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Bilek bis Biliār (Bd. 2, Sp. 874 bis 875)
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Artikelverweis Bilek, Städtchen in der Herzegowina, an der Grenze von Montenegro und an der Trebinjčiča gelegen, hat (1895) 1497 Einw. und wurde nach der Okkupation vom General Galgóczy auf dem Hochplateau B. (480 m) neu erbaut und mit einem Kranz von Forts umgeben.
 
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Bilen (Bilin), die Sprache der Meyers Bogos (s. d.).
 
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Bilfinger (eigentlich Bülffinger, »Zwölffinger«, weil ein sechster Finger in der Familie erblich war), Georg Bernhard, Philosoph aus der Leibniz-Wolffschen Schule, geb. 23. Jan. 1693 zu Kannstatt in Württemberg, gest. daselbst 18. Febr. 1750, studierte zu Halle unter Wolffs Leitung, wurde 1721 außerordentlicher Professor der Philosophie, 1724 auch der Mathematik, 1725 auf Empfehlung Wolffs Professor der Philosophie und Akademiker zu Petersburg; 1731 wurde er in seine Heimat zurückberufen. Unter seinen zahlreichen philosophischen und mathematischen Schriften sind hervorzuheben: »Commentatio de harmonia animi et corporis humani maxime praestabilita ex mente Leibnitii« (Frankf. u. Leipz. 1723; 2. Aufl., Tübing. 1741); »De origine et permissione mali, praecipue moralis« (das. 1724), eine neue Erörterung der Leibnizschen Theodicee; »Dilucidationes philosophicae de Deo, anima humana, mundo et generalioribus rerum affectionibus« (das. 1725, 1740 u. 1768), sein wichtigstes Werk, worin er die Leibniz-Wolffsche Metaphysik umständlich darstellte. Vgl. Wahl, Bilfingers Monadologie und prästabilierte Harmonie in ihrem Verhältnis zu Leibniz und Wolff (in der »Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik«, Bd. 85, Leipz. 1884).
 
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Bilge (Bilsch, Pumpensod), bei Schiffen ohne Doppelboden der Raum über den Kielplatten, bei solchen mit Doppelboden der Raum über dem innern Boden. Hier sammelt sich unreines Wasser (Bilgewasser, Bilschwasser) an, das für die Schiffshygiene (s. d.) von Bedeutung ist.
 
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Bilgorai, Stadt, s. Meyers Bjélgorai.
 
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Bilguer, Paul Rudolf von, Schachspieler, geb. 21. Sept. 1815 in Ludwigslust, gest. 16. Sept. 1840 in Berlin, Sohn eines mecklenburgischen Obersten, erhielt seine Bildung im Pageninstitut zu Schwerin, trat später in den preußischen Militärdienst und widmete sich, nachdem er seines schwächlichen Körpers wegen seinen Abschied hatte nehmen müssen, seit 1839 zu Berlin ausschließlich dem Schachspiel und der schonen Literatur. Seiner ersten Schacharbeit: »Das Zweispringerspiel im Nachzug« (Berl. 1839), folgte sein »Handbuch des Schachspiels«, das von Heydebrand und der Lasa vollendet wurde und bisher das Hauptwerk über Schachspiel geblieben ist (7. Aufl. von Schallopp, Leipz. 1891).
 
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Bilhana, ind. Dichter aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrh., Verfasser des »Vikramânkadeva Tscharita«, einer romanhaften Geschichte des Königs Vikramâditja Tribhuvanamalla, herausgegeben von Bühler (Bomb. 1875), mit wichtiger Einleitung, und der »Tschaurapantschâçikâ«, einer Reihe von 50 Strophen mit glühend sinnlichen Schilderungen genossenen Liebesglückes; herausgegeben im Bhartrihari von Bohlen (Berl. 1833) und von W. Solf (Kiel 1886); metrische Übersetzung von Höfer: »Indische Gedichte«, Bd. 1, S. 117 ff.
 
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Bilharzĭa, s. Meyers Leberegel.
 
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Bilharzia-Krankheit, durch das von Bilharz 1851 entdeckte Distomum haematobium (s. Meyers Leberegel) hervorgerufene Krankheit, befällt in einem großen Teil von Afrika vorzugsweise die Eingebornen, während

[Bd. 2, Sp. 875]


Europäer fast ganz verschont bleiben. Das Hauptsymptom ist Blutharnen, das anfangs anfallsweise, später andauernd auftritt. In dem schleimig-blutigen Niederschlag des Harnes findet man außer Blutkörperchen die Eier des Parasiten. In schweren Fällen kommt es zur Bildung von Harngries und Harnsteinen; auch Erscheinungen von seiten der Samenbläschen, der Vorsteherdrüse und des Mastdarms können hinzutreten. Der Verlauf der Krankheit ist sehr schleichend. Wenn die Parasiten absterben oder entleert werden und keine neuen Infektionen erfolgen, kann die Krankheit heilen. Der Tod wird durch Erschöpfung herbeigeführt. Wahrscheinlich dringt der Parasit vom Magen aus in den Körper ein durch den Genuß von unreinem Trinkwasser, von roh genossenen Fischen, Mollusken, Vegetabilien oder aber beim Baden durch die Haut, durch die Harnröhre oder den After. Die Behandlung ist ziemlich machtlos. Vgl. Scheube, Die Krankheiten der warmen Länder (2. Aufl., Jena 1900).
 
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Bilhas (portug., spr. biljas), s. Meyers Kühlkrüge.
 
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Biliār (lat.), die Galle (bilis) betreffend (s. Meyers Galle).

 

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