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Birschen bis Birt (Bd. 2, Sp. 901 bis 902)
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Artikelverweis Birschen (Pirschen, Pürschen, vom altfranz. berser, mit Pfeil und Bogen jagen), Jagdmethode auf Hochwild mit der Büchse, besteht darin, daß der Jäger gegen Abend oder in den frühesten Morgenstunden, bei heißem, trocknem Wetter auch in den Mittagsstunden an den Suhlen, das Wild mit günstigem Wind unter Vermeidung jeglichen Geräusches möglichst gedeckt auf Schußweite anzuschleichen sucht. Beim Birschenfahren (Anfahren) und -Reiten bedient man sich eines Gefährts, bez. Pferdes, dessen Annäherung das Wild weniger scheut. Birschzeit ist die Zeit, in der man ohne Schaden für den Wildstand und mit größtem Nutzen für die Küche Hochwild schießt. Vgl. E. v. Dombrowski, Die Birsch (Neudamm 1902).
 
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Birschjäger, s. Meyers Weidgesell.
 
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Birschwege, möglichst eben und frei von Laub und dürren Ästen hergerichtete Fußwege zum Beschleichen des Wildes an Bestandsrändern, Wiesen und Blößen.
 
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Birschzeichen, die Merkmale, aus denen der geübte Jäger erkennt, ob und in welcher Weise ein Stück Hoch-, Reh- oder Schwarzwild durch einen Kugelschuß getroffen ist. Ein heller Schlag der Kugel deutet auf Verletzung eines Knochens, ein dumpfer Schlag auf Verletzung der Fleischmasse und der Eingeweide. Sofortiges Zusammenbrechen des Stückes im Feuer bekundet die Verletzung des Rückgrates, der Halswirbel, der dornartigen Erhöhungen des erstern (Federn) oder des Geweihes. Schnelles Zuspringen ist hier geboten, weil das Stück sich bald wieder erhebt und für den Jäger verloren ist, falls die Wirbelsäule nur von der Kugel berührt (gekrellt) ist. Niederfahren nach vorn, Abtun vom Rudel, Wenden nach einer Dickung lassen auf tödlichen Schuß schließen. Bei Weidwundschüssen (Verletzung des Gescheides) schnellt das Stück mit den Hinterläufen, zieht gekrümmt fort und tut sich, wenn man ihm Ruhe läßt, bald nieder. Bei Verletzungen des Geräusches (Herz und Lunge) geht es eine kurze Strecke flüchtig fort und verendet, bald stürzend. Bei Laufschüssen sinkt es nach der Seite des verletzten Laufes nieder und geht dann lahm fort. Sobald das Wild nicht mehr gesehen wird, begibt sich der Jäger auf die Stelle, wo es stand, und die er deshalb vorher genau merken muß. Hier ist auf das Haar zu achten; kurzes, durchschossenes Haar zeigt, daß das Stiick getroffen ist, während viel und langes Haar, an dem sich noch Wurzeln finden, einen Streifschuß andeutet. Schweiß (Blut) findet sich selbst

[Bd. 2, Sp. 902]


bei guten Schüssen oft erst, nachdem das kranke Stück 4050 Schritt fortgezogen ist. Viel Schweiß in großen Tropfen nur nahe dem Anschuß deutet auf einen Wildbret- oder Weidwundschuß und ist ein schlechtes Zeichen, während umgekehrt wenig Schweiß, der auseinander gespritzt ist und immer mehr zunimmt, auf einen Lungen- und Herzschuß schließen läßt. Schweißt das Stück von beiden Seiten, so ist die Kugel durch dasselbe geschlagen. Dunkle Farbe des Schweißes zeigt eine Verletzung der Venen, heller, schaumiger Schweiß eine solche der Arterien an.
 
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Birshi, Marktflecken im russ. Gouv. Kówno, nordöstlich von Ponewjesh, mit Schloß der Fürsten Radziwill und etwa 3000 Einw. Hier wurde 8. März 1701 der Allianzvertrag zum Kriege gegen die Schweden zwischen Peter d. Gr. von Rußland und August dem Starken, König von Polen, erneuert.
 
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Birsig, ein kleines Juragewässer in der Schweiz, dem Lauf der Meyers Birs (s. d.) benachbart und parallel, aber im Oberlauf durch den Blauen Berg, weiter unten durch die geschichtlich denkwürdigen Höhen des Bruderholzes (1499) vom Birsgebiet getrennt, mündet bei Basel in den Rhein.
 
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Birsk, Kreisstadt im russ. Gouv. Ufa, an der Bjelaja, mit (1897) 8603 Einw., die sich mit Ackerbau, Jagd, Fischfang und Kleinhandel beschäftigen. In der Nähe zwei Salzseen.
 
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Birs Nimrud, s. Meyers Borsippa.
 
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Birstal, Stadtgemeinde im Westbezirk von Yorkshire (England), 8 km südöstlich von Bradford, hat Kunstwoll- (Shoddy-) Fabrikation, Kohlengruben und (1901) 6559 Einw.
 
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Birstein, Flecken im preuß. Regbez. Kassel, Kreis Gelnhausen, an der Bracht und der Kleinbahn Wächtersbach- B., zur Standesherrschaft des Fürsten von Isenburg-B. gehörig, hat eine evang. Kirche, eine kath. Kapelle, eine Synagoge, ein fürstliches Residenzschloß mit Park, Amtsgericht, Zigarrenfabrik, Dampfsägewerk und (1900) 1033 Einw.
 
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Birt, Theodor, Philolog, geb. 22. März 1852 in Wandsbek, studierte seit 1872 in Leipzig und Bonn, habilitierte sich 1878 in Marburg und wurde 1882 außerordentlicher, 1886 ordentlicher Professor daselbst. Seine Hauptwerke sind: »Das antike Buchwesen in seinem Verhältnis zur Literatur« (Berl. 1882); »Zwei politische Satiren des alten Rom« (Marb. 1888); die erste kritische Ausgabe des Claudian (Berl. 1892); »Eine römische Literaturgeschichte in fünf Stunden« (Marb. 1894); »Unterhaltungen in Rom. Fünf Gespräche deutscher Reisender« (Berl. 1895); »Sprach man avrum oder aurum?« (Frankf. a. M. 1897); »Der Hiat bei Plautus und die lateinische Aspiration bis zum 10. Jahrh. n. Chr.« (Marburg 1901); »Griechische Erinnerungen eines Reisenden« (das. 1902). Auch als Dichter hat er sich bekannt gemacht, z. T. unter dem Pseudonym Beatus Rhenanus, mit folgenden Werken: »Philipp der Großmütige«, Prologszene (Marb. 1886); »Attarachus und Valeria«, lyrische Erzählung (das. 1887); »Meister Martin und seine Gesellen« (Reimspiel, das. 1894); »König Agis« (Tragödie, das. 1895); »Das Idyll von Capri« (das. 1898); »Die Silvesternacht« (Reimspiel, das. 1900).

 

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