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Birbhum bis Birgittenorden (Bd. 2, Sp. 891 bis 892)
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Artikelverweis Birbhum (Beerbhoom, eigentlich Wîrabhûmi, »Heroenland«), Distrikt der Division Bardwan in der britisch-ind. Präsidentschaft Bengalen, 4548 qkm und (1891) 797,833 Einw. (3/4 Hindu, 1/5 Proz. Mohammedaner). Das ebene Land wird von unbedeutenden Flüssen durchzogen, hat heiße Quellen, Eisen gruben und Kalkbrüche, starken Reisbau, bedeutende Seidenraupenzucht und -Industrie, B. war über 2000 Jahre der Schauplatz heftiger Kämpfe der von Hindostan aus nach Bengalen vorrückenden Arier, die Erinnerung daran spricht sich im Namen B. aus.
 
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Birch, 1) (spr. börtsch) Samuel, engl. Sprachforscher und Archäolog, geb. 3. Nov. 1813 in London, gest. daselbst 27. Dez. 1885, besuchte die Schulen zu Greenwich und Blackheath, dann die Merchant Taylors' School in London, wurde 1836 Assistent, 1844 Hilfskonservator in der Altertümerabteilung des Britischen Museums. Nachdem er wiederholt Reisen nach Italien unternommen (1846 und 1856), erfolgte endlich 1861 seine Ernennung zum Konservator der orientalischen, mittelalterlichen und britischen Altertümer und ethnographischen Sammlungen des Britischen Museums. Birchs wissenschaftliche Tätigkeit erstreckt sich nicht nur über griechische, römische und britische Antiquitäten, Numismatik und Ethnographie, sondern er war auch bei der Herausgabe der Keilinschriften tätig, veröffentlichte im »Asiatic Journal« Übersetzungen aus dem Chinesischen und widmete schließlich den ägyptischen Hieroglyphen das eingehendste Studium. Für Bunsens Werk über Ägypten bearbeitete er den philologischen Teil. Außer vielfachen Beiträgen zu den verschiedenartigsten Zeitschriften und gelehrten Werken hat er folgende Hauptwerke veröffentlicht: »Gallery of antiquities« (Lond. 1842); »Catalogue of Greek vases« (mit Newton, 1851); »History of ancient pottery« (1858, 2 Bde.; 2. Aufl. 1873); »Description of the collection of ancient marbles in the British Museum« (1861); »Rhind papyri« (1866); »Inscriptions in the hieratic and demotic character from the collections of the British Museum« (1868); »Ancient history from the monuments: Egypt« (1875). Auch an der Herausgabe der »Select papyri in the hieratic character« (1841 bis 1860) war B. beteiligt. Vgl. Walter de Gray-Birch, Biographical notices of Dr. B. (Lond. 1886).
   2) Christian, s. Meyers Birch-Pfeiffer.
 
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Birch-Hirschfeld, 1) Felix Viktor, Patholog, geb. 5. Mai 1842 zu Klubensiek in Holstein, gest. 20. Nov. 1899 in Leipzig, studierte in Leipz'g, wurde 1869 Assistent am pathologischen Institut daselbst, 1870 Prosektor am städtischen Krankenhaus in Dresden und 1882 Leiter der Irrenabteilung dieser Anstalt. 1885 ging er als Professor der pathologischen Anatomie und Direktor des pathologischen Instituts nach Leipzig. Er schrieb: »Lehrbuch der pathologischen Anatomie« (Leipz 1877; 4. Aufl. mit veterinärpathologischen Beiträgen von Johne und einem Anhang: »Die pathologisch-histologischen Untersuchungsmethoden« von Schmorl, 188995, 2 Bde.; Bd. 1 in 5. Aufl. 1897); »Die Bedeutung der Muskelübung für die Gesundheit besonders der deutschen Jugend« (das. 1883); »Grundriß der allgemeinen Pathologie« (das. 1892); »Skrofulose und Krankheiten der Lymphdrüsen« (in Ziemssens »Handbuch«); »Die Krankheiten der Leber« (in Gerhardts »Handbuch der Kinderkrankheiten«).
   2) Adolf, Romanist, Bruder des vorigen, geb. 1. Okt. 1849 in Kiel, studierte seit 1868 Naturwissenschaften, dann 187577 Philologie in Leipzig, wo er sich im folgenden Jahre für romanische Philologie habilitierte, ging nach längerm Aufenthalt in Paris 1883 nach Gießen, wurde 1884 ordentlicher Professor daselbst und 1891 in Leipzig. ‚ Er schrieb: »Die Sage vom Gral« (Leipz. 1877); »Über die den provenzalischen Troubadours bekannten epischen Stoffe« (Halle 1878); »Geschichte der französischen Literatur seit Beginn des 16. Jahrhunderts« (Bd. 1: »Das Zeitalter der Renaissance«, Stuttg. 1889). In der gemeinsam mit H. Suchier veröffentlichten »Geschichte der französischen Literatur« (Leipz. 1900, zu der vom Bibliographischen Institut herausgegebenen Sammlung illustrierter Literaturgeschichten gehörend) bearbeitete B. die Literatur seit dem 16. Jahrh. bis zur Gegenwart. Aus dem Nachlaß von H. Knust gab er Juan Manuels »Conde Lucanor« (Leipz. 1900) heraus.
 
