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Billardsteuer bis Billerbeck (Bd. 2, Sp. 878 bis 879)
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Artikelverweis Billardsteuer, eine in Frankreich seit 1871 von Billards in Wirtschaften (in Bremen und Lübeck nur von solchen) und im Privatbesitz erhobene, nach der Größe des Ortes abgestufte Steuer.
 
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Billardtuch, aus Streichwollen hergestelltes Tuch, roh gewebt und im Stück gefärbt (grün) mit 30 Ketten- und 30 Schußfäden auf 1 cm. Garne: Kette und Schuß Streichgarn 17,000 m auf 1 kg. Bindung dreischäftiger Köper.
 
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Billaret (franz., spr. bijarä), ein kleines, auf jeden Tisch zu stellen des Billard, mit einer Vorrichtung versehen, die unter allen Umständen das horizontale Einstellen der Spieltafel leicht gestattet.
 
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Billaud-Bareune (spr. bijo-warenn'), Jean Nicolas, franz. Revolutionsmann, geb. 23. April 1756 m La Rochelle, gest. 3. Juni 1819 in Port-an-Prince, Sohn eines Advokaten, trat in den Orden der Oratorianer, wurde Studienpräfekt zu Juilly, mußte aber 1783 die Anstalt verlassen. 1785 wurde er in Paris Advokat. Gegen die bürgerliche Gesellschaft voll Hasses, wirkte er für die Revolution durch aufreizende Flugschriften. 1791 zum Richter des 4. Arrondissements von Paris ernannt, verband er sich mit Dunten, Macat und Robespierre, leitete den Jakobinerklub, war einer der Anstifter des Aufstandes vom 10. Aug. 1792 und ordnete mit Danton die Septembermetzeleien an. In der Schreckenszeit war B. Präsident des Konvents und Mitglied des Wohlfahrtsausschusses; auf seinen Antrag wurden, nebst vielen andern, der Herzog von Orléans und die Königin vor das Revolutionstribunal geführt. Obwohl er an Robespierres Sturz mit beteiligt war, ward er nach dem Ende der Schreckensherrschaft 1. April 1795 zur Deportation nach Cayenne verurteilt. 1816 flüchtete er zu den Negern auf San Domingo, wo er von dem Präsidenten Pétion eine Pension erhielt. Die 1821 unter seinem Namen erschienenen Memoiren sind unecht; die echten Denkwürdigkeiten und den Briefwechsel von B. gab Begis (Par. 1893) heraus.
 
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Billault (spr. bijō), Auguste Adolphe Marie, franz. Staatsmann, geb. 12. Nov. 1805 in Vannes, gest. 13. Okt. 1863 in Nantes, ward Advokat und 1837 in die Deputiertenkammer gewählt, wo er die Bestrebungen Thiers' verfocht. Nach der Februarrevolution hielt er sich zur gemäßigt-demokratischen Partei. Er schloß sich in dieser Zeit dem Präsidenten Napoleon an und wurde nach dem Staatsstreich vam 2. Dez. 1851 zum Präsidenten des Gesetzgebenden Körpers ernannt, ein Hauptwerkzeug bei der Wiederherstellung des Kaiserreichs. Am 23. Juli 1854 ward er Minister des Innern. Nach dem Attentat vom 13. Jan. 1858 mußte er eine Zeitlang dem General Espinasse weichen, ersetzte aber dessen zweiten Nachfolger, den Herzog von Padua, bereits wieder 3. Non. 1859, wurde Ende 1860 Minister ohne Portefeuille und verteidigte als solcher die Politik des Kaisers im Gesetzgebenden Körper mit großem Geschick. Seine literarischen Werke, mit Biographie, gab A. Huet heraus (Par. 1864, 2 Bde.).
 
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Billbergĭa Thunb., Gattung der Bromeliazeen, etwa 3040 Arten ananasähnliche, meist in Brasilien auf großen Baumen als Parasiten wachsende ausdauernde Pflanzen mit linearen oder schwertförmigen Blättern, in Ähren oder Rispen stehenden Blüten und dreifächerigen Beeren. Mehrere Arten und Hybriden werden wegen der prächtig gefärbten Blütenstände als Zierpflanzen in Warmhäusern kultiviert.
 
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Bille, Fluß m Schleswig-Holstein, scheidet Lauenburg von Holstein, durchfließt dann die Vierlande und mündet nach 63 km langem Lauf oberhalb Hamburg in die Elbe, mit der er hier die Insel Billwärder bildet, welche die Stadt von den Meyers Vierlanden (s. d.) trennt. Auf der Insel liegen die hamburgischen Orte Billwärder an der B., mit evang. Kirche, großer chemischer Fabrik, Eisengießerei, Walzwerk, Schiffbau, Färberei, Öl- und Firnisfabrikation und (1900) 2864 Einw., und Billwärder-Ausschlag, früher Vorort von Hamburg, 1894 demselben einverleibt. S. Karte »Umgebung von Hamburg«.
 
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Bille, Karl Steen Andersen, dän. Politiker, geb. 1. Juli 1828 in Nykjöbing (Seeland) als Sprößling eines alten Adelsgeschlechts, gest. 11. Nov. 1898 in Kopenhagen, gründete 1851 daselbst die Zeitung »Dagbladet«, die unter seiner geschickten Leitung (bis 1872) als Hauptorgan der Meyers Eiderdänen (s. d.) lange eine wichtige Rolle spielte. 186180 Mitglied des Folkethings, galt B. wegen seiner ungewöhnlichen Rednergabe als einer der gefürchtetsten Gegner der Linken. 188084 Ministerresident in Washington, war er seit 1886 als Amtshauptmann von Holbäk (Seeland) tätig. Sein Hauptwerk »Tyve Aars Journalistik« (Kopenh. 187377, 3 Bde.) enthält eine Auswahl seiner Zeitungsartikel. Ferner veröffentlichte er mehrere formvollendete Reiseschilderungen, darunter die »Erindringer fra Rejser i Italien« (Kopenh. 1878, 2 Bde.), sowie die wertvollen Abhandlungen

[Bd. 2, Sp. 879]


»Folkeligt Selvstyre i de Forenede Stater« (1885) und »Parlamentarismen i England« (1895). Vgl. Mollerup und Meidell, Bille-Ättens Historie (Kopenh. 188893, 2 Bde.).
 
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Billen, s. Meyers Schiffbau.
 
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Biller, E., Schriftstellerin, s. Meyers Wuttke.
 
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Billerbeck, Stadt im preuß. Regbez. Münster, Kreis Koesfeld, an der Berkel, hat 2 kath. Kirchen, ein Benediktinerkloster, Weberei, Kalk- und Ziegelbrennerei, Kalksteinbrüche und (1900) 1497 fast nur kath. Einwohner. Das Kirchspiel B. zählt 2633 Einw.

 

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