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Bille bis Billings (Bd. 2, Sp. 878 bis 879)
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Artikelverweis Bille, Karl Steen Andersen, dän. Politiker, geb. 1. Juli 1828 in Nykjöbing (Seeland) als Sprößling eines alten Adelsgeschlechts, gest. 11. Nov. 1898 in Kopenhagen, gründete 1851 daselbst die Zeitung »Dagbladet«, die unter seiner geschickten Leitung (bis 1872) als Hauptorgan der Meyers Eiderdänen (s. d.) lange eine wichtige Rolle spielte. 186180 Mitglied des Folkethings, galt B. wegen seiner ungewöhnlichen Rednergabe als einer der gefürchtetsten Gegner der Linken. 188084 Ministerresident in Washington, war er seit 1886 als Amtshauptmann von Holbäk (Seeland) tätig. Sein Hauptwerk »Tyve Aars Journalistik« (Kopenh. 187377, 3 Bde.) enthält eine Auswahl seiner Zeitungsartikel. Ferner veröffentlichte er mehrere formvollendete Reiseschilderungen, darunter die »Erindringer fra Rejser i Italien« (Kopenh. 1878, 2 Bde.), sowie die wertvollen Abhandlungen

[Bd. 2, Sp. 879]


»Folkeligt Selvstyre i de Forenede Stater« (1885) und »Parlamentarismen i England« (1895). Vgl. Mollerup und Meidell, Bille-Ättens Historie (Kopenh. 188893, 2 Bde.).
 
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Billen, s. Meyers Schiffbau.
 
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Biller, E., Schriftstellerin, s. Meyers Wuttke.
 
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Billerbeck, Stadt im preuß. Regbez. Münster, Kreis Koesfeld, an der Berkel, hat 2 kath. Kirchen, ein Benediktinerkloster, Weberei, Kalk- und Ziegelbrennerei, Kalksteinbrüche und (1900) 1497 fast nur kath. Einwohner. Das Kirchspiel B. zählt 2633 Einw.
 
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Billet (franz., spr. bijä, biljett), Briefchen, Zettel, Schein, Einlaßkarte, z. B. Theaterbillet, Eisenbahnbillet (Fahrkarte) etc. B. d'amour (B. doux), Liebesbrief; B. de faveur, Empfehlungsbrief. B. im Handel s. Meyers Handelsbillet; B. à ordre heißt in Frankreich der indossierbare eigne Wechsel, B. à domicile der domizilierte eigne Wechsel; B. á ordre, an Meyers Order (s. d.) lautendes Zahlungsversprechen, unterliegt der Wechselstempelsteuer. B. an porteur, dem Vorzeiger zahlbarer Schein; B. de banque, Bankbillet, Banknote; B. de rachat, de rançon, s. Meyers Ranzion. Billeteur (spr. -tör), einer, der Billets austeilt oder abnimmt; billetieren, mit B. (z. B. Waren mit Preiszetteln) versehen.
 
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Billetmaschinen, Vorrichtungen zur Herstellung der Eisenbahnfahr- und andrer Karten, und zwar Schneidemaschinen, auf denen das Kartenpapier mit Kreisscheren in Längsstreifen und auf einer Schneidlade quer zerschnitten wird, ferner ziemlich komplizierte Druckmaschinen, welche die Karten nach Buchdruckmanier bedrucken, und Zählmaschinen.
 
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Billets Halblinsen, s. Interferenz des Lichtes.
 
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Billiarde, eine Summe von einer Million Milliarden oder von 1000 Billionen.
 
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Billigkeit (lat. Aequitas), die natürliche Gerechtigkeit, die alle Verhältnisse mit gerechtem Maß bemißt und für jeden das ihm Gebührende festsetzt. Jedes positive Recht soll sich bestreben, diese Aequitas zu verwirklichen. Freilich kann die Gesetzgebung auf der andern Seite nicht alle besondern Verhältnisse berücksichtigen; die Sicherung des rechtlichen Verkehrs macht es vielmehr notwendig, daß Durchschnittsregeln aufgestellt werden. Diese bilden dann ein strenges, durchgreifendes Recht (jus strictum), und im Gegensatz hierzu werden die Rechtsnormen, die mehr der Individualität und besondern Verhältnissen Rechnung tragen, als Rechte der B. (jus aequum) bezeichnet. Für den Richter ist die B. Leiterin in richtiger Auslegung und Anwendung der Gesetze. Alle menschlichen Gesetze bleiben unvollkommen, da es geradezu unmöglich ist, die unendliche Mannigfaltigkeit stets neu sich erzeugender Rechtsverhältnisse und die vielfache Gestaltung der Fälle von vornherein sich vorzustellen und zu regeln. Hier muß der Richter die Lücken des bestehenden Rechts im Geiste desselben und mit Berücksichtigung der Zeitumstände und des Bedürfnisses ergänzen und danach Recht sprechen, weshalb auch die römischen Juristen die Aequitas ausdrücklich als Rechtsquelle mit ausgeführt und ihr bei der Rechtspflege einen großen Spielraum gelassen haben. Die Prätoren (s. d.) insbes. veröffentlichten bei ihrem Amtsantritt ein förmliches Programm, nach welchen Grundsätzen sie Recht sprechen würden, und so entstand neben dem strengern Recht ein besonderes prätorisches Recht, das den Verkehrsverhältnissen billige Rechnung trug, und wodurch jenes sogar insoweit modifiziert ward, als dies ohne Schaden für den ganzen Rechtsorganismus geschehen durfte. Außer in Rom hat sich der Gegensatz zwischen Recht und B. nirgends so stark ausgebildet wie in England, wo neben den Gerichten des gemeinen Rechts noch sogen. Billigkeitsgerichte (courts of equity) bestehen (s. Meyers England [Rechtspflege]). Auch in Nordamerika bestehen in einigen Staaten der Union dergleichen Gerichte. Selbst Katharina II. von Rußland errichtete ähnliche unter dem Namen Gewissensgerichte. In Deutschland, wo die B. sich schon früh geltend machen konnte, gibt es außer den Schiedsgerichten und den Schiedsmännern keine besondern Institute dieser Art. Dagegen verweist das Bürgerliche Gesetzbuch in einer Reihe von Paragraphen direkt auf das »billige Ermessen«, sei es eines der Vertragschließenden (§ 315), sei es eines Dritten (§ 316), sei es endlich der Richter (§ 319) bei der Bestimmung einer Vertragsleistung. Es soll danach in solchen Fällen der Inhalt der Verpflichtung nicht nach bestimmten Vorschriften, sondern nach dem objektiven Maßstabe des billigen Ermessens bestimmt werden. Vgl. Ortmann (in der Zeitschrift »Das Recht«, Bd. 5, Nr. 1 u. 2,1900).
 
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Billing, 1) Gottfrid, schwed. Theolog und Politiker, geb. 29. April 1841 im Kirchspiel Önnestad (Schonen), war seit 1865 in Lund als Gymnasial- und Universitätslehrer, Prediger und Mitglied der theologischen Examenskommission tätig und ward 1884 zum Bischof des lutherischen Stifts Westerås, 1885 zum Oberhofprediger ernannt. Seit 1898 ist er Bischof von Lund. Seit 1888 Mitglied der Ersten Reichstagskammer, spielt B. als anerkannter Führer der christlich-sozialen Richtung der Hochkonservativen und glänzender Redner im parlamentarischen u. kirchlichen veben Schwedens eine bedeutsame Rolle. Von seinen formvollendeten Abhandlungen seien erwähnt: »Försök till utläggning af Habakuks profetia« (1865); »Några ord såsom inledning till den Heliga skrift« (1865, 4. Aufl. 1880); »Om sacramentum och sacrificium i den lutherska culten« (1869); »Kateketikens begrepp« (2. Aufl. 1873); »Om den sköna Herrens gudstjenst« (1874, 5. Aufl. 1894), »Olikheten bland Jesu vänner« (Bd. 1, 2. Aufl. 1875, auch dänisch; Bd. 2, 1875); »Lutherska kyrkans bekännelse« (187678); »Katekesutläggning« (18831884); »En årgång högmässopredikningar« (1887); »Kort katekesförklaring« (189798). Seit 1900 ist B. Mitglied der schwedischen Akademie.
   2) Josh, Pseudonym des Schriftstellers Henry Wheeler Meyers Shaw (s. d.).
 
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Billings, Stadt im nordamerikan. Staat Montana, am Kopfpunkte der Yellowstone-Schiffahrt und an der Nordpacificbahn, mit starkem Viehhandel und (1900) 3221 Einw.

 

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