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Billiarde bis Billon (Bd. 2, Sp. 879 bis 880)
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Artikelverweis Billiarde, eine Summe von einer Million Milliarden oder von 1000 Billionen.
 
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Billigkeit (lat. Aequitas), die natürliche Gerechtigkeit, die alle Verhältnisse mit gerechtem Maß bemißt und für jeden das ihm Gebührende festsetzt. Jedes positive Recht soll sich bestreben, diese Aequitas zu verwirklichen. Freilich kann die Gesetzgebung auf der andern Seite nicht alle besondern Verhältnisse berücksichtigen; die Sicherung des rechtlichen Verkehrs macht es vielmehr notwendig, daß Durchschnittsregeln aufgestellt werden. Diese bilden dann ein strenges, durchgreifendes Recht (jus strictum), und im Gegensatz hierzu werden die Rechtsnormen, die mehr der Individualität und besondern Verhältnissen Rechnung tragen, als Rechte der B. (jus aequum) bezeichnet. Für den Richter ist die B. Leiterin in richtiger Auslegung und Anwendung der Gesetze. Alle menschlichen Gesetze bleiben unvollkommen, da es geradezu unmöglich ist, die unendliche Mannigfaltigkeit stets neu sich erzeugender Rechtsverhältnisse und die vielfache Gestaltung der Fälle von vornherein sich vorzustellen und zu regeln. Hier muß der Richter die Lücken des bestehenden Rechts im Geiste desselben und mit Berücksichtigung der Zeitumstände und des Bedürfnisses ergänzen und danach Recht sprechen, weshalb auch die römischen Juristen die Aequitas ausdrücklich als Rechtsquelle mit ausgeführt und ihr bei der Rechtspflege einen großen Spielraum gelassen haben. Die Prätoren (s. d.) insbes. veröffentlichten bei ihrem Amtsantritt ein förmliches Programm, nach welchen Grundsätzen sie Recht sprechen würden, und so entstand neben dem strengern Recht ein besonderes prätorisches Recht, das den Verkehrsverhältnissen billige Rechnung trug, und wodurch jenes sogar insoweit modifiziert ward, als dies ohne Schaden für den ganzen Rechtsorganismus geschehen durfte. Außer in Rom hat sich der Gegensatz zwischen Recht und B. nirgends so stark ausgebildet wie in England, wo neben den Gerichten des gemeinen Rechts noch sogen. Billigkeitsgerichte (courts of equity) bestehen (s. Meyers England [Rechtspflege]). Auch in Nordamerika bestehen in einigen Staaten der Union dergleichen Gerichte. Selbst Katharina II. von Rußland errichtete ähnliche unter dem Namen Gewissensgerichte. In Deutschland, wo die B. sich schon früh geltend machen konnte, gibt es außer den Schiedsgerichten und den Schiedsmännern keine besondern Institute dieser Art. Dagegen verweist das Bürgerliche Gesetzbuch in einer Reihe von Paragraphen direkt auf das »billige Ermessen«, sei es eines der Vertragschließenden (§ 315), sei es eines Dritten (§ 316), sei es endlich der Richter (§ 319) bei der Bestimmung einer Vertragsleistung. Es soll danach in solchen Fällen der Inhalt der Verpflichtung nicht nach bestimmten Vorschriften, sondern nach dem objektiven Maßstabe des billigen Ermessens bestimmt werden. Vgl. Ortmann (in der Zeitschrift »Das Recht«, Bd. 5, Nr. 1 u. 2,1900).
 
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Billing, 1) Gottfrid, schwed. Theolog und Politiker, geb. 29. April 1841 im Kirchspiel Önnestad (Schonen), war seit 1865 in Lund als Gymnasial- und Universitätslehrer, Prediger und Mitglied der theologischen Examenskommission tätig und ward 1884 zum Bischof des lutherischen Stifts Westerås, 1885 zum Oberhofprediger ernannt. Seit 1898 ist er Bischof von Lund. Seit 1888 Mitglied der Ersten Reichstagskammer, spielt B. als anerkannter Führer der christlich-sozialen Richtung der Hochkonservativen und glänzender Redner im parlamentarischen u. kirchlichen veben Schwedens eine bedeutsame Rolle. Von seinen formvollendeten Abhandlungen seien erwähnt: »Försök till utläggning af Habakuks profetia« (1865); »Några ord såsom inledning till den Heliga skrift« (1865, 4. Aufl. 1880); »Om sacramentum och sacrificium i den lutherska culten« (1869); »Kateketikens begrepp« (2. Aufl. 1873); »Om den sköna Herrens gudstjenst« (1874, 5. Aufl. 1894), »Olikheten bland Jesu vänner« (Bd. 1, 2. Aufl. 1875, auch dänisch; Bd. 2, 1875); »Lutherska kyrkans bekännelse« (187678); »Katekesutläggning« (18831884); »En årgång högmässopredikningar« (1887); »Kort katekesförklaring« (189798). Seit 1900 ist B. Mitglied der schwedischen Akademie.
   2) Josh, Pseudonym des Schriftstellers Henry Wheeler Meyers Shaw (s. d.).
 
