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Bipontĭum bis Birch-Pfeiffer (Bd. 2, Sp. 890 bis 891)
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Artikelverweis Bipontĭum, neulat. Name Zweibrückens.
 
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Biquadrat (Doppelquadrat, lat.), die vierte Potenz einer Größe; z. B. ist 16 = 2. 2. 2. 2 oder 2) das B. von 2, und umgekehrt ist 2 die biquadratische oder vierte Wurzel aus 16; biquadratische Gleichungen, solche vom vierten Grade.
 
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Biquet (franz., spr. -kä), s. Meyers Goldwage.
 
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Bir (arab.), Quelle, Brunnen; findet sich häufig in Zusammensetzungen, namentlich in Namen von Stationen auf den Straßen der arabisch sprechenden Länder Vorderasiens und Nordafrikas.
 
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Birago, Karl, Freiherr von, Militäringenieur, geb. 24. April 1792 in Cascina d'Olmo bei Mailand, gest. 29. Dez. 1845 in Wien, studierte in Pavia Mathematik, wurde 1823 Lehrer an der Pionierschule in Mailand und trat 1825 mit seiner später eingeführten Kriegsbrücke hervor. Beim Bau der Befestigungen von Linz erfand er eine Lafette für Turmhaubitzen, 1835 leitete er die Befestigungen am Po

[Bd. 2, Sp. 891]


bei Brescello, und 1839 erbaute er eine Militärbrücke, die alle Erwartungen übertraf. Nach seinem System wurde ein Brückentrain angefertigt, der später in allen Heeren Eingang fand. 1844 trat er an die Spitze des soeben vereinigten Pionier- und Pontonierkorps, wurde Brigadekommandeur, zugleich Freiherr. Er schrieb: »Untersuchungen über die europäischen Militärbrückentrains« (Wien 1839).
 
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Birara, Inseln, s. Meyers Neupommern.
 
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Biraren (Bural-Tungusen), tungus. Volk in Sibirien, am obern Amur und dessen Zuflüssen Bureja und Seja, meist nomadisierende Jäger.
 
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Birbhum (Beerbhoom, eigentlich Wîrabhûmi, »Heroenland«), Distrikt der Division Bardwan in der britisch-ind. Präsidentschaft Bengalen, 4548 qkm und (1891) 797,833 Einw. (3/4 Hindu, 1/5 Proz. Mohammedaner). Das ebene Land wird von unbedeutenden Flüssen durchzogen, hat heiße Quellen, Eisen gruben und Kalkbrüche, starken Reisbau, bedeutende Seidenraupenzucht und -Industrie, B. war über 2000 Jahre der Schauplatz heftiger Kämpfe der von Hindostan aus nach Bengalen vorrückenden Arier, die Erinnerung daran spricht sich im Namen B. aus.
 
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Birch, 1) (spr. börtsch) Samuel, engl. Sprachforscher und Archäolog, geb. 3. Nov. 1813 in London, gest. daselbst 27. Dez. 1885, besuchte die Schulen zu Greenwich und Blackheath, dann die Merchant Taylors' School in London, wurde 1836 Assistent, 1844 Hilfskonservator in der Altertümerabteilung des Britischen Museums. Nachdem er wiederholt Reisen nach Italien unternommen (1846 und 1856), erfolgte endlich 1861 seine Ernennung zum Konservator der orientalischen, mittelalterlichen und britischen Altertümer und ethnographischen Sammlungen des Britischen Museums. Birchs wissenschaftliche Tätigkeit erstreckt sich nicht nur über griechische, römische und britische Antiquitäten, Numismatik und Ethnographie, sondern er war auch bei der Herausgabe der Keilinschriften tätig, veröffentlichte im »Asiatic Journal« Übersetzungen aus dem Chinesischen und widmete schließlich den ägyptischen Hieroglyphen das eingehendste Studium. Für Bunsens Werk über Ägypten bearbeitete er den philologischen Teil. Außer vielfachen Beiträgen zu den verschiedenartigsten Zeitschriften und gelehrten Werken hat er folgende Hauptwerke veröffentlicht: »Gallery of antiquities« (Lond. 1842); »Catalogue of Greek vases« (mit Newton, 1851); »History of ancient pottery« (1858, 2 Bde.; 2. Aufl. 1873); »Description of the collection of ancient marbles in the British Museum« (1861); »Rhind papyri« (1866); »Inscriptions in the hieratic and demotic character from the collections of the British Museum« (1868); »Ancient history from the monuments: Egypt« (1875). Auch an der Herausgabe der »Select papyri in the hieratic character« (1841 bis 1860) war B. beteiligt. Vgl. Walter de Gray-Birch, Biographical notices of Dr. B. (Lond. 1886).
   2) Christian, s. Meyers Birch-Pfeiffer.
 
