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Billings bis Billroth (Bd. 2, Sp. 879 bis 880)
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Artikelverweis Billings, Stadt im nordamerikan. Staat Montana, am Kopfpunkte der Yellowstone-Schiffahrt und an der Nordpacificbahn, mit starkem Viehhandel und (1900) 3221 Einw.
 
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Billion (franz.), nach deutscher Bezeichnungsweise eine Million Millionen, in Zahlzeichen: 1,000,000,000,000, also 101'', bei den romanischen Völkern nur 1000 Millionen (im Finanzwesen Milliarde). Das Zahlwort Byllion findet sich zuerst in einem Manuskript von Nicolas Chuquet, abgedruckt im Bulletino von Boncompagni, Bd. 13 (Rom 1880).
 
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Billiton (Blitong), niederländisch-ostind. Insel (s. Karte »Hinterindien«), zwischen Borneo und Banka, eine besondere Assistentresidentschaft bildend, dort durch die Karimata-, hier durch die Gasparstraße getrennt, hat 4594 qkm mit (1895) 41,558 Einw. (96 Europäer, 11,905 Chinesen). Die von Klippen, Sand- und Korallenbänken umgebene Insel ist bergig (bis 600 m) und außerordentlich reich an Eisenerzen, vor allem aber an Zinn, dessen Förderung 182188: 87,000 Ton betrug, seitdem aber noch gesteigert wurde

[Bd. 2, Sp. 880]


Zur Ausfuhr gelangen außer Zinn: Sago, Kokos, Dammarharz, Gummi, Pfeffer, wohlriechende Hölzer (Kaju garu), Schildpatt, Trepang. Hauptort ist Tandjong Pandang. Vgl. de Groot, Herinneringen a an Blitong (Haag 1887); Posewitz, Die geologisch-montanistischen Verhältnisse der Insel B. (in »Petermanns Mitteilungen«, 1887); Geologisches von Verbeck in »Jaarboek Eijnwezen Nedl.-Ind.«, Bd. 26.
 
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Bill of attainder (Act of attainder, engl., spr. ättēnder, Strafbill), in England ein Ausnahmegesetz, durch welches das Parlament in einzelnen Fällen die Befugnis erhält, eine bestimmte Person ohne gerichtliches Verfahren selbst zur Untersuchung zu ziehen und zu bestrafen.
 
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Bill of rights (engl., spr. raits, »Gesetz der Rechte«), ein Staatsgrundgesetz der engl. Monarchie, das deren parlamentarische Verfassung begründete; durch die B. wurde die nach dem Sturz König Jakobs II. von einer Kommission des Parlaments vereinbarte Declaration of rights (»Erklärung der Rechte«) zum Gesetz erhoben. Bei der feierlichen Übertragung der englischen Krone an Wilhelm III. und seine Gemahlin Maria 13. Febr. 1689 gaben diese der B. ihre Zustimmung. Sie bestimmte, daß die vorgebliche Befugnis der Krone, von Gesetzen zu dispensieren und Gesetze ruhen zu lassen, den Grundrechten des Königreichs zuwider sei; daß ohne Bewilligung des Parlaments keinerlei Steuern und Abgaben erhoben und kein stehendes Heer errichtet werden dürfe; daß die Gerichte unabhängig und die Minister für ihre Amtshandlungen dem öfter zu berufenden Parlament verantwortlich seien, ohne daß dabei der Krone ein Begnadigungsrecht zustehe; Uniformitätsakte u. Testakte sollten für die kirchlichen Verhältnisse maßgebend sein. Vgl. Declaration of rights und Petition of rights.
 
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Bill of sale (engl., spr. ßēl), schriftlicher Kaufvertrag, Vertrag über die Verpfändung von Mobilien, die im Gewahrsam des Schuldners belassen werden.
 
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Billom (spr. bijóng), Stadt im franz. Depart. Puyde-Dôme, Arrond. Clermont, an einem Nebenflüßchen des Allier und an einer Zweiglinie der Lyoner Bahn, 374 m ü. M., mit der Kirche St.-Cerneuf (aus dem 12. Jahrh.), Schloßruinen, Fabriken für Leinwand, Zwirn und Tonwaren, Getreide- und Viehhandel, einem Handelsgericht, einer militärischen Vorbereitungsschule und (1901) 3857 Einw. B., das in der Merowingerzeit eine königliche Pfalz und Münze und 14151555 eine Rechtsschule hatte, war zur Zeit der Ligue ein Hauptherd der Unruhen.
 
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Billon (franz., spr. bijóng), Silberlegierung mit mehr Kupfer als Silber, in Frankreich jede Scheidemünze, auch kupferne. B. heißen ferner zu geringhaltige oder außer Kurs gesetzte Geldstücke, die in den Schmelztiegel wandern; endlich die Schmelze von solchem Ausschußgeld.
 
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Billon (Bilon), s. Meyers Bisang.
 
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Billot (spr. bijō), 1) Jean Baptiste, franz. General, geb. 15. Aug. 1828 in Chaumeil (Corrèze), ward 1849 als Unterleutnant in den Generalstab versetzt und diente mit Ausnahme des mexikanischen Feldzugs beinahe immer in Algerien. 1870 wurde er zum Obersten in der Loirearmee ernannt. Er schloß sich der republikanischen Partei an und erlangte die Gunst Gambettas und Freycinets. An der Spitze des 18. Korps nahm er am Gefecht von Beaune-la-Rolande (26. Nov.) teil. Er gehörte darauf zur Armee Bourbakis und bildete in der Schlacht an der Lisaine den äußersten linken Flügel. Als Mitglied der Nationalversammlung schloß er sich der republikanischen Linken an. die ihn bald zu ihrem Präsidenten erwählte. Ende 1875 wurde er zum unabsetzbaren Senator ernannt, widerstand den monarchischen Restaurationsplänen und bewirkte im Februar 1878 die Reform des französischen Generalstabes nach preußischem Muster. 1879 zum kommandierenden General ernannt, war er 188283 und April 1896 bis Juni 1898 Kriegsminister und hat durch seine unaufrichtige Haltung viel zu der verderblichen Entwickelung der Dreyfus-Angelegenheit beigetragen.
   2) Albert, franz. Diplomat, geb. 3. Dez. 1841, trat 1865 in das Ministerium des Auswärtigen ein, wurde 1880 Direktor der Handelsabteilung, 1882 Direktor der politischen Angelegenheiten, 1885 Gesandter in Lissabon und war 1890 bis Ende 1897 Botschafter beim König von Italien in Rom.
 
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Billroth, Theodor, Mediziner, geb. 26. April 1829 in Bergen auf Rügen, gest. 6. Febr. 1894 in Abbazia, studierte in Greifswald, Göttingen und Berlin, wurde 1855 Assistent an der chirurgischen Universitätsklinik in Berlin, 1860 Professor der Chirurgie und Direktor der chirurgischen Klinik in Zürich, 1867 in Wien. 187071 war er in deutschen Lazaretten am Rhein tätig. 1887 wurde er zum Mitgliede des österreichischen Herrenhauses ernannt. 1897 wurde ihm in der Wien er Universität ein Denkmal errichtet. B. war einer der bedeutendsten und vielseitigsten Chirurgen der Gegenwart, nicht nur ein genialer Operateur (Magenresektion, Exstirpation des Kehlkopfes), sondern auch ein tüchtiger Mikroskopiker, Patholog und durch seine große kriegschirurgische Erfahrung eine Autorität auf dem Gebiete der Kriegsheilkunde. Seine geschichtliche Bedeutung beruht besonders auf der Betonung der Notwendigkeit der streng anatomisch-mikroskopischen Richtung und der Pflege der pathologisch-anatomischen Forschung. Er schrieb: »Über den Bau der Schleimpolypen« (Berl. 1855); »Über die Entwickelung der Blutgefäße« (das. 1856); »Beobachtungsstudien über Wundfieber und akzidentelle Wundkrankheiten« (das. 1862); »Die allgemeine chirurgische Pathologie und Therapie« (das. 1863; 15. Aufl. mit Winiwarter, 1893; in mehrere Sprachen, auch ins Japanische, übersetzt); »Chirurgische Klinik, Zürich 18601867« (das. 1869), »Wien 1868« (das. 1870), »Wien 18691870« (das. 1872) und »Wien 18711876« (das. 1879); »Chirurgische Briefe aus den Kriegslazaretten in Weißenburg und Mannheim 1870« (das. 1872); »Untersuchungen über die Vegetationsformen von Coccobacteria septica« (das. 1874); »Über das Lehren und Lernen der medizinischen Wissenschaften« (Wien 1876); »Über den Transport der im Feld Verwundeten und Kranken« (mit I. v. Mundy, das. 1874; auch franz.); »Die Krankenpflege im Hause und im Hospital« (6. Aufl., das. 1899). Er gab heraus mit Pitha das »Handbuch der allgemeinen und speziellen Chirurgie mit Einschluß der topographischen Anatomie, Operations- u. Verbandlehre« (Stuttg. 18651886, 4 Bde.), mit Lücke u. a. die »Deutsche Chirurgie« (das. 1879 ff., fortgesetzt von Bergmann und Bruns). Auch war B. Mitherausgeber von Langenbecks »Archiv für klinische Chirurgie«. Aus seinem Nachlaß erschien: »Wer ist musikalisch?« (3. Aufl., Berl. 1898) u. Briefe (hrsg. von Fischer, Hannov. 1895, 5. Aufl. 1899).

 

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