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Biggleswade bis Bignoniazeen (Bd. 2, Sp. 854 bis 855)
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Artikelverweis Biggleswade (spr. biggelsŭēd), Stadt in Bedfordshire (England), am schiffbaren Ivel, nach einem großen Brand 1785 fast ganz neu erbaut, hat Fahrradfabrikation und (1901) 5120 Einw. In der Nähe Arlesey mit schöner gotischer Kirche.
 
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Bigha, 1) selbständiges Liwa in Kleinasien, der antiken Troas entsprechend. 2) Städtchen in Kleinasien, in einer fruchtbaren Ebene am Bigha-Tschai (Granikos), mit 10,000 Einw., historisch merkwürdig durch den 7 km nördlich von B. am Granikos 334 v. Chr. erfochtenen Sieg Alexanders d. Gr. über die Perser und die Niederlage der Tataren durch den Seldschukensultan Alâ ed-dîn Kai Qobâd III. (1288).
 
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Bighorn (engl., »Dickhorn«), s. Meyers Schaf.
 
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Big Horn Mountains (spr. mauntins), hoher Felsengebirgszug aus paläozoischem und kristallinischem Gestein, der im östlichen Wyoming zwischen 43 und 46° nördl. Br. nordwärts zieht und im Cloud Peak 4100 m Höhe erreicht, von wilden Cañons durchfurcht und von dichtem Nadelwald bestanden. Petroleumfelder finden sich besonders in seinem südöstlichen Teile.
 
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Big Horn River, der bedeutendste Zufluß des Yellowstone (s. d.), entsteht aus den nordöstlichen Abflüssen des Windrivergebirges (Wind River, Popo Agie, Beaver Creek), durchströmt den mittlern Teil des nordamerikanischen Staates Wyoming und mündet unterhalb Fort Custer in Montana.
 
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Bigio (spr. bīdscho), Maler, s. Meyers Franciabigio.
 
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Biglietto (ital., spr. biljetto), kleiner Brief, Billet; Papiergeld; Anweisung.
 
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Bignette (spr. binj-), s. Meyers Citrus.
 
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Bignon (spr. binjóng), Louis Pierre Edouard, Baron de, franz. Diplomat, Publizist und Historiker, geb. 3. Jan. 1771 in Guerbaville bei Meilleraye (Niederseine), gest. 5. Jan. 1841 in Paris, trat in den diplomatischen Dienst und leitete 18061808 als kaiserlicher Kommissar die Verwaltung der Domänen und Finanzen in den Ländern zwischen Elbe und Weichsel. 1809 ward er bevollmächtigter Minister in Baden, bald darauf französischer Generaladministrator in Österreich und ging dann mit geheimen Aufträgen nach Warschau, wo er fast 3 Jahre blieb. Später beim französischen Hauptquartier in Dresden, blieb er hier bis zur Kapitulation. Während der ersten Restauration schrieb er sein »Exposé comparatif de l'état financier, militaire, politique et moral de la France et des principales puissances de l'Europe« (Par. 1814). 1815 von Napoleon I. zum Minister des Auswärtigen ernannt, unterzeichnete er 3. Juli die zweite Kapitulation von Paris. 1817 zum Deputierten gewählt, gehörte er zu den hervorragendsten Mitgliedern der Opposition gegen die absolutistische Fraktion. Er schrieb eine Reihe publizistischer Schriften, z. B. »Coup d'œil sur les démêlés des cours de Bavière et de Bade« (1818); »Des proscriptions« (181920, 3 Bde.); »Du congrès de Troppau« (1821); »Les cabinets et les peuples« (1822, 3. Aufl. 1824). Napoleon I. trug ihm testamentarisch unter Verleihung eines Legats von 100,000 Frank auf, die Geschichte der französischen Diplomatie seit dem 18. Brumaire zu schreiben, und B. erfüllte diesen Wunsch in dem durchaus bonapartistisch gehaltenen Werk »Histoire de France, depuis le 18 brumaire jusqu'á la paix de Tilsit« (182930, 6 Bde.; deutsch, Leipz. 183031, 6 Bde.) und dessen Fortsetzung: »Histoire de France, depuis la paix de Tilsit jusqu'en 1812« (1838, 4 Bde.; deutsch, Meißen 1838 bis 1840, 6 Bde.). Eine Gesamtausgabe, redigiert und beendigt (Bd. 1114) von seinem Schwiegersohn Baron August Ernouf, erschien u. d. T.: »Histoire de France sous Napoléon« (183850, 14 Bde.). Vom Juli bis November 1830 war er Minister des Auswärtigen. Nach dem Siege der Doktrinäre trat er als Deputierter und Pair zur Opposition über. Seine »Souvenirs d'un diplomate. La Pologne 18111813« gab Mignet heraus (1864).
 
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Bignonĭa Taurn. (Bignonie, Trompetenblume), Gattung der Bignoniazeen, Schlingpflanzen mit gegenständigen, zwei- oder dreizähligen Blättern, dreispaltigen Krallenranken, ansehnlichen einzeln oder in seitenständigen kurzen Rispen stehenden Blüten und vielsamigen Kapseln. Die Bignonien gehören als charakteristische Formen dem tropischen und subtropischen Amerika an und machen als Lianen

[Bd. 2, Sp. 855]


den Urwald undurchdringlich; bei uns kultiviert man mehrere Arten in Warmhäusern. B. capreolata L., immergrün, mit stacheligen Zweigen und bräunlich scharlachroten, inwendig gelben, großen Blüten in den Blattwinkeln, in Virginia und Carolina, eignet sich besonders zur Bekleidung von Säulen und Wänden und hält in milder Lage, gut gedeckt, bei uns im Freien aus. Aus den Blättern von B. Chica H. B., einem Schlingstrauch mit doppeltgefiederten Blättern, die beim Trocknen rot werden, violetten, hängenden Blüten, am Orinoko, Cassiquiare und an andern Flüssen Südamerikas, erhält man einen ziegelroten Farbstoff, das Meyers Chicarot (s. d.). Vgl. Campsis.
 
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Bignoniazeen (Trompetenblütler), dikotyle Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Tubifloren, am nächsten den Akanthazeen verwandt, Holzgewächse mit aufrechtem oder windendem Stamm (s. Meyers Lianen) und lippenförmigen Blüten (s. Abbild.). Die etwa 450 Arten gehören im wesentlichen der tropischen Zone an; sie traten schon in der Tertiärzeit auf. Vgl. Bureau, Monographie des Bignoniacées (Par. 1864).

 

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