Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Bihari bis Bikarbonāt (Bd. 2, Sp. 856 bis 857)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Bihari, die Sprache der Urbewohner der Provinz Bihar in Ostindien, eine Tochtersprache des Sanskrits. Ein Wörterbuch des B. veröffentlichten Hörnle und Grierson (»Bihari Dictionary«, Kalkutta 1885 ff., unvollendet), letzterer auch Grammatiken und Proben seiner verschiedenen Dialekte.
 
Artikelverweis 
Bihari, Alexander, ungar. Maler, geb. 1856 in Großwardein, war anfangs Retoucheur bei einem Photographen und ging später nach Wien, wo er 7 Jahre lang in gleicher Eigenschaft tätig war, bis er sich so viel erspart hatte, um ein Jahr lang die Kunstakademie zu besuchen. Dann kehrte er in die Heimat zurück, wo er Bildnisse zu malen begann. Ein Kunstfreund in Budapest gab ihm die Mittel zu einem Studienaufenthalt in Paris, wo B. in das Atelier von J. P. Laurens trat. Schon nach 5 Monaten malte er sein erstes humoristisches Genrebild aus dem ungarischen Volksleben: die Zylinderhutprobe. Nachdem er noch ein Jahr bei Laurens weitergearbeitet, machte er eine Studienreise nach Italien und ging nach Ungarn zurück. Sein bevorzugtes Studienfeld ist die Gegend von Szolnok, wo sein erstes Hauptwerk: die Zigeuner mit der zerbrochenen Geige vor dem Dorfrichter (1886, im Besitz des Kaisers von Österreich), entstand. Die hier entfalteten Vorzüge einer scharfen, mannigfaltigen Charakteristik und eines unbefangenen Humors kommen auch in den Bildern: im Kreuzfeuer, die Vergnügungsfahrt auf dem Zagyvafluß, der Brautwerber und der Dorflump zur Geltung. Von einer ernstern Seite zeigte er sich in einer Abendmahlzeit bon Bauern auf der Pußta und in einem rumänischen Leichenbegängnis.
 
Artikelverweis 
Bihé, fruchtbare Landschaft in der portug. Kolonie Angola (Südwestafrika), zwischen 1213° südl. Br. und 16°30´-17°30´ östl. L., durchzogen von zahlreichen Zuflüssen des Kuanza, 6500 qkm mit 95,000 Einw., Abkömmlingen der Humbo, die mit den ursprünglichen Bewohnern, den Mundombe, stark vermischt sind. Die Männer verdingen sich gern als Lastträger und machen weite Reisen. In den Hauptorten Kabongo und Belmonte bestehen amerikanische Missionsstationen. In B. lebte und starb der ungarische Reisende Ladislaus Magyar.
 
Artikelverweis 
Bihk (Bikh), Gewicht in Arabien von 10 Miskal oder 15 Koffala zu 16 Kirat, = 46,54 g.
 
Artikelverweis 
Biisk, Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks (125,730 qkm mit [1897] 334,042 Einw.) im russisch-sibir. Gouv. Tomsk, an der Bija, nahe ihrer Vereinigung mit der Katunja, hat 2 Kirchen, Gerberei, Ackerbau, Bienen- und Viehzucht, Handel mit China und den Kalmücken und (1897) 17,206 Einw.
 
Artikelverweis 
Bija, Quellfluß des Ob (s. d.).
 
Artikelverweis 
Bijns (spr. bains), Ann a, niederländ. Dichterin, geb. angeblich 1494 in Antwerpen, gest. daselbst im April 1575, erregte außerordentliches Aufsehen durch ihre erste Gedichtsammlung (Antwerp. 1528), die neun Auflagen erlebte und bereits 1529 von Eligius Eucharius ins Lateinische übersetzt wurde. Zwei weitere Gedichtsammlungen erschienen von ihr in Antwerpen 1548 und 1567. Alle drei Teile wurden gesammelt herausgegeben von van Helten als »Refereinen van Anna B.« (Rotterd. 1876). Obgleich auch sie ganz in der hohlen Rhetorik ihrer Zeit ausgeht, ragen ihre religiösen und didaktischen, z. T. gegen Luther gerichteten Gedichte doch durch eine gewisse Glut und Formvollendung hervor.
 
Artikelverweis 
Bijou (franz., spr. -schū), Juwel, Kleinod.
 
