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Binaurales Hören bis Bindegrün (Bd. 2, Sp. 882)
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Artikelverweis Binaurales Hören, das Hören mit beiden Ohren im Gegensatze zum monauralen Hören mit nur einem Ohr; s. Meyers Gehör.
 
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Binche (spr. bängsch'), geklöppelte Spitze aus Belgien.
 
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Binche (spr. bängsch'), Stadt in der belg. Provinz Hennegau, Arrond. Thuin, nahe der Haine, an der Staatsbahnlinie Braine-le-Comte-Erquelinnes, mit Glasfabrikation, Schloßruine, Staats-Knabenmittelschule und (1900) 11,350 Einw.
 
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Binck, Jakob, Maler und Kupferstecher, geb. zu Ende des 15. Jahrh. in Köln, gest. 1568 oder 1569 in Königsberg, war in den Jahren 152032, wie seine Stiche, von denen etwa 150 erhalten sind, beweisen, als Kupferstecher tätig. Als solcher arbeitete er nicht nach eignen Zeichnungen, sondern kopierte Dürer, die beiden Beham. Markanton und Caraglio. Um 1530 ging er nach Dänemark, wo er in die Dienste Christians II. und später Christians III. trat, dessen Hofmaler er wurde. Er malte unter andern die Bildnisse des Königs und der Königin (Kopenhagen), beaufsichtigte Festungsbauten, zeichnete Entwürfe zu Grabdenkmälern (Friedrich I. im Dom zu Schleswig) und illustrierte 1550 eine dänische Bibel. 1551 trat er in die Dienste des Herzogs Albrecht von Preußen in Königsberg, wo sich noch einige Bildnisse von seiner Hand befinden.
 
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Binde (Fascia), die sehnige Hülle, die ein oder mehrere Muskeln zusammenhält. An ihnen kann ein besonderer Spannmuskel (Tensor fasciae) von verschiedener Ausbildung und Stärke vorhanden sein. Beim Menschen ist zu erwähnen der Spanner der breiten B. (tensor fasciae latae) am Oberschenkel (s. Tafel Meyers »Muskeln des Menschen«), welche die freie Fläche aller dort gelegenen Muskeln überzieht. In der Chirurgie bedient man sich der Binden, d. h. 18 m langer, 310 cm breiter Streifen von Leinwand, Baumwollenzeug, Flanell, Gaze (Mull) u. dgl., um andre Verbandstücke zu befestigen, oder um einen gewissen Druck auf einen Körperteil auszuüben, wodurch getrennt gewesene Teile zusammengehalten oder krankhaft angeschwollene Teile auf ihren normalen Umfang zurückgeführt und auf diesem erhalten werden sollen. Ein einfach aufgerollter Streifen heißt eine einfache Rollbinde; ist das andre Ende ebenfalls gerollt, so entsteht die doppelte Rollbinde; bei der T-Binde ist ein Stück senkrecht an das andre genäht. Das Anlegen der B. erfordert eine besondere Kunstfertigkeit, die bezweckt, daß an jeder Stelle der Verband genau anliegt, nicht zu lose noch zu fest ist. Mit erhärtenden Stoffen imprägnierte Binden (Gips, Wasserglas, Magnesit, Tripolith u. a.) werden zur Herstellung sogen. Kontentivverbände verwendet, die bezwecken, die betreffende Körperpartie absolut und für längere Zeit ruhig zu halten, zu immobilisieren. Vgl. Verband.
 
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Binde, in der Heraldik der Querbalken, insbes. im österreichischen Wappen so genannt.
 
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Bindedraht, ausgeglühter, sehr weicher Eisendraht, der zum Binden benutzt werden kann. Sehr seiner B. dient in der Blumenbinderei.
 
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Bindegewebe, s. Meyers Gewebe.
 
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Bindegewebsentzündung (Zellgewebsentzündung) kommt überall vor, wo sich im Körper Bindegewebe findet; die interstitiellen Entzündungsprozesse an Leber, Herz, Nieren etc. gehören in das Gebiet der B. Sie führen in akuten Fällen zu Eiterung, in chronischen zu Neubildung von Bindegewebe (Narbe). Speziell als Zellgewebsentzündung bezeichnet man durch Bakterien bewirkte fortschreitende Eiterungen im Binde- und Fettgewebe, s. Phlegmone. Die Behandlung der B. ist nur bei äußerlich zugänglichen Teilen möglich; sie erfordert große Einschnitte und fäulniswidrige Verbände.
 
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Bindegewebsgeschwulst (lat. Fibroma), s. Meyers Geschwülste.
 
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Bindegrün, Materialien, welche die Unterlage und Grundfarbe für die Arbeiten der Meyers Binderei (s. d.) bilden. Der heutige lockere Aufbau aller Blumen arbeiten, der nach Möglichkeit jede Blüte zur Einzelwirkung kommen läßt, verlangt eine feinere Auswahl und Abwechselung im füllenden Grün. Langstengelige Blumen bringen oft ihr Laub mit; im übrigen sorgen eigne Gewächshauskulturen (Asparagus-Arten, Farne, Warmhauspflanzen mit farbigen Blättern etc.) für B. Im Winter wird an dunkeln Stellen der Warmhäuser manche Pflanzenart in Masse zum Aus treiben gebracht, deren gelb kommende Blätter sehr gesucht sind. Für die Kranzbinderei liefert neben heimischen Farnen, Preißelbeer-, Tannen- und Fichten grün sowie Eichenzweigen, blühender Erika u. a. der Süden das lederartig feste Laub vieler immergrüner Pflanzen (Lorbeer, Aucuba, Magnolia, Mahonia, Kirschlorbeer u. a.). Zu Trauerdekorationen werden die Blätter großer Fächer- und Fiederpalmen der Gewächshäuser und die Cycaswedel mit Blumensträußen verbunden. Eine sehr wirkungsvolle Verwendung findet im Herbst das verschieden gefärbte Laub vieler exotischer Parkgehölze, besonders das der amerikanischen Eichen, zu Kränzen und großen Vasensträußen. Moose (Bindereimoos) dienen besonders zur Anfertigung künstlicher Blumenarbeiten.

 

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