativen Partei. 1888 wurde er zum Regierungspräsidenten in Oppeln ernannt, im Februar 1898 Direktor im Ministerium des Innern und 1. Okt. 1899 Oberpräsident der Provinz Posen.
 
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Bitterdistel, s. Meyers Cnicus.
 
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Bittererde, soviel wie Magnesia.
 
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Bitteresche, soviel wie Quassia.
 
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Bitterfeld, Kreisstadt im preuß. Regbez. Merseburg, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Berlin-Weißenfels, B.-Leipzig, B.-Stumsdorf u. B.-Zerbst, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Realschule, Amtsgericht, chemische Fabrik und elektrochemische Werke, Eisengießereien und Maschinenfabriken, Tonwaren-, Brikett-, Spritzen-, Pappe-, Papier- und Ölfabrikation, Bierbrauerei, Ziegeleien, Braunkohlenbergbau und (1900) 11,839 Einw., darunter 840 Katholiken. B. wird schon 1136 als Stadt erwähnt.
 
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Bitterholzbaum, s. Quassia und Simaruba.
 
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Bitterkalk, Mineral, s. Dolomit.
 
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Bitterkeit, Empfindung der Geschmacksorgane, die sich besonders am hintern Teil der Zunge und am Gaumen bemerkbar macht und länger als jeder andre Geschmack andauert. Der rein bittere Geschmack wird häufig durch Beimengungen von Süß, Sauer u. dgl. unangenehmer, oft ekelerregend. Vgl. Bitterstoffe.

 

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