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Birnhorn bis Birresborn (Bd. 2, Sp. 900 bis 901)
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Artikelverweis Birnhorn, 2634 m hoher Berg in den zu den Salzburger Kalkalpen gehörigen Leoganger Steinbergen, fällt schroff zum Saalachtal ab und wird von Leogang aus über die Passauer Hütte bestiegen.
 
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Birnknospenstecher, s. Meyers Blütenstecher.
 
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Birnkraut, s. Meyers Kraut.
 
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Birnöl, s. Meyers Birnäther.
 
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Birnsauger, s. Meyers Blattflöhe.
 
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Birnwein, s. Meyers Obstwein.
 
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Biron (Biren), 1) Ernst Johann, Herzog von Kurland, geb. 1. Dez. 1690, gest. 28. Dez. 1772, Sohn eines kurländischen Gutsbesitzers, namens Bühren, wurde Kammerjunker am Hofe der früh verwitweten Herzogin Anna Iwanowna von Kurland, der Nichte Peters d. Gr. Als diese 1730 den russischen Thron bestieg, folgte er ihr nach Petersburg, wurde Oberkammerherr, nahm als Reichsgraf Namen und Wappen der französischen Herzöge von B. an und ward schnell der mächtigste Mann im Reich, unter dem Münnich und Ostermann den Staat im Sinne Peters d. Gr. leiteten. Als 1737 die männliche Linie des Kettelerschen Hauses erloschen war, ward B. durch Annas Einfluß zum erblichen Herzog von Kurland erwählt und 1740 zum Vormund und Regenten Rußlands für ihren unmündigen Nachfolger Iwan bestimmt. B. war zwar tätig, aber auch herrschsüchtig bis zur Grausamkeit. Seine Regentschaft nach dem Tode der Kaiserin (17. Okt. 1740) war von kurzer Dauer. Im Namen der Mutter Iwans bemächtigte sich Münnich 20. Nov. der Person Birons und stellte ihn in Schlüsselburg vor ein außerordentliches Gericht, das ihn zum Tode verurteilte; doch ward B. zu ewiger Gefangenschaft nach Pelym in Sibirien gebracht. Die Kaiserin Elisabeth rief ihn indessen schon 20. Dez. 1741 aus Sibirien zurück und wies ihm Jaroslaw als Wohnsitz an, während Münnich in das Gefängnis Birons nach Sibirien geschickt wurde. Katharina II. setzte ihn 1763 trotz Sachsens Einspruch wieder in den Besitz Kurlands. 1769 trat er die Regierung seinem Sohne Peter ab.
   2) Peter, Reichsgraf von B., Herzog von Kurland und Sagan, ältester Sohn des vorigen, und, wie man meint, der Kaiserin Anna Iwanowna, geb. 15. Febr. 1724 in Mitau, gest. 13. Jan. 1800 in Gellenau (Schlesien). Unter seiner Regierung (176995) brach die Unzufriedenheit der kurländischen Stände aus; sie verklagten ihn bei Katharina, und B. unterzeichnete 28. März 1795 gegen einen Jahrgehalt die Abtretung zugunsten Rußlands. Vgl. A. Seraphim, Kurland unter den Herzögen (Reval 1896). Seine dritte Gemahlin war feil 1779 die durch Schönheit und Geist ausgezeichnete Dorothea, geborne Gräfin Medem (geb. 3. Febr. 1761, gest. 20. Aug. 1821 auf ihrem Gut Löbichau im Altenburgischen), die Schwester der Gräfin Elisa von der

[Bd. 2, Sp. 901]


Recke (vgl. Tiedge, Anna Charlotte Dorothea, letzte Herzogin von Kurland, Leipz. 1823). Die jüngste ihrer vier Töchter, Dorothea, geb. 21. Aug. 1793, vermählt 1809 mit Edmund, Herzog von Talleyrand-Périgord und Herzog von Dino in Kalabrien (gest. 14. Mai 1872), ward 6. Aug. 1845 Herzogin von Sagan und starb 19. Sept. 1862.
   3) Gustav Kalixt, Prinz B., geb. 29. Jan. 1780, gest. 20. Juni 1821 in Ems, Sohn Karl Ernsts von B., Bruders von B. 2), trat in preußischen Militärdienst, erwarb 1802 die schlesische Standesherrschaft Polnisch-Wartenberg und erhielt vom Kaiser Alexander I. wegen seiner Ansprüche auf Kurland eine jährliche Rente von 18,000 Dukaten, worauf er sich den Titel Fürst B.-Wartenberg beilegte. Er wurde Generalleutnant und Gouverneur von Glatz. Jetziges Haupt des fürstlichen Hauses B.-Wartenberg ist Gustav, Prinz B. von Kurland, Großsohn von B. 3), geb. 17. Okt. 1859 in Dresden, erbliches Mitglied des preußischen Herrenhauses.
 
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Biron (spr. -rong), 1) Armand de Gontaut, Baron von, franz. Feldherr und Staatsmann, geb. 1524 aus einer alten Familie des Périgord, gest. 1592 bei der Belagerung Epernays, focht in den Religionskämpfen auf seiten des Hofes in den Schlachten von Dreux, St.-Denis, Moncontour und ward 1569 von Karl IX. zum Großmeister der Artillerie und von Heinrich III. 1577 zum Marschall ernannt. Seit 1589 schloß er sich Heinrich IV. an. Vgl. »Correspondance inédite d'Armand le Gontaud-B., maréchal de France« (hrsg. von Barthélemy, Par. 1874).
   2) Charles de Gontaut, Herzog von, Sohn des vorigen, geb. 1561, gest. 31. Juli 1602, diente unter seinem Vater, ward 1582 General und focht bei Arques, Ivry, Aumale, vor Paris und Rouen so tapfer, daß er als »Fulmen Galliae« (Frankreichs Blitz) gefürchtet war. 1592 wurde er Admiral, 1594 Marschall und 1598 Herzog und Pair von Frankreich, auch Gouverneur von Burgund. Seit 1595 in verräterischen Unterhandlungen mit Spanien und Savoyen, beabsichtigte der abenteuerlich und rücksichtslos ehrgeizig Gesinnte den Sturz des bourbonischen Herrscherhauses und die Zerstückelung des Reiches. Indes wurde B. verraten, an den Hof gelockt und in der Bastille enthauptet. Vgl. M. Philippson, Heinrich IV. und Philipp III., Bd. 1 (Berl. 1870); Zeller, La conspiration de B. (»Compte rendu de l'Académie des sciences mor. et polit.«, 1879, 1).
   3) Armand Louis de Gontaut, Herzog von, früher Herzog Lauzun, geb. 1753 in Paris, gest. 1. Jan. 1794. Nach Vergeudung seines Vermögens folgte B., die Verkörperung des schönen, reichen und ausschweifenden Lebemanns, 1778 Lafayette nach Amerika, kehrte 1783 zurück und wurde Maréchal de Camp. 1789 zum Abgeordneten erwählt, erklärte er sich in der Nationalversammlung für die liberalen Ideen und schloß sich an den Herzog von Orléans an. 1792 begleitete er zunächst Talleyrand nach London und befehligte dann eine Division im Norddepartement, wurde aber bei Mons von Beaulieu geschlagen. Nachdem er in buntem Wechsel die Nordarmee, die Rheinarmee, in Italien und in der Vendée befehligt hatte, wurde er durch den General Rossignol der Falschheit und Bedrückung angeklagt, vom Revolutionstribunal verurteilt und guillotiniert. Seine »Mémoires« (neu hrsg. von Lacour, Par. 1858) reichen nur bis zur Revolution.
 
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Birotīne (franz.), eine Art levantischer Seide.
 
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Birr, Stadt, s. Meyers Parsonstown.
 
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Birresborn, Dorfim preuß. Regbez. Trier, Kreis Prüm, an der Kyll und der Staatsbahnlinie Jünkerath-Trier, hat eine kath. Kirche, Basaltbrüche, (1900) 1041 Einw. und einen starken Säuerling, von dessen Wasser jährlich ca. 11/2 Mill. Krüge versendet werden. Gegenüber, am rechten Ufer der Kyll, ist der Brubbeldries, eine mit Wasser gefüllte Mofette (Bergschwaden), die kohlensaure Gase entsendet, welche zur Sättigung des Birresborner Sauerbrunnens verwendet werden.

 

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