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Bimsstein bis Binck (Bd. 2, Sp. 881 bis 882)
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Artikelverweis Bimsstein (Bims, lat. Pumex), schaumige Modifikation glasiger vulkanischer Gesteine. Die eingeschlossenen Blasenräume übertreffen die Glasmasse derart an Volumen, daß der B. auf Wasser schwimmt. Gepulvert sinkt er unter, denn sein spezifisches Gewicht beträgt 2,32,5. Er ist hellgrau, gelblich oder bräunlich, selten schwarz. In ihrer chemischen Zusammensetzung stimmen die Bimssteine mit den Obsidianen und Perlsteinen im wesentlichen überein. Sie enthalten 5574 Proz. Kieselsäure, 515 Proz. Alkalien (Kali und Natron), viele auch 12 Proz. Wasser. Die rundlichen Blasenräume der schaumigen Bimssteinvarietäten und die lang ausgezogenen, parallel geordneten Hohlräume, welche die Faserung und den seidenartigen Glanz der andern Bimssteine bedingen, sind die Folge einer starken Gas- oder Dampfentwickelung innerhalb der noch glutflüssigen Glasmasse, ganz sowie künstliche Schlacken, wenn sie in noch flüssigem Zustande von Wasserdampf durchströmt werden, bimssteinähnliche Gläser liefern. Wie die Obsidiane und Perlsteine, so enthalten auch die Bimssteine zuweilen Kristallausscheidungen (Bimssteinporphyre), teils, wie in der Tokajer Gegend, Feldspatkristalle, teils, wie am Laacher See, Augit, Glimmer und Hauyn. Von den ungarischen zeigen manche trotz der Porosität noch Perlitstruktur (Perlitbimsstein). Der B. ist in seinem Vorkommen an Vulkane, tätige oder erloschene, gebunden. Oft ist der obere Teil der Obsidianströme zu B. aufgebläht (Teneriffa); häufiger findet sich aber B. in losen Auswürflingen, in größern und kleinern, rundlichen Stücken, und diese Bimsstein lapilli bilden, mit losen Kristallen und Gesteinfragmenten untermischt, oft ausgedehnte und mächtige Tuffschichten (Bimssteintuff oder Traß, Duckstein, Bimssteinkonglomerat). B. findet sich massenhaft auf Lipari; auch in Ungarn und in Deutschland in dem vulkanischen Gebiete des Laacher Sees. Zwischen Mayen im W. und Marburg im O. ist über ein elliptisches Gebiet von 2200 qkm Bimssteintuff zerstreut, der jedenfalls von einer der letzten Ausbrüche des Laacher Vulkans herrührt; besonders mächtig ausgebreitet ist er in dem Talbecken zwischen Neuwied und Andernach. Auch in Mexiko, Quito, auf Neuseeland und den Sundainseln ist der B. nicht selten. B. dient zu leichten Ziegeln und als Polier- und Schleifmittel, wobei man ihn als Pulver oder in ganzen Stücken anwendet. Schon die Alten bedienten sich seiner zum Glätten der Häute und zum Schärfen der Schreibrohre. Auch als Radiermittel für Pergament wurde er benutzt. Zum Reinigen der Hände dient bimssteinhaltige Seife. Künstlicher B. zum Schleifen des Holzes besteht aus scharf gebrannter Mischung von seinem scharfen Quarzsand und Ton.
 
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Bimssteintuff, s. Meyers Bimsstein.
 
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Bin (türk.), tausend; s. Meyers Bimbaschi.
 
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Binär (binar, binarisch, lat.), zweiteilig, in zwei zerfallend; s. Invariantentheorie. Binäre Nomenklatur, s. Meyers Art. Binäre Rechenkunst, soviel wie Dyadik (s. d.).
 
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Binārkies, Mineral, soviel wie Markasit.
 
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Binasco, Flecken in der ital. Provinz Mailand, Kreis Abbiategrasso, am Kanal von Pavia und der

[Bd. 2, Sp. 882]


Dampfstraßenbahn Mailand-Pavia, liefert guten Parmesankäse und hat (1901) 2008 Einw. B. ward 1796 von den Franzosen in Asche gelegt. Dabei die Trümmer des Kastells, wo Filippo Visconti 1418 seine Gemahlin Beatrice di Tenda hinrichten ließ.
 
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Bination (lat.), das zweimalige Zelebrieren der katholischen Messe an Einem Tage, nur ausnahmsweise zulässig.
 
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Binaurales Hören, das Hören mit beiden Ohren im Gegensatze zum monauralen Hören mit nur einem Ohr; s. Meyers Gehör.
 
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Binche (spr. bängsch'), geklöppelte Spitze aus Belgien.
 
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Binche (spr. bängsch'), Stadt in der belg. Provinz Hennegau, Arrond. Thuin, nahe der Haine, an der Staatsbahnlinie Braine-le-Comte-Erquelinnes, mit Glasfabrikation, Schloßruine, Staats-Knabenmittelschule und (1900) 11,350 Einw.
 
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Binck, Jakob, Maler und Kupferstecher, geb. zu Ende des 15. Jahrh. in Köln, gest. 1568 oder 1569 in Königsberg, war in den Jahren 152032, wie seine Stiche, von denen etwa 150 erhalten sind, beweisen, als Kupferstecher tätig. Als solcher arbeitete er nicht nach eignen Zeichnungen, sondern kopierte Dürer, die beiden Beham. Markanton und Caraglio. Um 1530 ging er nach Dänemark, wo er in die Dienste Christians II. und später Christians III. trat, dessen Hofmaler er wurde. Er malte unter andern die Bildnisse des Königs und der Königin (Kopenhagen), beaufsichtigte Festungsbauten, zeichnete Entwürfe zu Grabdenkmälern (Friedrich I. im Dom zu Schleswig) und illustrierte 1550 eine dänische Bibel. 1551 trat er in die Dienste des Herzogs Albrecht von Preußen in Königsberg, wo sich noch einige Bildnisse von seiner Hand befinden.

 

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