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Bigorreweine bis Bihk (Bd. 2, Sp. 855 bis 856)
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Artikelverweis Bigorreweine, rote und weiße Weine aus der gleichnamigen Landschaft, deren beste Sorten, Peyriguere, Aubarade und Mun, dem Béarnois gleichkommen. Vic-Bigorre und Vic-Bil sind etwas herb und säuerlich.
 
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Bigott (franz. u. engl. bigot), andächtelnd, frömmelnd, eifrig in der peinlich genauen Ausübung religiöser Gebräuche, aber ohne ernsteres religiöses Leben und streng sittliche Haltung.
 
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Big Rapids (spr. räppids), Hauptstadt der Grafschaft Mecosta des nordamerikan. Staates Michigan, am Muscegon, Bahnknotenpunkt mit lebhafter Industrie, Gewerbeschule und (1500) 4686 Einw.
 
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Bihač (spr. -hatsch), Kreisstadt in Bosnien u. Hauptort der Meyers Krajina (s. d.), an der Unna (der befestigte Teil auf einer Insel des Flusses), hat ein Schloß, eine große Moschee Fetija (»Die Eroberte«, ehemals Kirche), ein Denkmal für die 1878 gefallenen Österreicher, Kreisgericht, einigen Handel und (1895) 4330 Einw. (viele Mohammedaner). B., von Bela IV. befestigt, war der Sitz der alten kroatischen Könige. 1592 eroberte es Hasan, Statthalter von Bosnien, und 1697 belagerte es der österreichische General Auersperg einen Monat lang vergebens. Am 7. Sept. 1878 wurden die Österreicher vor B. zurückgeschlagen, doch geriet die Stadt 18. Sept. in ihren Besitz.
 
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Bihar (Behar, im Sanskrit wihara), Provinz der britisch-ind. Präsidentschaft Bengalen (s. Karte »Ostindien«), zwischen 23°46´-27°29´ nördl. Br. und 83°22´-88'' 35´ östl. L., mit den Divisionen Patna und Bhagalpur, begrenzt von Nepal im N., den Nordwestprovinzen im W., den Divisionen Tschota Nagpore und Bardwan im S., der Presidency Division und Radschahi im O., 114,437 qkm mit (1901) 24,185,870 Einw., darunter 3,5 Mill. Mohammedaner, 14,000 Christen, 800,000 Ureinwohner, die das Meyers Bihari (s. d.) sprechen. Das im allgemeinen ebene Land wird durchflossen vom Ganges und seinen Zuflüssen Gogra, Gandak, Kusi, Mahananda, Son und von dem großartigen Bihar-Kanalsystem, mit 348 km schiffbaren und 1792 km Bewässerungskanälen. Auf den Kanälen verkehren 11,000 Boote, die Güter im Werte von 450,000 Pfd. Sterl. befördern. Die Eisenbahn längs des Ganges entsendet mehrere Zweige nach N. und S. Die wichtigsten Industrien sind Opium- und Indigobereitung. B. war im 6. Jahrh. v. Chr. die Wiege des Buddhatums, wovon die über das ganze Land zerstreuten Ruinen von Klöstern (sanskr. wihāra) und andern Denkmälern noch heute zeugen. Buddhistische Sendboten gingen von hier nach Ceylon, China, der Tatarei und Tibet; noch heute unternehmen zahlreiche Buddhisten Pilgerfahrten nach B., besonders nach Meyers Gaya (s. d.). Vom 4. Jahrh. v. Chr. bis zum 5. Jahrh. n. Chr. umfaßte B. die Besitzungen der Könige von Maghada, der mächtigsten Herrscher in Indien, deren Flotten bis Java, Bali etc. segelten. Seine größte Blüte soll dies Reich unter Tschandragupta erreicht haben; Seleukos I. Nikator ernannte um 300 v. Chr. Megasthenes, den Verfasser der nur in Bruchteilen erhaltenen ersten indischen Landeskunde »Indika«, zu seinem Stellvertreter am Hofe von Pataliputra (Patna). 1202 fiel B. in die Gewalt der Mohammedaner und bildete eine der drei Provinzen der Gouverneure (bis 1339) und Könige von Bengalen (bis 1576). Die Ostindische Kompagnie erhielt es 1765 vom Großmogul Schah Alam abgetreten.
   Die gleichnamige Hauptstadt der Subdivision B. (2054 qkm mit 628,767 Einw.), in der Division Patna, hat Ritinen eines alten Foris, viele Moscheen und Heiligengräber (jährlich 20,000 Pilger), berühmte Fabrikation von Silber- und Goldstoffen und Musselinen und (1901) 44,984 Einw. Die früher größere Stadt wurde 1774 durch die Marathen verwüstet und die Bevölkerung hierdurch und durch aufeinanderfolgende Hungersnöte aufgerieben.
 
