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Bisamberg bis Bisamratte (Bd. 2, Sp. 902)
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Artikelverweis Bisamberg, 360 m hoher Berg in Niederösterreich, am linken Donauufer gegenüber Klosterneuburg gelegen, gehört der Sandsteinzone des Wiener Waldes an, von dem er durch die Donau getrennt ist; seine Abhänge sind mit Weinpflanzungen bedeckt.
 
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Bisamdistel, s. Carduus.
 
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Bisamente, s. Meyers Enten.
 
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Bisamfelle (Musqua-, Ondatrafelle), von der Meyers Bisamratte (s. d.), werden in Asien, besonders aber in Nordamerika gewonnen. Die Felle mit vollständig erhaltenen Grannen heißen Spitzenbisam (Bisam mit Oberhaar), die der jungen Tiere Kitten. Früher diente das Haar allgemein zu Hutfilzen, und erst seit dem Aufkommen der Seidenhüte (1830) hat das Pelzwerk trotz des etwas moschusartigen Geruchs die Bedeutung gewonnen, die es jetzt besitzt. Entsprechend der großen Produktion (jährlich über 3 Mill.) haben B. ausgedehnte Verwendung: Naturell oder geblendet oder schwarz gefärbt (Kastorettebisam) dienen sie zu Futter, Kragen, Capes (Pelz nach außen), Muffen etc. Die Köpfchen setzt man in Zeilen aneinander oder kunstvoll zu Sternen zusammen und macht aus beiden Futter und Decken. Von weniger schönen Fellen entfernt man die Grannen und färbt sie heller (engl. Farbe) oder dunkler (franz. Farbe) sealbraun. Derartige Felle bilden eine vorzügliche und wohlfeile Imitation des Biberseehundes (Sealbisam). Auch Nörz und Otter werden durch Bisam imitiert. Russischer oder Silberbisam, s. Meyers Rüsselmaus.
 
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Bisamflockenblume, s. Meyers Centaurea.
 
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Bisamklee, s. Melilotus.
 
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Bisamkörner, s. Meyers Abelmoschus.
 
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Bisamkraut, s. Adoxa moschatellina.
 
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Bisamnagel, s. Meyers Moschus.
 
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Bisamochs, soviel wie Moschusochs.
 
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Bisamratte (Zibetratte, Zibetbiber, Ondatra, Fiber zibethicus Cuv., s. Tafel Meyers »Nagetiere III«, Fig. 6), Nagetier aus der Familie der Wühlmäuse (Arvicolidae), 29 cm lang, mit ebenso langem Schwanz, rundlichem, stumpfschnauzigem Kopf, kurzem, dickem Hals, kleinen Ohren, vierzehigen Vorder- und fünfzehigen Hinterfüßen, ziemlich starken Krallen und spärlich behaartem Schwanz. Das Fell ist dicht, weich und glänzend mit dichtem, weichem Wollhaar, oberseits hellbraun bis fast schwarz, auch grau, selten weiß oder gefleckt, unterseits ebenso, nur heller; in der Nähe der Geschlechtsteile liegt eine Drüse, die eine stark nach Zibet riechende Flüssigkeit absondert. Die B. bewohnt Nordamerika, besonders Kanada, lebt an Flüssen und Teichen und errichtet ähnliche Bauten wieder Biber. Sie nährt sich von Pflanzen und

[Bd. 2, Sp. 903]


Muscheln und verwüstet oft Gärten und Pflanzungen. Das Weibchen wirft vielleicht drei- bis viermal im Jahre 36 Junge. Man fängt die B. des Pelzes halber in Fallen (s. Meyers Bisamfelle). Das stark riechende Fleisch wird nur von den Indianern gegessen.

 

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