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Bitlis bis Bittererde (Bd. 3, Sp. 5 bis 6)
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Artikelverweis Bitlis, Haupthandelsstadt Armeniens und Hauptort des kleinasiatischen Wilajets B. (mit den Liwas B., Musch, Gindsch und Saird, 27,100 qkm mit 398,700 Einw.), am Fluß B., einem nördlichen Zufluß des Tigris, an der Straße von Trapezunt und Erzerum nach Mosul, 1550 m ü. M. Sie besitzt reiche Obstgärten, einen Basar, 32 Moscheen, 12 Klöster und mehrere armenische Kirchen. B. hat 25,000 Einw. (davon etwa 2/3 Mohammedaner, 1/3 Armenier). Haupterwerbszweige sind Baumwollweberei, Färberei und Gerberei. B., nach der Sage von Alexander d. Gr. erbaut, wurde 648 n. Chr. von dem Befehlshaber Justinus dem Feldherrn des Kalifen Omar übergeben und stand später unter eignen Chans. Der Turkmene Uzun Hasan (1467) ließ die Festung drei Jahre lang (vergeblich) belagern; nachdem aber Sultan Murad IV. 1638 Eriwan erobert hatte, unterwarf sich ihm der Chan von B. Die Stadt ist der Geburtsort des osmanischen Geschichtschreibers Edris und des Dichters Schukri.
 
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Bitolĭa, s. Meyers Monastir.
 
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Biton, s. Kleobis und Biton.
 
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Biton, griech. Schriftsteller, ist Verfasser einer Attalos I. (241197) oder Attalos II. (159138 v. Chr.) von Pergamon gewidmeten Schrift über den Bau von Kriegsmaschinen und Katapulten (hrsg. von Wescher, Poliorcétique des Grecs, Par. 1867).
 
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Bitonto, Stadt in der ital. Provinz Bari, 9 km vom Meer, in herrlicher Ebene, ist Sitz eines Bischofs, hat eine alte, dreischiffige, reichverzierte Kathedrale, Ringmauern und ein Kastell, einen gotischen Palast, ein neues Theater, ein theologisches Seminar und (1901) 30,617 Einw., die vorzüglichen Weinbau (Zagarese), Ölgewinnung und lebhaften Handel treiben. B., eine altgriechische Kolonie, ist das Butuntum der Römer und ward 975 von den Sarazenen erobert. Im Mittelalter blühte hier die Accademia degl' Infiammati, und ein zahlreicher gebildeter Adel wählte von alters her B. zu seinem Lieblingssitz. Hier zwangen 25. Mai 1734 die Spanier unter Montemar (später »Duca di B.«) 9000 Österreicher unter Graf Visconti zur Übergabe. Zum Andenken an diesen Sieg, der Neapel wieder an Spanien brachte, ließ Philipp V. von Spanien ein Denkmal auf dem Schlachtfeld errichten.
 
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Bitsch (Bitche, früher Kaltenhausen), Stadt im deutschen Bezirk Lothringen, Kreis Saargemünd, an der Horn, in den Vogesen und an der Eisenbahn Hagenau-Beningen, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, ein Progymnasium, Amtsgericht, 3 Oberförstereien, Schuhfabrikation und (1900) mit der Garnison (2 Jägerbataillone Nr. 4 und Nr. 10) 3646 meist kath. Einwohner. Auf einem Felsen, 79 m über der Stadt, die gleichnamige Bergfestung, als Castrum Bithis schon 1128 genannt, jetzt ohne strategische Bedeutung. B., ehedem eine zum Herzogtum Lothringen gehörige Grafschaft, kam 1297 durch Heirat an Eberhard vom Haus Zweibrücken und verblieb dessen Nachkommen bis 1569, worauf sie an Lothringen zurückfiel und mit diesem 1766 französisch wurde. Vom 11. Juli bis 30. Aug. 1815 ward B. von den Preußen blockiert. Auch 1870/71 wurde B. nach der Schlacht von Wörth eingeschlossen, ohne genommen zu werden. Vgl. Irle, Die Festung B. (3. Aufl., Straßb. 1902).
 
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Bitschweiler, Dorf im deutschen Bezirk Oberelsaß, Kreis Thann, an der Thur, in den Vogesen und an der Eisenbahn Mülhausen-Wesserling, hat eine kath. Kirche, Maschinenbau, Baumwollweberei, Steinbruch und (1900) 2355 Einw.
 
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Bitte, erste, s. Meyers Exspektanzen.
 
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Bitter, 1) Karl Hermann, Staatsmann und Musikschriftsteller, geb. 27. Febr. 1813 in Schwedt a. O., gest. 12. Sept. 1885 in Berlin, studierte die Rechte, wirkte seit 1846 in Frankfurt, später in Minden als Regierungsrat, war 185660 preußisches Mitglied der europäischen Donaukommission in Galatz, wurde 1860 Oberinspektor der Rheinschiffahrt in Mannheim, 1869 Oberregierungsrat der Finanzabteilung in Posen, 1870 während des Krieges mit Frankreich Präfekt des Vogesendepartements, 1871 Zivilkommissar in Nancy, 1872 Regierungspräsident in Schleswig und 1876 in Düsseldorf. 1877 zum Unterstaatssekretär im Ministerium des Innern, im Februar 1879 zum Vorsitzenden der auf Grund des Sozialistengesetzes gebildeten Reichskommission und 7. Juli 1879 zum preußischen Finanzminister ernannt, nahm er im Juni 1882 seinen Abschied. Er veröffentlichte eine Reihe musikgeschichtlicher Arbeiten, unter denen sich namentlich die folgenden auszeichneten: »Johann Sebastian Bach« (Berl. 1865, 2 Tle.; 2. Aufl. 1881, 4 Bde.); »Karl Philipp Emanuel und Wilhelm Friedemann Bach und deren Brüder« (das. 1868, 2 Bde.); »Beiträge zur Geschichte des Oratoriums« (das. 1872); »Gesammelte Schriften« (Leipz. 1884). Auch gab er Karl Löwes Selbstbiographie (Berl. 1870) heraus.

[Bd. 3, Sp. 6]


2) Rudolf von, preuß. Staatsmann, geb. 8. Jan. 1846 in Berlin als Sohn des Präsidenten der Seehandlung v. B., studierte die Rechte und trat 1866 in den Staatsdienst. Nachdem er den Krieg gegen Frankreich mitgemacht, trat er Anfang 1873 zur allgemeinen Staatsverwaltung über und wurde 1875 Landrat in Waldenburg; im Abgeordnetenhaus war er Mitglied der freikonservativen Partei. 1888 wurde er zum Regierungspräsidenten in Oppeln ernannt, im Februar 1898 Direktor im Ministerium des Innern und 1. Okt. 1899 Oberpräsident der Provinz Posen.
 
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Bitterdistel, s. Meyers Cnicus.
 
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Bittererde, soviel wie Magnesia.

 

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