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Bilston bis Bimsstein (Bd. 2, Sp. 881)
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Artikelverweis Bilston, Stadt in Staffordshire (England), dicht bei Wolverhampton, mit (1901) 24,034 Einw., Eisenhütten, Fabrikation von eisernen Booten, Dampfkesseln, Geldschränken, Ketten, lackierten Kurzwaren etc.
 
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Bilwitz, s. Meyers Ackerkulte.
 
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Bima, s. Meyers Sumbawa.
 
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Bimānen (Bimăna, Zweihänder), bei Linné die Menschen im Gegensatze zu den fälschlich sogenannten Quadrumanen (Vierhändern), den Affen.
 
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Bimbaschi (türk., für Bin baschi, »Haupt von 1000«), Chef eines Bataillons, Major.
 
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Bimbelot (franz., spr. bängd'lō), Kinderspielzeug, Spielwaren; Bimbeloterie, Handel oder Fabrikation von Spielwaren.
 
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Bimbia, halbinselartig in die Biafrabai vorspringende Landschaft in der deutschen Kolonie Kamerun, zwischen der Kriegsschiffbucht im W. und der Mündung des Flusses B., eines vom Kamerunästuar abgezweigten Creeks. An der Südspitze beim Kap B. liegt das Dorf B. mit 400 Einw. Das von Ausläufern des Kamerungebirges, den Bimbiabergen, durchzogene Land trägt üppige Vegetation und gehört der Kamerun-Land- und Plantagengesellschaft, die hier Kakaopflanzungen angelegt hat. Die Bewohner der Halbinsel, die Isubu, treiben ergiebigen Fischfang.
 
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Bimémbrisch (lat.), zweigliederig.
 
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Biméster (lat.), Zeitraum von zwei Monaten.
 
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Bimetallismus, s. Meyers Doppelwährung.
 
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Bimsstein (Bims, lat. Pumex), schaumige Modifikation glasiger vulkanischer Gesteine. Die eingeschlossenen Blasenräume übertreffen die Glasmasse derart an Volumen, daß der B. auf Wasser schwimmt. Gepulvert sinkt er unter, denn sein spezifisches Gewicht beträgt 2,32,5. Er ist hellgrau, gelblich oder bräunlich, selten schwarz. In ihrer chemischen Zusammensetzung stimmen die Bimssteine mit den Obsidianen und Perlsteinen im wesentlichen überein. Sie enthalten 5574 Proz. Kieselsäure, 515 Proz. Alkalien (Kali und Natron), viele auch 12 Proz. Wasser. Die rundlichen Blasenräume der schaumigen Bimssteinvarietäten und die lang ausgezogenen, parallel geordneten Hohlräume, welche die Faserung und den seidenartigen Glanz der andern Bimssteine bedingen, sind die Folge einer starken Gas- oder Dampfentwickelung innerhalb der noch glutflüssigen Glasmasse, ganz sowie künstliche Schlacken, wenn sie in noch flüssigem Zustande von Wasserdampf durchströmt werden, bimssteinähnliche Gläser liefern. Wie die Obsidiane und Perlsteine, so enthalten auch die Bimssteine zuweilen Kristallausscheidungen (Bimssteinporphyre), teils, wie in der Tokajer Gegend, Feldspatkristalle, teils, wie am Laacher See, Augit, Glimmer und Hauyn. Von den ungarischen zeigen manche trotz der Porosität noch Perlitstruktur (Perlitbimsstein). Der B. ist in seinem Vorkommen an Vulkane, tätige oder erloschene, gebunden. Oft ist der obere Teil der Obsidianströme zu B. aufgebläht (Teneriffa); häufiger findet sich aber B. in losen Auswürflingen, in größern und kleinern, rundlichen Stücken, und diese Bimsstein lapilli bilden, mit losen Kristallen und Gesteinfragmenten untermischt, oft ausgedehnte und mächtige Tuffschichten (Bimssteintuff oder Traß, Duckstein, Bimssteinkonglomerat). B. findet sich massenhaft auf Lipari; auch in Ungarn und in Deutschland in dem vulkanischen Gebiete des Laacher Sees. Zwischen Mayen im W. und Marburg im O. ist über ein elliptisches Gebiet von 2200 qkm Bimssteintuff zerstreut, der jedenfalls von einer der letzten Ausbrüche des Laacher Vulkans herrührt; besonders mächtig ausgebreitet ist er in dem Talbecken zwischen Neuwied und Andernach. Auch in Mexiko, Quito, auf Neuseeland und den Sundainseln ist der B. nicht selten. B. dient zu leichten Ziegeln und als Polier- und Schleifmittel, wobei man ihn als Pulver oder in ganzen Stücken anwendet. Schon die Alten bedienten sich seiner zum Glätten der Häute und zum Schärfen der Schreibrohre. Auch als Radiermittel für Pergament wurde er benutzt. Zum Reinigen der Hände dient bimssteinhaltige Seife. Künstlicher B. zum Schleifen des Holzes besteht aus scharf gebrannter Mischung von seinem scharfen Quarzsand und Ton.

 

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