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Bihar, ungar. Komitat am linken Theißufer, grenzt im N. an die Komitate Hajdu, Szabolcs und Szatmár, im O. an Szilágy, Klausenburg und Torda-Aranyos, im S. an Arad und westlich an Békés, umfaßt 10,962 qkm (199 QM.) mit (1991) 577,312 Einw., meist Ungarn (ob Proz.) und Rumänen. Großwardein

[Bd. 2, Sp. 856]


ist Sitz des Komitats. Letzteres wird nach dem kleinen Markt B. benannt.
 
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Bihargebirge, Berggruppe zwischen der Schwarzen und Schnellen Körös, in den ungar. Komitaten Bihar, Klausenburg und Torda-Aranyos, erreicht in Kukurbeta 1849 und in der Vlegyásza 1845 m und ist reich an grotesken Felsenburgen, Höhlen, Eisgrotten und Wasserfällen. Auf ihr entspringen mehrere Quellflüsse der Körös und der Szamos. Vgl. Schmidl, Das B. (Wien 1863).
 
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Bihari, die Sprache der Urbewohner der Provinz Bihar in Ostindien, eine Tochtersprache des Sanskrits. Ein Wörterbuch des B. veröffentlichten Hörnle und Grierson (»Bihari Dictionary«, Kalkutta 1885 ff., unvollendet), letzterer auch Grammatiken und Proben seiner verschiedenen Dialekte.
 
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Bihari, Alexander, ungar. Maler, geb. 1856 in Großwardein, war anfangs Retoucheur bei einem Photographen und ging später nach Wien, wo er 7 Jahre lang in gleicher Eigenschaft tätig war, bis er sich so viel erspart hatte, um ein Jahr lang die Kunstakademie zu besuchen. Dann kehrte er in die Heimat zurück, wo er Bildnisse zu malen begann. Ein Kunstfreund in Budapest gab ihm die Mittel zu einem Studienaufenthalt in Paris, wo B. in das Atelier von J. P. Laurens trat. Schon nach 5 Monaten malte er sein erstes humoristisches Genrebild aus dem ungarischen Volksleben: die Zylinderhutprobe. Nachdem er noch ein Jahr bei Laurens weitergearbeitet, machte er eine Studienreise nach Italien und ging nach Ungarn zurück. Sein bevorzugtes Studienfeld ist die Gegend von Szolnok, wo sein erstes Hauptwerk: die Zigeuner mit der zerbrochenen Geige vor dem Dorfrichter (1886, im Besitz des Kaisers von Österreich), entstand. Die hier entfalteten Vorzüge einer scharfen, mannigfaltigen Charakteristik und eines unbefangenen Humors kommen auch in den Bildern: im Kreuzfeuer, die Vergnügungsfahrt auf dem Zagyvafluß, der Brautwerber und der Dorflump zur Geltung. Von einer ernstern Seite zeigte er sich in einer Abendmahlzeit bon Bauern auf der Pußta und in einem rumänischen Leichenbegängnis.
 
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Bihé, fruchtbare Landschaft in der portug. Kolonie Angola (Südwestafrika), zwischen 1213° südl. Br. und 16°30´-17°30´ östl. L., durchzogen von zahlreichen Zuflüssen des Kuanza, 6500 qkm mit 95,000 Einw., Abkömmlingen der Humbo, die mit den ursprünglichen Bewohnern, den Mundombe, stark vermischt sind. Die Männer verdingen sich gern als Lastträger und machen weite Reisen. In den Hauptorten Kabongo und Belmonte bestehen amerikanische Missionsstationen. In B. lebte und starb der ungarische Reisende Ladislaus Magyar.
 
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Bihk (Bikh), Gewicht in Arabien von 10 Miskal oder 15 Koffala zu 16 Kirat, = 46,54 g.

 

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