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Birch-Pfeiffer, Charlotte, Schauspielerin und dramatische Schriftstellerin, geb. 23. Juli 1800 in Stuttgart, gest. 24. Aug. 1868 in Berlin, Tochter des Domänenrats Pfeiffer, der 1806 nach München übersiedelte, betrat bereits in ihrem 13. Lebensjahr das Münchener Hoftheater und bildete sich unter Zuccarinis Leitung mit großem Erfolg aus. Nach 1818 erhielt sie das ganze Fach der tragischen Liebhaberinnen übertragen und erntete auch auf Kunstreisen in Deutschland vielen Beifall. 1825 heiratete sie den auch als Schriftsteller, besonders als Verfasser des Werkes »Ludwig Philipp der Erste, König der Franzosen« (Stuttg. 184143, 3 Bde.; 3. Aufl. 1851) bekannten Christian Birch aus Kopenhagen (gest. 29. Aug. 1868 in Berlin). Ihre Kunstreisen erstreckten sich seitdem bis nach Petersburg und Pest sowie bis Amsterdam. 1837 übernahm sie die Direktion des stehenden Theaters in Zürich, das sie mit großer Umsicht leitete. Nachdem sie 1843 dieselbe niedergelegt, wurde sie 1844 am königlichen Theater zu Berlin für ältere Rollen engagiert, wo sie bis zu ihrem Tode verblieb. Ihre zahlreichen, meist nach Romanen bearbeiteten Bühnenstücke, die fast auf allen deutschen Theatern heimisch wurden, zeugen von dramatischer Anlage, namentlich aber von Kenntnis der Bühneneffekte sowie des vorherrschenden Geschmacks des Theaterpublikums, lassen aber künstlerische Durchbildung meist vermissen. Den meisten Beifall fanden: »Pfefferrösel« (zuerst ausgeführt 1828), »Hinko« (nach L. Storchs »Freiknecht«), »Die Günstlinge«, »Der Glöckner von Notre-Dame« (nach V. Hugos Roman), »Rubens in Madrid« (1839), »Scheibentoni«, »Die Marquise von Villette« (1845), »Dorf und Stadt« (1848). Letzteres, einer Erzählung Auerbachs nachgebildet, verwickelte sie in einen Prozeß, der aber zu ihrem Vorteil ausschlug. Von ihren vielen spätern Stücken haben sich auf der Bühne nur noch »Die Waise von Lowood« (1855, nach dem Roman »Jane Eyre« der Charl. Bronte) und »Die Grille« (1857) erhalten. Auch in Novellen versuchte sie sich. Ihre »Gesammelten dramatischen Werke« erschienen in 23 Bänden (Leipz. 186380), ihre gesammelten Novellen und Erzählungen in 3 Bänden

[Bd. 2, Sp. 892]


(das. 186365). Ihre Tochter ist die Romanschriftstellerin Wilhelmine v. Meyers Hillern (s. d.).
 
