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Bindesalat bis Bingen (Bd. 2, Sp. 883)
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Artikelverweis Bindesalat, s. Meyers Lattich.
 
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Bindeweiden, s. Meyers Bindematerial.
 
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Bindewort, s. Meyers Konjunktion.
 
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Bindfaden, s. Meyers Seilerwaren.
 
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Binding, Karl, Kriminalist, geb. 4. Juni 1841 in Frankfurt a. M., studierte in Göttingen und Heidelberg Geschichte und Rechtswissenschaft, wurde 1864 Privatdozent in Heidelberg, dann ordentlicher Professor der Rechte in Basel und Freiburg, 1872 an der neubegründeten Universität zu Straßburg und 1873 in Leipzig. Von seinem historischen Werk: »Das burgundisch-romanische Königreich« ist bisher nur der erste Band (Leipz. 1868), mit einer wertvollen Beilage Wackernagels über die Sprache und Sprachdenkmäler der Burgunden, erschienen. Unter seinen juristischen Schriften ist vor allem hervorzüheben die bedeutende Monographie »Die Normen und ihre Übertretung. Eine Untersuchung über die rechtmäßige Handlung und die Arten des Deliktes« (Leipz. 187277, 2 Bde.; Bd. 1 in 2. Aufl., das. 1890), in der B. eine Revision der allgemeinen Lehren des Strafrechts unternahm. Eine systematische Darstellung des heutigen Strafrechts hat B. in seinem »Handbuch des Strafrechts« begonnen (Bd. 1, Leipz. 1885), das einen Teil des von ihm wit andern unternommenen »Systematischen Handbuchs der deutschen Rechtswissenschaft« bildet. Unter Bindings sonstigen Schriften sind noch zu nennen: »Kritik des Entwurfs zum Strafgesetzbuch für den Norddeutschen Bund« (Leipz. 1870); »Die drei Grundfragen der Organisation des Strafgerichts« (das. 1876); »Das Problem der Strafe in der heutigen Wissenschaft« (Wien 1877); »Grundriß des gemeinen deutschen Strafrechts«, 1. Teil (6. Aufl., Leipz. 1902), 2. Teil als »Lehrbuch des gemeinen deutschen Strafrechts« (das. 18931901, 2 Bde.; Bd. 1 in 2. Aufl. 1902); »Grundriß des gemeinen deutschen Strafprozeßrechts« (4. Aufl., das. 1900); »Die Gründung des Norddeutschen Bundes« (das. 1888); »Die Ehre und ihre Verletzbarkeit« (Rektoratsrede, das. 1892); »Der Versuch der Reichsgründung durch die Paulskirche in den Jahren 1848 und 1849« (Akademische Rede, das. 1892); »Die rechtliche Stellung des Kaisers im heutigen Deutschen Reiche« (Dresd. 1898); »Das Thronfolgerecht der Kognaten im Großherzogtum Luxemburg« (Leipz. 1900). Auch gab er »Deutsche Staatsgrundgesetze in diplomatisch treuem Abdruck« heraus (Leipz. 1893 ff.).
 
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Bindung, die Art und Weise, wie sich in einem Gewebe die Faden kreuzen; s. Meyers Weben.
 
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Bindungsmuster, die Zusammenstellung verschiedener Bindungseffekte zur Erreichung eines musterartigen Ganzen.
 
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Binetsch, Spinat, s. Spinacia.
 
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Binge (Pinge, Tagebruch), s. Meyers Bruch (Bergbau).
 
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Bingelkraut, s. Mercurialis.
 
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Bingen, Kreisstadt in der hess. Provinz Rheinhessen, in reizender Lage, 80 m ü. M., links am Rhein, an der Mündung der Nahe, über welche die alte sogen. Drususbrücke und eine Eisenbahnbrücke führen, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Mainz-Koblenz und Worms- B., hat eine evangelische und 3 kath. Kirchen (die gotische Pfarrkirche aus dem 15. Jahrh. mit Krypte aus dem 11. Jahrh.), 2 Synagogen, ein Rathaus im mittelalterlichen Stil, einen Hafen, ein Elektrizitätswerk, Zigarren-, Stärke-, Schaumweinfabrikation, Gerberei, Bierbrauerei, Weinbau, Weinhandel, Speditionshandel, Schiffahrt und (1900) 9600 meist kath. Einwohner. B. ist Sitz eines Amtsgerichts, einer Handelskammer, einer Reichsbanknebenstelle, eines Hauptsteueramts, einer Oberförsterei und hat ein Technikum, eine Realschule mit Progymnasium, eine Baugewerk- und Gewerbeschule und ein Institut der Englischen Fräulein. Über der Stadt die Burg Klopp, neuerdings wiederhergestellt, seit 1900 städtisches Besitztum, mit vortrefflicher Aussicht; unweit liegt der Rochusberg mit der Rochuskapelle, 1889 durch Blitzstrahl zerstört, 1895 schöner und größer wieder aufgebaut. Unterhalb der Stadt ist das Binger Loch, eine für die Schiffahrt sonst sehr gefährliche Stromenge, die jedoch 1834 verbreitert und fahrbar gemacht ist. Hier steht mitten im Strom auf einem Felsen der sogen. Mäuseturm (nach einigen soviel wie Mautsturm, nach neuerer Forschung aber von Muserie, »Geschütz«, abzuleiten), in dem der Sage nach der Erzbischof Hatto II. von Mainz 969 von den Mäusen gefressen ward. B. (Vincum oder Bingium), eine Stadt der Vangionen, gehörte zur Römerzeit zum belgischen Gallien. Drusus erbaute hier 13 v. Chr. ein Kastell, dessen Reste sich noch heute bei der Ruine Klopp finden, und über die Nahe eine Brücke. Die Stadt, im Rheingau belegen, erscheint Ende des 10. Jahrh. im Besitz der Erzbischöfe von Mainz, die sie 1437 an das Mainzer Domkapitel abtraten. In der Burg Klopp wurde Kaiser Heinrich IV. 1105 von seinem Sohn gefangen gehalten. 1254 trat B. dem rheinischen Städtebund bei. 1639 wurde es vom Herzog Bernhard von Weimar, 1640 von den Kaiserlichen und 1644 von den Franzosen erobert, die

[Bd. 2, Sp. 884]


1689 die Burg nochmals nahmen und sprengten, die Stadt selbst aber in Asche legten. Von 17971814 gehörte B. zu Frankreich und fiel 1815 an das Großherzogtum Hessen. Nach der Sage liegt bei B. der Nibelungenhort im Rhein verborgen.

 

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