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Bienenkorbhäuser bis Bienenwolf (Bd. 2, Sp. 838)
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Artikelverweis Bienenkorbhäuser, bienenkorbartige Gebäude mit dicken Erdmauern, kommen gruppenweise in Schottland vor und sollen teilweise aus der Steinzeit herstammen. Einige sind jedenfalls neuern Ursprungs und waren noch im Anfang des 19. Jahrh. bewohnt.
 
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Bienenlaus (Braula coeca Nitzsch, s. Tafel Meyers »Bienen«, Fig. 15), Zweiflügler aus der Familie der Bienenläuse (Braulidae), 1,5 mm lang, rotbraun, mit sehr großem Kopf ohne Augen und Nebenaugen, kurzen Fühlern, stark borstigem Hinterleib und sehr derben Beinen mit lang- und dichtzähnigen Kammen; Flügel und Schwinger fehlen. Die B. lebt in Deutschland, Frankreich, Italien meist einzeln auf Honigbienen, besonders auf der Königin, und saugt sich mit dem Rüssel auf dem Rücken schild fest. Die Larve entwickelt sich im Innern der Mutter, verhärtet und bräunt sich bald nach der Geburt und liefert dann die Fliege, die auf eine Biene zu gelangen sucht. Die B. verursacht nur Schaden, wenn sie sehr zahlreich auftritt. Man muß dann den Boden der Bienenstöcke oft reinigen, um die hier liegenden Larven m entfernen. Als B. bezeichnet man auch die Larve gewisser Blasenkäfer; s. Meyers Maiwurm.
 
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Bienenlinie, die Luftlinie, d. h. die kürzeste Entfernung zweier Punkte voneinander; s. Meyers Orientierungssinn.
 
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Bienenmotte (Wachsmotte, Honigschabe, Galleria mellonella L., s. Tafel Meyers »Bienen«, Fia. 14 u. 14a), Schmetterling aus der Familie der Zünsler (Pyralidae), 2035 mm breit, mit schwarzbraunem, an der Spitze weißem Haarschopf auf dem Rücken, beim kleinern Männchen sind die Flügel aschgrau, die Vorderflügel am Innenrand braun und schwarz gefleckt. Die B. legt nachts ihre Eier in die Bienenstöcke; die beinfarbene Raupe lebt in den Waben, frißt das Wachs gangartig weg und legt dabei eine lose Gespinströhre an. Die Entwickelung dauert nur 3 Wachen, die letzte Generation überwintert als Puppe in einem dichten Gespinst. Die B. kann den ganzen Stock zerstören, so daß das Bienenvolk ausschwärmt (Mottenschwarm). Man muß daher auf Schmetterling und Raupe fleißig Jagd machen. Vgl. Dennler, Die Wachsmotten (Braunschw. 1890).
 
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Bienenmutter (Bienenkönigin), s. Meyers Bienen, S. 835.
 
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Bienenrecht, der Inbegriff der die Bienen betreffenden Rechtsnormen. Das vielumstrittene B. hat in den § 961964 des Bürgerlichen Gesetzbuches nähere Regelung gefunden: Zieht ein Bienenschwarm aus, so wird er herrenlos, wenn nicht der Eigentümer ihn unverzüglich verfolgt, oder wenn der Eigentümer die Verfolgung ausgibt. Der Eigentumer des Bienenschwarmes darf bei der Verfolgung fremde Grundstücke betreten. Ist der Schwarm in eine fremde, nicht besetzte Bienenwohnung eingezogen, so darf der Eigentümer des Schwarmes zum Zwecke des Einfangens die Wohnung öffnen und die Waben herausnehmen oder herausbrechen. Er hat den entstehenden Schaden zu ersetzen. Vereinigen sich ausgezogene Bienenschwärme mehrerer Eigentümer, so werden die Eigentümer, die ihre Schwärme verfolgt haben, Miteigentümer des eingefangenen Gesamtschwarmes; die Anteile bestimmen sich nach der Zahl der verfolgten Schwärme. Ist ein Bienenschwarm in eine fremde, besetzte Bienenwohnung eingezogen, so erstrecken sich das Eigentum und die sonstigen Rechte an den Bienen, mit denen die Wohnung besetzt war, auf den eingezogenen Schwarm. Das Eigentum und die sonstigen Rechte an den eingezogenen Bienen erlöschen.
 
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Bienenschwarm, s. Meyers Feuerwerkerei.
 
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Bienenstock, s. Meyers Bienenzucht.
 
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Bienenvogel, s. Meyers Bienenfresser.
 
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Bienenwachs, s. Meyers Wachs.
 
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Bienenwolf, Hautflügler, s. Meyers Grabwespen; Käfer, s. Meyers Bienenkäfer; Vogel, s. Meyers Bienenfresser.

[Bd. 2, Sp. 839]


 

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