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Bird (spr. börd), 1) Robert Montgomery, amerikan. Schriftsteller, geb. 1805 in Newcastle (Delaware), gest. 2. Jan. 1854 in Philadelphia, ist der Verfasser zweier Romane aus der Geschichte Mexikos: »Calavar, a knight of the conquest« (1834) und »The infidel, or the fall of Mexico« (1835), die der Historiker Prescott sehr rühmte, der auf eine pennsylvanische Sage gegründeten Erzählung »The hawks of Hawks Hollow« (1835; deutsch, Frankf. 1840) und des vielgelesenen »The Nick of the woods« (1837; deutsch, bas. 1841). Als erfolgreicher Dramatiker zeigt sich B. in den Dramen »The broker of Bogota«, »Oraoosa« und »The Gladiator«.
   2) William, Komponist, s. Meyers Byrd.
   3) Isabella, Reiseschriftstellerin, s. Meyers Bishop.
 
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Birdschan, befestigte Stadt in der pers. Provinz Chorasan, in der Landschaft Kuhistan, mit nicht unbedeutendem Handel und 18,000 Einw.
 
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Biredschik;Stadt im asiatisch-türk. Wilajet Aleppo, 125 km nordöstlich von Aleppo, wichtiger Übergangsort über den Euphrat, an dessen Ostufer und der Karawanenstraße nach Urfa gelegen, mit 10,162 Einw. Dabei das alte Schloß Kalah Beda auf einem Hügel.
 
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Birēme (lat.), Zweiruderer, Schiff (Galeere) mit zwei Reihen Ruderbänken.
 
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Birēt (lat. Birētum, Birretum), Kopfbedeckung der römisch-kath. Geistlichkeit. Bis zur Mitke des 13. Jahrh. hatte sie sich hierzu des Schultertuches und der Kapuze bedient. Als diese in Wegfall kam, wurde das Käppchen (lat. pilius, franz. calotte) eingeführt, das erst kegelförmig, dann oben abgerundet wurde und im 17. Jahrh. seine jetzt übliche Form einer geraden, vierkantigen Mütze mit hoch stehenden Eckkanten und einem Knopf oder einer Quaste (floccus) in der Mitte erhielt. Früher auch soviel wie Meyers Barett (s. d.).
 
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Birger, 1) B. Jarl, schwed. Meyers Jarl (s. d.), aus dem Geschlechte der Meyers Folkunger (s. d.), war 1250 bis zu seinem Tode (21. Okt. 1266), als Vormund seines zum König gewählten minderjährigen Sohnes Waldemar, der eigentliche Regent Schwedens. Er unternahm 1249 einen Kreuzzug nach Finnland, dessen Bevölkerung zum Christentum bekehrt wurde, brachte die Königsmacht in Schweden zu größerm Ansehen, gründete Stockholm, schloß mit Lübeck und Hamburg Handelsverträge und erhöhte durch weise Gesetze die Sicherheit im Lande.
   2) B., Enkel des vorigen, geb. 1280, folgte 1290 seinem Vater Magnus Ladulås, stand anfangs unter der wohltätigen Vormundschaft Torgils Knutssons, den er aber 1306 seinen Brüdern Erich und Waldemar opferte. Kurz darauf von diesen gefangen genommen, mußte er durch die Verträge von 1308 und 1310 mit ihnen das Reich teilen. Zwar gelang es ihm 1317, sich der Herzöge zu bemächtigen und sie ums Leben zu bringen, aber schon 1318 ward er durch einen Aufstand ihrer Anhänger (unter Matts Kettilmundsson) zur Flucht nach Dänemark genötigt, wo er 1321 starb.
 
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Birgittenorden (Ordo S. Salvatoris, Orden vom Weltheiland). von Birgitta, einer schwedischen Edlen aus königlichem Geschlecht (gest. 1373 in Rom, 1391 heilig gesprochen, Tag: 8. Okt.), zu Wadstena in Ostgotland gegründeter, vom Papst Urban V. 1:170 bestätigter Klosterorden, dessen Besonderheit darin besteht, daß in einem Doppelkloster 60 Nonnen und 17 Mönche nebst 8 Laienbrüdern unter einer Äbtissin lebten. Nach der Reformation verschwand der Orden. Die wenigen heute bestehenden Birgittenklöster sind einfache Nonnenklöster. Vgl. Hammerich, St. Birgitta (Kopenh. 1863; deutsch von Michelsen, Gotha 1872); Ringseis, Leben der heil. Birgitta (Regensb. 1890); Binder, Die heil. Birgitta von Schweden und ihr Klosterorden (Münch. 1891); Derselbe, Geschichte der bayrischen Birgittenklöster (»Verhandlungen des historischen Vereins der Oberpfalz und Regensburg«, 1896; auch Sonderausg.).

 

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