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Binokulares Sehen bis Binterim (Bd. 2, Sp. 888)
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Artikelverweis Binokulares Sehen, das Sehen mit beiden Augen im Gegensatze zum monokularen Sehen mit nur einem Auge; s. Meyers Gesicht.
 
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Binōm (Binomium, lat.-griech.), eine aus zwei Gliedern bestehende Summe, wie a+b, a+b etc. Binomischer Lehrsatz (Binomialtheorem), die Regel zur Entwickelung einer beliebigen Potenz eines Binoms in eine Reihe. Für einen ganzen positiven Exponenten n lautet sie:

Die nur von dem Exponenten n abhängigen Faktoren von an-1b, an-2b2,... heißen Binomialkoeffizienten. Für jeden beliebigen Exponenten n gut die zuerst von Newton (1676) angegebene und oft nach ihm benannte Formel:

die, wenn n eine positive ganze Zahl ist, nach einer endlichen Zahl von Gliedern abbricht und mit der frühern Formel übereinstimmt, während für jedes andre n eine unendliche Reihe herauskommt (s. Meyers Reihe). Versteht man unter a eine positive oder negative Zahl, so stellt diese Reihe den Ausdruck (1+a)n stets dann, aber auch nur dann dar, wenn a zwischen -1 und +1 liegt, weil sie nur unter dieser Voraussetzung konvergiert. Das Binomialtheorem dient besonders zur Ausziehung beliebiger Wurzeln.
 
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Binsdorf, Stadt im württemberg. Schwarzwaldkreis, Oberamt Sulz, auf dem Jura, hat eine kath. Kirche, Steinbrüche und (1900) 814 Einw.
 
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Binsen, auf sauern Wiesen und sumpfigem Boden wachsende grasähnliche Pflanzen aus den Gattungen Juncus, Scirpus, Luzula.
 
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Binsengewächse, s. Meyers Junkazeen.
 
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Binsenpfriemen, s. Cytisus.
 
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Binsenschnitter (Bilsenschnitter), s. Meyers Ackerkulte.
 
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Binsenwahrheit, eine so einfache Wahrheit, daß sie jedermann einleuchtet, selbst demjenigen, der noch an der Binse (scirpus nannte man auch das Volksrätsel mit seinen verführerischen Zweideutigkeiten) nach Knoten sucht, nach dem lateinischen Sprichwort: »Nodum in scirpo quaerere«, d. h. Schwierigkeiten suchen, wo es keine gibt (»Du wirft mir ganz fatal mit deinen Skrupeln, An Binsen suchst nach Knoten du!« Terenz). Eine andre, nicht sehr einleuchtende Erklärung der Redensart, deren Erfindung hier den Heidelberger Studenten zugeschrieben wird, gibt Kußmaul (»Jugenderinnerungen eines alten Arztes«). Ein idiotischer Verkäufer von »Pfeifenbinsen« (s. Molinia) soll danach den Anlaß geboten haben.
 
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Binswanger, Otto, Mediziner, geb. 14. Okt. 1852 zu Münsterlingen in der Schweiz, studierte in Heidelberg, Straßburg, Zürich und Wien, war Assistent bei Westphal in Berlin, habilitierte sich daselbst 1882 als Privatdozent und wurde 1889 Professor der Psychiatrie und Direktor der Landes-Irrenheilanstalt in Jena. Er arbeitete über Porenkephalie, über die motorischen Rindenpartien, über Mechanismus und Entstehungsart der epileptischen Krämpfe und schrieb: »Die pathologische Histologie der Großhirnrindenerkrankung bei der allgemeinen progressiven Paralyse« (Jena 1893); »Die Pathologie und Therapie der Neurasthenie« (das. 1896); »Die Epilepsie« (in Nothnagels »Handbuch der speziellen Pathologie und Therapie«, Wien 1899); »Zur Reform der Irrenfürsorge in Deutschland« (Leipz. 1896). Mit Pfeiffer gibt er die »Korrespondenzblätter des Allgemeinen ärztlichen Vereins von Thüringen« (Jena) heraus.
 
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Bintang, Inselgruppe, s. Meyers Riouw.
 
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Binterim, Anton Joseph, kath. Theolog, geh 19. Sept. 1779 in Düsseldorf, gest. 17. Mai 1855, trat 1796 in den Franziskanerorden und verwaltete die ihm 1805 übertragene Pfarrei in der Vorstadt Bilk zu Düsseldorf bis zu seinem Tod. In weitern Kreisen machte er sich durch seine heftige Polemik in den kirchlichen Zeitfragen der gemischten Ehen, des heiligen Rockes etc. bekannt. Bleibenden Wert haben von seinen Schriften: »Die alte und neue Erzdiözese Köln« (Mainz 182831, 4 Bde., mit J. H. Mooren zusammen bearbeitet); »Die vorzüglichsten Denkwürdigkeiten der christkatholischen Kirche« (das. 18251832, 7 Bde.); »Pragmatische Geschichte der deutschen National-, Provinzial- und vorzüglichsten Diözesankonzilien« (das. 183548, 7 Bde.).

 

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