Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Bignonĭa bis Bihargebirge (Bd. 2, Sp. 854 bis 856)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Bignonĭa Taurn. (Bignonie, Trompetenblume), Gattung der Bignoniazeen, Schlingpflanzen mit gegenständigen, zwei- oder dreizähligen Blättern, dreispaltigen Krallenranken, ansehnlichen einzeln oder in seitenständigen kurzen Rispen stehenden Blüten und vielsamigen Kapseln. Die Bignonien gehören als charakteristische Formen dem tropischen und subtropischen Amerika an und machen als Lianen

[Bd. 2, Sp. 855]


den Urwald undurchdringlich; bei uns kultiviert man mehrere Arten in Warmhäusern. B. capreolata L., immergrün, mit stacheligen Zweigen und bräunlich scharlachroten, inwendig gelben, großen Blüten in den Blattwinkeln, in Virginia und Carolina, eignet sich besonders zur Bekleidung von Säulen und Wänden und hält in milder Lage, gut gedeckt, bei uns im Freien aus. Aus den Blättern von B. Chica H. B., einem Schlingstrauch mit doppeltgefiederten Blättern, die beim Trocknen rot werden, violetten, hängenden Blüten, am Orinoko, Cassiquiare und an andern Flüssen Südamerikas, erhält man einen ziegelroten Farbstoff, das Meyers Chicarot (s. d.). Vgl. Campsis.
 
Artikelverweis 
Bignoniazeen (Trompetenblütler), dikotyle Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Tubifloren, am nächsten den Akanthazeen verwandt, Holzgewächse mit aufrechtem oder windendem Stamm (s. Meyers Lianen) und lippenförmigen Blüten (s. Abbild.). Die etwa 450 Arten gehören im wesentlichen der tropischen Zone an; sie traten schon in der Tertiärzeit auf. Vgl. Bureau, Monographie des Bignoniacées (Par. 1864).
 
Artikelverweis 
Bigordi, Domenico, ital. Maler, s. Meyers Ghirlandajo.
 
Artikelverweis 
Bigorre (spr. -gorr'), eine zur ehemaligen Provinz Gascogne gehörende, jetzt den größern Teil des Departements Oberpyrenäen bildende Landschaft im südwestlichen Frankreich, mit der Hauptstadt Tarbes. Hier sind die Bäder von Bagnères, Barèges und Cauterets. Berühmt ist unter den Produkten der Bigorrewein. Die Landschaft wurde im Altertum von den Bigerrionen bewohnt und gehörte unter den Römern zu Aquitanien, nach der spätern Einteilung zu Novempopulana (Aquitania tertia). Die Hauptstadt war schon damals Turba (jetzt Tarbes) mit dem Schloß Bigorra. Um 828 erhielt das Land eigne Grafen. Seit 1190 entstanden innere Streitigkeiten über die Erbfolge, bis 1284 der König Philipp IV. von Frankreich als Gemahl der Johanna von Navarra B. in Besitz nahm. Karl der Schöne, Philipps jüngster Sohn, führte den Titel eines Grafen von B. Seitdem galt die Grafschaft als Besitztum der französischen Krone, bis Eduard III. von England als Herzog von Guienne sie 1369 an Johann II. von Grailli gab. Diesem durch Karl V. von Frankreich wieder entrissen, ward sie 1425 von Karl VII. dem Grafen von Foix übertragen, kam 1484 mit Béarn an die Familie Albret und wurde 1589 durch Heinrich IV. für immer mit der französischen Krone vereinigt. Bis zur Revolution hatte B. besondere Stände. Vgl. Froidour, Mémoire du pays et des Etats de B. (Tarbes 1892).
 
Artikelverweis 
Bigorreweine, rote und weiße Weine aus der gleichnamigen Landschaft, deren beste Sorten, Peyriguere, Aubarade und Mun, dem Béarnois gleichkommen. Vic-Bigorre und Vic-Bil sind etwas herb und säuerlich.
 
Artikelverweis 
Bigott (franz. u. engl. bigot), andächtelnd, frömmelnd, eifrig in der peinlich genauen Ausübung religiöser Gebräuche, aber ohne ernsteres religiöses Leben und streng sittliche Haltung.
 
Artikelverweis 
Big Rapids (spr. räppids), Hauptstadt der Grafschaft Mecosta des nordamerikan. Staates Michigan, am Muscegon, Bahnknotenpunkt mit lebhafter Industrie, Gewerbeschule und (1500) 4686 Einw.
 
