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Biere bis Bierstein (Bd. 2, Sp. 850 bis 851)
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Artikelverweis Biere, Dorf im preuß. Regbez. Magdeburg, Kreis Kalbe a. S., hat eine evang. Kirche, eine Zuckerfabrik, Braunkohlenbergbau und (1900) 2532 Einw.
 
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Bieresel, der Pirol.
 
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Biergalle, s. Meyers Bier, S. 844.
 
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Bierkahmpilz, s. Mycoderma.
 
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Bierley (North B., spr. bīrlī), Fabrikort im Westbezirk von Yorkshire (England), südwestlich von Bradford, mit Kohlengruben, Eisenwerken und (1901) 22,151 Einwohnern.
 
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Biermann, 1) Karl Eduard, Maler, geb. 26. Juli 1803 in Berlin, gest. daselbst 16. Juni 1892, war erst Porzellanmaler und dann bei den von Schinkel geleiteten Dekorationsmalereien beschäftigt. bis er sich der Landschaftsmalerei zuwendete. Die Alpenwelt regte ihn zu seinen Hauptproduktionen an. 1834 stellte er eine Aussicht auf Florenz aus, der eine Ansicht des Domes von Mailand und 1836 eine Darstellung von Tassos Eiche folgten. Den größten Erfolg hatte sein Bild: ein Abend auf der Hochalp. Im Neuen Museum zu Berlin malte B. mehrere Wandbilder, wie die Insel Philä, den Vorhof des Tempels von Edfu, den Tempelhof zu Karnak etc. 1853 stellte er 16 Aquarelle aus Dalmatien aus, die große Frische, aber phantastische Auffassung und Durchführung zeigten. B., dessen Arbeiten eine glänzende Technik zeigen, dabei aber meist ein etwas dekoratives Gepräge tragen, war einer der ersten Vertreter der landschaftlichen Aquarellmalerei in Berlin.
   2) Gottlieb, Maler, geb. 13. Okt. 1824 in Berlin, bildete sich auf der dortigen Akademie und unter Wach, ging dann nach Paris zu Cogniet, wo er ein Jahr verweilte, und von da nach Italien. 1853 nach Berlin zurückgekehrt, malte er einige Geschichts- und Genrebilder, unter denen Gustav Adolfs Tod und eine Episode aus der Schlacht bei Kunersdorf hervorzuheben sind, wendete sich aber dann mit Vorliebe dem Porträt zu. Im Anschluß an die venezianischen und niederländischen Meister erlangte er eine große koloristische Gewandtheit, die ihn namentlich für das weibliche Bildnis mit der Folie reicher Toilettenpracht und einer üppigen Umgebung befähigte. Gelegentlich schuf er auch ideale Einzelfiguren (Zigeunerkönigin 1877, Esther 1880, Verklungene Akkorde) und mythologische Szenen (Bacchantin).
 
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Biernacki (spr. -nátzki), Aloys Prosper, poln. Landwirt und Staatsmann, geb. 1778 bei Kalisch, gest. im September 1854 in Paris, studierte zu Frankfurt a. O., reiste und gründete dann in Sulislawice bei Kalisch eine Musterwirtschaft und eine Schule des gegenseitigen Unterrichts für Agronomie, Gartenkunde, Naturwissenschaft u. Mathematik. Auch schrieb er für die Ablösung der Fronen. 1820 wurde er Mitglied des Generalkonseils im Palatinat Kalisch. 1829 wieder gewählt, unterzeichnete B. die Adresse, die gegen die russischen Verletzungen der polnischen Konstitution protestierte. Nach Ausbruch des Aufstandes übernahm er in der Nationalregierung im Januar 1831 auf kurze Zeit das Ministerium der Finanzen. Als nach dem Falle von Warschau sich in Zakroczin eine neue Regierung bildete, wurde B. abermals Finanzminister. Nach der Niederschlagung des Aufstandes lebte er in Frankreich.
 
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Biernatzki, Johann Christoph, Schriftsteller, geb. 17. Okt. 1795 zu Elmshorn in Holstein, gest. 11. Mai 1840 in Friedrichstadt, studierte in Jena und Kiel Theologie und orientalische Sprachen und wurde 1821 Pfarrer auf der Hallig Nordstrandischmoor. Nachdem er hier die furchtbare Sturmflut im Februar 1825 überstanden hatte, wurde er noch in demselben Jahr als Pfarrer nach Friedrichstadt versetzt. Seine »Gedichte« (2. Aufl., Leipz. 1852) und Novellen vertreten eine aus Pietistische streifende religiöse Gesinnung. Am bekanntesten wurden die den unmittelbaren Erlebnissen des Verfassers entnommene, wiederholt ausgelegte Erzählung »Die Hallig, oder die Schiffbrüchigen auf dem Eiland in der Nordsee« (Altona 1836) und die Novelle »Der braune Knabe« (das. 1839, beide in »Meyers Volksbüchern« abgedruckt). Biernatzkis »Gesammelte Schriften« erschienen in 8 Bänden (2. Aufl., Altona 1850). Seine Biographie lieferte sein Sohn Karl Bernhard B. (2. Aufl., Leipz 1852).
 
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Bierstadt, Dorf im preuß. Regbez. und Landkreis Wiesbaden, hat eine evang. Kirche, Synagoge, Ziegelbrennerei, Biskuitfabrik und (1900) 3127 Einw.
 
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Bierstadt, Albert, Maler, geb. 7. Jan. 1830 in Solingen, gest. 18. Febr. 1902 bei New York, kam

[Bd. 2, Sp. 851]


als zweijähriges Kind mit seiner Familie nach Amerika (New Bedford, Massachusetts). Nachdem B. als Knabe mit Kreidezeichnen begonnen, versuchte er sich seit 1851 in der Ölmalerei und begab sich 1853 nach Düsseldorf, wo er unter Lessing, Andreas Achenbach und Leutze rasche Fortschritte machte, und besuchte dann Italien. 1857 kehrte er in die Heimat zurück, begleitete im folgenden Jahre die Expedition des Generals Lander nach dem Südpaß in den Rocky Mountains und bereiste dann mit zwei Begleitern unter großen Gefahren den Osten. Die Früchte dieser Reise waren zwei Gemälde: Landers Pik und Laramie Pik (letzteres in der Kunstakademie zu Buffalo). Seinen Ruf gründete vornehmlich das Bild: Sonnenschein und Schatten (1862). Er machte dann noch mehrere gleich abenteuerliche Reisen an den Salzsee, den Columbiasee etc., die ihm Stoff zu bedeutenden Schöpfungen lieferten. Nach seiner Rückkehr ließ er sich in New York nieder, lebte dann seit 1866 in seinem Landhaus zu Irvington am Hudson und erhielt große Aufträge für das Kapitol in Washington, für das er namentlich die Entdeckung des Hudsonflusses schilderte. Im Winter 1867/68 hielt er sich in Rom und Neapel auf, wo er den Ausbruch des Vesuvs darstellte. Er malte mit Vorliebe gewaltige Naturszenen, wilde, ungeheuerliche Gebirgsbilder in der romantischen Auffassung und Färbung der alten Düsseldorfer Schule. Von seinen Hauptwerken sind noch zu nennen: Sturm im Felsengebirge, das goldene Tor, die Dome des Yosemitetals, Mount Tacoma im Staat Washington an der Pacificküste, die letzten Büffel und die großen Bäume Kaliforniens.
 
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Bierstein, s. Meyers Bier, S. 841.

 

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