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Billings, Stadt im nordamerikan. Staat Montana, am Kopfpunkte der Yellowstone-Schiffahrt und an der Nordpacificbahn, mit starkem Viehhandel und (1900) 3221 Einw.
 
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Billion (franz.), nach deutscher Bezeichnungsweise eine Million Millionen, in Zahlzeichen: 1,000,000,000,000, also 101'', bei den romanischen Völkern nur 1000 Millionen (im Finanzwesen Milliarde). Das Zahlwort Byllion findet sich zuerst in einem Manuskript von Nicolas Chuquet, abgedruckt im Bulletino von Boncompagni, Bd. 13 (Rom 1880).
 
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Billiton (Blitong), niederländisch-ostind. Insel (s. Karte »Hinterindien«), zwischen Borneo und Banka, eine besondere Assistentresidentschaft bildend, dort durch die Karimata-, hier durch die Gasparstraße getrennt, hat 4594 qkm mit (1895) 41,558 Einw. (96 Europäer, 11,905 Chinesen). Die von Klippen, Sand- und Korallenbänken umgebene Insel ist bergig (bis 600 m) und außerordentlich reich an Eisenerzen, vor allem aber an Zinn, dessen Förderung 182188: 87,000 Ton betrug, seitdem aber noch gesteigert wurde

[Bd. 2, Sp. 880]


Zur Ausfuhr gelangen außer Zinn: Sago, Kokos, Dammarharz, Gummi, Pfeffer, wohlriechende Hölzer (Kaju garu), Schildpatt, Trepang. Hauptort ist Tandjong Pandang. Vgl. de Groot, Herinneringen a an Blitong (Haag 1887); Posewitz, Die geologisch-montanistischen Verhältnisse der Insel B. (in »Petermanns Mitteilungen«, 1887); Geologisches von Verbeck in »Jaarboek Eijnwezen Nedl.-Ind.«, Bd. 26.
 
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Bill of attainder (Act of attainder, engl., spr. ättēnder, Strafbill), in England ein Ausnahmegesetz, durch welches das Parlament in einzelnen Fällen die Befugnis erhält, eine bestimmte Person ohne gerichtliches Verfahren selbst zur Untersuchung zu ziehen und zu bestrafen.
 
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Bill of rights (engl., spr. raits, »Gesetz der Rechte«), ein Staatsgrundgesetz der engl. Monarchie, das deren parlamentarische Verfassung begründete; durch die B. wurde die nach dem Sturz König Jakobs II. von einer Kommission des Parlaments vereinbarte Declaration of rights (»Erklärung der Rechte«) zum Gesetz erhoben. Bei der feierlichen Übertragung der englischen Krone an Wilhelm III. und seine Gemahlin Maria 13. Febr. 1689 gaben diese der B. ihre Zustimmung. Sie bestimmte, daß die vorgebliche Befugnis der Krone, von Gesetzen zu dispensieren und Gesetze ruhen zu lassen, den Grundrechten des Königreichs zuwider sei; daß ohne Bewilligung des Parlaments keinerlei Steuern und Abgaben erhoben und kein stehendes Heer errichtet werden dürfe; daß die Gerichte unabhängig und die Minister für ihre Amtshandlungen dem öfter zu berufenden Parlament verantwortlich seien, ohne daß dabei der Krone ein Begnadigungsrecht zustehe; Uniformitätsakte u. Testakte sollten für die kirchlichen Verhältnisse maßgebend sein. Vgl. Declaration of rights und Petition of rights.
 
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Bill of sale (engl., spr. ßēl), schriftlicher Kaufvertrag, Vertrag über die Verpfändung von Mobilien, die im Gewahrsam des Schuldners belassen werden.
 
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Billom (spr. bijóng), Stadt im franz. Depart. Puyde-Dôme, Arrond. Clermont, an einem Nebenflüßchen des Allier und an einer Zweiglinie der Lyoner Bahn, 374 m ü. M., mit der Kirche St.-Cerneuf (aus dem 12. Jahrh.), Schloßruinen, Fabriken für Leinwand, Zwirn und Tonwaren, Getreide- und Viehhandel, einem Handelsgericht, einer militärischen Vorbereitungsschule und (1901) 3857 Einw. B., das in der Merowingerzeit eine königliche Pfalz und Münze und 14151555 eine Rechtsschule hatte, war zur Zeit der Ligue ein Hauptherd der Unruhen.
 
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Billon (franz., spr. bijóng), Silberlegierung mit mehr Kupfer als Silber, in Frankreich jede Scheidemünze, auch kupferne. B. heißen ferner zu geringhaltige oder außer Kurs gesetzte Geldstücke, die in den Schmelztiegel wandern; endlich die Schmelze von solchem Ausschußgeld.

 

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