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Birch-Hirschfeld, 1) Felix Viktor, Patholog, geb. 5. Mai 1842 zu Klubensiek in Holstein, gest. 20. Nov. 1899 in Leipzig, studierte in Leipz'g, wurde 1869 Assistent am pathologischen Institut daselbst, 1870 Prosektor am städtischen Krankenhaus in Dresden und 1882 Leiter der Irrenabteilung dieser Anstalt. 1885 ging er als Professor der pathologischen Anatomie und Direktor des pathologischen Instituts nach Leipzig. Er schrieb: »Lehrbuch der pathologischen Anatomie« (Leipz 1877; 4. Aufl. mit veterinärpathologischen Beiträgen von Johne und einem Anhang: »Die pathologisch-histologischen Untersuchungsmethoden« von Schmorl, 188995, 2 Bde.; Bd. 1 in 5. Aufl. 1897); »Die Bedeutung der Muskelübung für die Gesundheit besonders der deutschen Jugend« (das. 1883); »Grundriß der allgemeinen Pathologie« (das. 1892); »Skrofulose und Krankheiten der Lymphdrüsen« (in Ziemssens »Handbuch«); »Die Krankheiten der Leber« (in Gerhardts »Handbuch der Kinderkrankheiten«).
   2) Adolf, Romanist, Bruder des vorigen, geb. 1. Okt. 1849 in Kiel, studierte seit 1868 Naturwissenschaften, dann 187577 Philologie in Leipzig, wo er sich im folgenden Jahre für romanische Philologie habilitierte, ging nach längerm Aufenthalt in Paris 1883 nach Gießen, wurde 1884 ordentlicher Professor daselbst und 1891 in Leipzig. ‚ Er schrieb: »Die Sage vom Gral« (Leipz. 1877); »Über die den provenzalischen Troubadours bekannten epischen Stoffe« (Halle 1878); »Geschichte der französischen Literatur seit Beginn des 16. Jahrhunderts« (Bd. 1: »Das Zeitalter der Renaissance«, Stuttg. 1889). In der gemeinsam mit H. Suchier veröffentlichten »Geschichte der französischen Literatur« (Leipz. 1900, zu der vom Bibliographischen Institut herausgegebenen Sammlung illustrierter Literaturgeschichten gehörend) bearbeitete B. die Literatur seit dem 16. Jahrh. bis zur Gegenwart. Aus dem Nachlaß von H. Knust gab er Juan Manuels »Conde Lucanor« (Leipz. 1900) heraus.
 
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Birch-Pfeiffer, Charlotte, Schauspielerin und dramatische Schriftstellerin, geb. 23. Juli 1800 in Stuttgart, gest. 24. Aug. 1868 in Berlin, Tochter des Domänenrats Pfeiffer, der 1806 nach München übersiedelte, betrat bereits in ihrem 13. Lebensjahr das Münchener Hoftheater und bildete sich unter Zuccarinis Leitung mit großem Erfolg aus. Nach 1818 erhielt sie das ganze Fach der tragischen Liebhaberinnen übertragen und erntete auch auf Kunstreisen in Deutschland vielen Beifall. 1825 heiratete sie den auch als Schriftsteller, besonders als Verfasser des Werkes »Ludwig Philipp der Erste, König der Franzosen« (Stuttg. 184143, 3 Bde.; 3. Aufl. 1851) bekannten Christian Birch aus Kopenhagen (gest. 29. Aug. 1868 in Berlin). Ihre Kunstreisen erstreckten sich seitdem bis nach Petersburg und Pest sowie bis Amsterdam. 1837 übernahm sie die Direktion des stehenden Theaters in Zürich, das sie mit großer Umsicht leitete. Nachdem sie 1843 dieselbe niedergelegt, wurde sie 1844 am königlichen Theater zu Berlin für ältere Rollen engagiert, wo sie bis zu ihrem Tode verblieb. Ihre zahlreichen, meist nach Romanen bearbeiteten Bühnenstücke, die fast auf allen deutschen Theatern heimisch wurden, zeugen von dramatischer Anlage, namentlich aber von Kenntnis der Bühneneffekte sowie des vorherrschenden Geschmacks des Theaterpublikums, lassen aber künstlerische Durchbildung meist vermissen. Den meisten Beifall fanden: »Pfefferrösel« (zuerst ausgeführt 1828), »Hinko« (nach L. Storchs »Freiknecht«), »Die Günstlinge«, »Der Glöckner von Notre-Dame« (nach V. Hugos Roman), »Rubens in Madrid« (1839), »Scheibentoni«, »Die Marquise von Villette« (1845), »Dorf und Stadt« (1848). Letzteres, einer Erzählung Auerbachs nachgebildet, verwickelte sie in einen Prozeß, der aber zu ihrem Vorteil ausschlug. Von ihren vielen spätern Stücken haben sich auf der Bühne nur noch »Die Waise von Lowood« (1855, nach dem Roman »Jane Eyre« der Charl. Bronte) und »Die Grille« (1857) erhalten. Auch in Novellen versuchte sie sich. Ihre »Gesammelten dramatischen Werke« erschienen in 23 Bänden (Leipz. 186380), ihre gesammelten Novellen und Erzählungen in 3 Bänden

[Bd. 2, Sp. 892]


(das. 186365). Ihre Tochter ist die Romanschriftstellerin Wilhelmine v. Meyers Hillern (s. d.).

 

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