Artikelverweis 
Bijouterien (spr. -schū-, Bijouteriewaren, von bijou, »Kleinod«), Schmucksachen aller Art aus Metall, oft in Verbindung mit Edelsteinen, Perlen, Email, Korallen, Schildpatt, Bernstein, Muscheln etc., in Frankreich auch Gebrauchsartikel größern Formats, wie Dosen, Leuchter, Uhrgehäuse etc. Auf die Fabrikation von B. hat die seit dem Anfang der 1870er Jahre unternommene systematische Ausbildung des Kunstgewerbes einen veredelnden Einfluß geübt, da jetzt Muster aus allen Kunstepochen nachgebildet werden und in neuester Zeit auch der moderne Stil einen starken Einfluß auf die Fabrikation gewonnen hat. (Vgl. Tafel Meyers »Schmucksachen II«.) Bis zu jenem Aufschwung beherrschteFrankreich den Markt. In neuester Zeit sind ihm Österreich und Deutschland gleichgekommen. In Deutschland sind Hanau, Pforzheim, Schwäbisch-Gmünd, Stuttgart, Berlin, Nürnberg und Eßlingen Hauptfabrikationsorte, in Österreich-Ungarn Wien, Prag und Budapest, in der Schweiz Genf. Italien liefert Nachahmungen antiker Master und geschmackvolle Filigran-, Mosaik- und Muschelarbeiten. Von größerer Bedeutung für den Handel als die echten sind in der modernen Massenproduktion die unechten B. aus allerlei Metalllegierungen (besonders Bronze, Tombak, Aluminiumbronze), die vergoldet, versilbert und vernickelt werden, aus Glasflüssen etc. Solide goldplattierte Waren (Talmigold, Or doublé etc.) sind den billigen echten vorzuziehen, da diese aus so dünnem Goldblech bestehen, daß sie kaum mehr Gold enthalten als besseres Talmigold und mit ihrer Pechfüllung viel weniger haltbar sind als letzteres. Stahlbijouterien besitzen schönen, aber nicht sehr haltbaren Glanz. Berliner Eisenschmuckwaren, besonders Filigranarbeiten (fer de Berlin), waren eine Zeitlang beliebt. Zinnschmuck mit facettierten, blanken Flächen dient als Theaterschmuck. Vielfache Anwendung findet im Bijouteriefach Bernstein, Gagat (schwarzer Bernstein, Jud, Jet) und zahlreiche Nachbildungen aus schwarzem Glas, gehärtetem Kautschuk (Ebonit), Schildpatt, Perlmutter, Elfenbein, Horn, Zelluloid, Muscheln, Ebenholz, Leder, Perlen, Korallen, Glasflüsse etc. Weiteres s. in den Artikeln: » Meyers Goldschmiedekunst, Juwelierkunst und Meyers Schmuck«. Vgl. Neff, Der Bijouteriebazar (Stuttg. 186972, 4 Bde.); Moreau, Guide pratique du bijoutier (Par. 1863); Boyvin (aus Angers, gest. 1598 in Rom), Le livre de bijouterie (Faksimile, das. 1876); Fontenay, I, es bijoux anciens et modernes (das. 1887); Roger-Milès, La bijouterie (das. 1894); »Revue de la bijouterie, joaillerie et orfèvrerie« (das., seit 1900).
 
Artikelverweis 
Bikanir (Bikaner), britisch-ind. Vasallenstaat in Radschputana, zwischen 27°12´-30°12´ nördl. Br. und 72°15´-75°30´ östl. L., 57,859 qkm, mit (1891) 831,955 Einw. Das Land gehört im N. und NW. zur Tharwüste, der Süden und Südosten besteht aus öden Sandflächen, nur die bewässerte Nordostecke ist fruchtbarer. Die Sommer sind sehr heiß, die Winter sehr kalt. Man zieht treffliche Pferde, Rinder, Schafe und Kamele. Der Maharadscha unterhält 2700 Soldaten mit 10 Geschützen. Die Staatseinnahmen betragen

[Bd. 2, Sp. 857]


102,000 Pfd. Sterl. Die Hauptstadt B., in dürrer Ebene, hat eine starke Mauer, deren Türme ein mächtiges Fort überragt, mit dem Palast des Maharadscha, 13 Hindutempel, 14 Moscheen, ein College, 7 Dschainaklöster, Fabrikation von berühmten Zuckerwaren und Wollendecken und (1901) 53,071 Einw. (meist Hindu).
 
Artikelverweis 
Bikarbonāt (lat.), ein saures Kohlensäuresalz, speziell das saure oder doppeltkohlensaure Natron.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: