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Binsenpfriemen bis Binzer (Bd. 2, Sp. 888 bis 889)
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Artikelverweis Binsenpfriemen, s. Cytisus.
 
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Binsenschnitter (Bilsenschnitter), s. Meyers Ackerkulte.
 
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Binsenwahrheit, eine so einfache Wahrheit, daß sie jedermann einleuchtet, selbst demjenigen, der noch an der Binse (scirpus nannte man auch das Volksrätsel mit seinen verführerischen Zweideutigkeiten) nach Knoten sucht, nach dem lateinischen Sprichwort: »Nodum in scirpo quaerere«, d. h. Schwierigkeiten suchen, wo es keine gibt (»Du wirft mir ganz fatal mit deinen Skrupeln, An Binsen suchst nach Knoten du!« Terenz). Eine andre, nicht sehr einleuchtende Erklärung der Redensart, deren Erfindung hier den Heidelberger Studenten zugeschrieben wird, gibt Kußmaul (»Jugenderinnerungen eines alten Arztes«). Ein idiotischer Verkäufer von »Pfeifenbinsen« (s. Molinia) soll danach den Anlaß geboten haben.
 
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Binswanger, Otto, Mediziner, geb. 14. Okt. 1852 zu Münsterlingen in der Schweiz, studierte in Heidelberg, Straßburg, Zürich und Wien, war Assistent bei Westphal in Berlin, habilitierte sich daselbst 1882 als Privatdozent und wurde 1889 Professor der Psychiatrie und Direktor der Landes-Irrenheilanstalt in Jena. Er arbeitete über Porenkephalie, über die motorischen Rindenpartien, über Mechanismus und Entstehungsart der epileptischen Krämpfe und schrieb: »Die pathologische Histologie der Großhirnrindenerkrankung bei der allgemeinen progressiven Paralyse« (Jena 1893); »Die Pathologie und Therapie der Neurasthenie« (das. 1896); »Die Epilepsie« (in Nothnagels »Handbuch der speziellen Pathologie und Therapie«, Wien 1899); »Zur Reform der Irrenfürsorge in Deutschland« (Leipz. 1896). Mit Pfeiffer gibt er die »Korrespondenzblätter des Allgemeinen ärztlichen Vereins von Thüringen« (Jena) heraus.
 
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Bintang, Inselgruppe, s. Meyers Riouw.
 
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Binterim, Anton Joseph, kath. Theolog, geh 19. Sept. 1779 in Düsseldorf, gest. 17. Mai 1855, trat 1796 in den Franziskanerorden und verwaltete die ihm 1805 übertragene Pfarrei in der Vorstadt Bilk zu Düsseldorf bis zu seinem Tod. In weitern Kreisen machte er sich durch seine heftige Polemik in den kirchlichen Zeitfragen der gemischten Ehen, des heiligen Rockes etc. bekannt. Bleibenden Wert haben von seinen Schriften: »Die alte und neue Erzdiözese Köln« (Mainz 182831, 4 Bde., mit J. H. Mooren zusammen bearbeitet); »Die vorzüglichsten Denkwürdigkeiten der christkatholischen Kirche« (das. 18251832, 7 Bde.); »Pragmatische Geschichte der deutschen National-, Provinzial- und vorzüglichsten Diözesankonzilien« (das. 183548, 7 Bde.).
 
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Binturong, s. Meyers Bär, S. 361.
 
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Binuë (Benue, »Mutter der Gewässer«, irrtümlich auch Tschadda genannt), größter Nebenfluß des Niger (s. Karte bei »Guinea«), entspringt nördlich von Ngaundere im südlichen Adamaua unter 7°50´ nördl. Br. und 13° 45´ östl. L., zieht in großem, nach W. offenem Bogen nordwärts, empfängt bei Ribago den von O. heraus dem Tuburisumpf kommenden Mao Kebbi. wendet sich westwärts, nimmt links Faro, Tarabba und Katsena, rechts Gongola, Kadera und Ssungo auf, durchfließt, von zahlreichen Inseln erfüllt und 5001000 m breit, eine 1530 km weite Sandsteinmulde und mündet nach 1400 km langem Lauf bei Lokodscha in den Niger. Der zur Trockenzeit bis auf 0,8 m sinkende Wasserstand erhöht sich während der Regenzeit auf 39, ja bisweilen auf 15 m und verursacht dann gewaltige Uberschwemmungen. Von Mai bis Januar wird der B. mit Dampfern von Lokodscha bis Ribago befahren. Die bedeutendsten Uferstädte sind Garua in Deutsch-Adamaua, Jola in der englischen Interessensphäre, weiter westlich Balsama, etwas südlich vom B. Wukari, am Unterlauf Loko. Der B. wurde 1833 von Laird, Allen und Oldfield entdeckt, die den Fluß 120 km aufwärts befuhren; Barth entdeckte 1851 den Oberlauf, Baikie befuhr ihn zuerst 1854, dann 185758 bis 630 km von seiner Mündung. Bogel überschritt den Fluß 1855 zweimal, Rohlfs verfolgte 1867 den Unterlauf, Flegel erforschte 1879 und 1882 den B. bis zu seinen Quellen sowie mehrere seiner Zuflüsse. Die geologischen Verhältnisse am Oberlauf untersuchte 189394 Passarge.
 
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Binz, Dorf im preuß. Regbez. Stralsund, Kreis Insel Rügen, am Schmachtersee auf der Halbinsel Granitz und an der Rügenschen Kleinbahn, hat zusammen mit dem benachbarten Fischerdorf Aalbeck

[Bd. 2, Sp. 889]


ein Seebad an der Prorer Wiek und 500 Einw. Südöstlich von B. steht das Jagdschloß des Fürsten zu Putbus (s. Meyers Granitz).
 
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Binz, Karl, Mediziner, geb. 1. Juli 1832 in Bernkastel an der Mosel, studierte in Würzburg, Bonn und Berlin, habilitierte sich 1862 als Privatdozent in Bonn, wurde 1868 zum außerordenttichen Professor ernannt, gründete 1869 das pharmakologische Institut und erhielt 1873 die Professur der Pharmakologie. B. arbeitete meist über experimentelle Pathologie und Pharmakologie, stellte zuerst die Wirkungsweise des Chinins fest und lenkte die wissenschaftlichen und z. T. auch die praktischen Anschauungen besonders über Chinin, Alkohol und Arsen in neue Bahnen. Er schrieb: »Beobachtungen zur innern Klinik« (Bonn 1864); »Experimentelle Untersuchungen über das Wesen der Chininwirkung« (Berl. 1868); »Grundzüge der Arzneimittellehre« (das. 1866, 13. Aufl. 1901); »Das Chinin nach den neuern pharmakologischen Arbeiten« (das. 1875); »Über den Traum« (Bonn 1878); »Vorlesungen über Pharmakologie« (2. Aufl., Berl. 1891); »Der Äther gegen den Schmerz« (Stuttg. 1896); »Doktor Johann Weyer, der erste Bekämpfer des Hexenwahns« (2. Aufl., Berl. 1896). Mit Birlinger gab er heraus: »A. Lercheimer (Professor H. Witekind in Heidelberg) und seine Schrift wider den Hexenwahn« (Abdruck nach der Ausgabe von 1597, Straßb. 1888).
 
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Binzer, August Daniel von, Schriftsteller, geb. 30. Mai 1793 in Kiel, gest. 20. März 1868 in Neiße, studierte seit 1815 die Rechte teils in Kiel, teils in Jena, wo er zu den hervorragendsten Mitgliedern der Burschenschaft gehörte, bei deren Auflösung (1819) er das bekannte Lied »Wir hatten gebauet ein stattliches Haus« dichtete. Er lebte fortan, meist als Redakteur tätig, an verschiedenen Orten. B. schrieb: »Beiträge zur Beantwortung der Frage: Was kann zur Förderung des allgemeinen Wohlstandes in Deutschland geschehen etc.« (Jena 1820), »Die Dämmerungsstunden der Familie Äbert« (Altona 1833), »Venedig im Jahr 1814« (Pest 1845) und gab mit seiner Gattin Emilie, geborne von Gerschau (gest. 9. Febr. 1891 in München), unter dem Pseudonym t A. T. Beer »Erzählungen und Novellen« (Leipz. 1836, 3 Bde.) und »Erzählungen« (Stuttg. 1836) heraus.

 

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