Artikelverweis 
Bihač (spr. -hatsch), Kreisstadt in Bosnien u. Hauptort der Meyers Krajina (s. d.), an der Unna (der befestigte Teil auf einer Insel des Flusses), hat ein Schloß, eine große Moschee Fetija (»Die Eroberte«, ehemals Kirche), ein Denkmal für die 1878 gefallenen Österreicher, Kreisgericht, einigen Handel und (1895) 4330 Einw. (viele Mohammedaner). B., von Bela IV. befestigt, war der Sitz der alten kroatischen Könige. 1592 eroberte es Hasan, Statthalter von Bosnien, und 1697 belagerte es der österreichische General Auersperg einen Monat lang vergebens. Am 7. Sept. 1878 wurden die Österreicher vor B. zurückgeschlagen, doch geriet die Stadt 18. Sept. in ihren Besitz.
 
Artikelverweis 
Bihar (Behar, im Sanskrit wihara), Provinz der britisch-ind. Präsidentschaft Bengalen (s. Karte »Ostindien«), zwischen 23°46´-27°29´ nördl. Br. und 83°22´-88'' 35´ östl. L., mit den Divisionen Patna und Bhagalpur, begrenzt von Nepal im N., den Nordwestprovinzen im W., den Divisionen Tschota Nagpore und Bardwan im S., der Presidency Division und Radschahi im O., 114,437 qkm mit (1901) 24,185,870 Einw., darunter 3,5 Mill. Mohammedaner, 14,000 Christen, 800,000 Ureinwohner, die das Meyers Bihari (s. d.) sprechen. Das im allgemeinen ebene Land wird durchflossen vom Ganges und seinen Zuflüssen Gogra, Gandak, Kusi, Mahananda, Son und von dem großartigen Bihar-Kanalsystem, mit 348 km schiffbaren und 1792 km Bewässerungskanälen. Auf den Kanälen verkehren 11,000 Boote, die Güter im Werte von 450,000 Pfd. Sterl. befördern. Die Eisenbahn längs des Ganges entsendet mehrere Zweige nach N. und S. Die wichtigsten Industrien sind Opium- und Indigobereitung. B. war im 6. Jahrh. v. Chr. die Wiege des Buddhatums, wovon die über das ganze Land zerstreuten Ruinen von Klöstern (sanskr. wihāra) und andern Denkmälern noch heute zeugen. Buddhistische Sendboten gingen von hier nach Ceylon, China, der Tatarei und Tibet; noch heute unternehmen zahlreiche Buddhisten Pilgerfahrten nach B., besonders nach Meyers Gaya (s. d.). Vom 4. Jahrh. v. Chr. bis zum 5. Jahrh. n. Chr. umfaßte B. die Besitzungen der Könige von Maghada, der mächtigsten Herrscher in Indien, deren Flotten bis Java, Bali etc. segelten. Seine größte Blüte soll dies Reich unter Tschandragupta erreicht haben; Seleukos I. Nikator ernannte um 300 v. Chr. Megasthenes, den Verfasser der nur in Bruchteilen erhaltenen ersten indischen Landeskunde »Indika«, zu seinem Stellvertreter am Hofe von Pataliputra (Patna). 1202 fiel B. in die Gewalt der Mohammedaner und bildete eine der drei Provinzen der Gouverneure (bis 1339) und Könige von Bengalen (bis 1576). Die Ostindische Kompagnie erhielt es 1765 vom Großmogul Schah Alam abgetreten.
   Die gleichnamige Hauptstadt der Subdivision B. (2054 qkm mit 628,767 Einw.), in der Division Patna, hat Ritinen eines alten Foris, viele Moscheen und Heiligengräber (jährlich 20,000 Pilger), berühmte Fabrikation von Silber- und Goldstoffen und Musselinen und (1901) 44,984 Einw. Die früher größere Stadt wurde 1774 durch die Marathen verwüstet und die Bevölkerung hierdurch und durch aufeinanderfolgende Hungersnöte aufgerieben.
 
Artikelverweis 
Bihar, ungar. Komitat am linken Theißufer, grenzt im N. an die Komitate Hajdu, Szabolcs und Szatmár, im O. an Szilágy, Klausenburg und Torda-Aranyos, im S. an Arad und westlich an Békés, umfaßt 10,962 qkm (199 QM.) mit (1991) 577,312 Einw., meist Ungarn (ob Proz.) und Rumänen. Großwardein

[Bd. 2, Sp. 856]


ist Sitz des Komitats. Letzteres wird nach dem kleinen Markt B. benannt.
 
Artikelverweis 
Bihargebirge, Berggruppe zwischen der Schwarzen und Schnellen Körös, in den ungar. Komitaten Bihar, Klausenburg und Torda-Aranyos, erreicht in Kukurbeta 1849 und in der Vlegyásza 1845 m und ist reich an grotesken Felsenburgen, Höhlen, Eisgrotten und Wasserfällen. Auf ihr entspringen mehrere Quellflüsse der Körös und der Szamos. Vgl. Schmidl, Das B. (Wien 1863).

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: