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Bielitz bis Bien (Bd. 2, Sp. 834)
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Artikelverweis Bielitz, Stadt in Österreichisch-Schlesien, an der galizischen Grenze, 309 m ü. M., an der Biala, die B. von der galizischen Stadt Biala trennt, Knotenpunkt der Nordbahn, hat ein altes Schloß des Fürsten Sulkowski mit Park, 2 katholische, eine prot. Kirche und einen israelitischen Tempel, ein Obergymnasium, eine Oberrealschule, Staatsgewerbeschule, evangelische Lehrerbildungsanstalt, ein evangelisches Waisenhaus, Krankenhaus, Theater, 2 Banken, eine Filiale der Österreichisch-Ungarischen Bank, Gasanstalt, elektrische Zentralanlage mit Straßenbahn und mit den drei Vorstädten (1900) 16,597 meist deutsche Einwohner. Die industrielle Tätigkeit erstreckt sich vornehmlich auf Schafwollverarbeitung, in welchem Zweig B. mit der Nachbarstadt Biala nächst Brünn und Reichenberg den ersten Rang in der österreichisch-ungarischen Monarchie behauptet (vgl. Haase, Die B.-Bialaer Schafwollwarenindustrie, Bielitz 1874). Der Tuchhandel ist besonders nach Galizien, Ungarn und dem Orient sehr lebhaft. Außerdem hat B. Fabriken für Maschinen, Kratzen, Phosphorbronze und Eisenguß, Schrot, Papier, Möbel, Seife, Likör, Flachs- und Jutespinnerei, Bierbrauerei etc. B. ist Stadt mit eignem Statut und Sitz einer Bezirkshauptmannschaft (für den Landbezirk B.), eines Bezirks- und eines Gewerbegerichts und eines Hauptzollamtes. Westlich die Fabrikorte Alt-B. (2732 Einw.), Alexanderfeld (2191 Einw.) und Kamitz (2619 Einw.), dann der Kurort Ernsdorf mit hübschem Schloß und Park, einer Molken- und Kaltwasserheilanstalt und (1900) 2289 Einw.
 
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Biëlla, Kreishauptstadt in der ital. Provinz Novara, 412 m ü. M., rechts am Cervo, an der Eisenbahnlinie Santhià-B., Ausgangspunkt mehrerer Dampfstraßenbahnen (nach Vercelli, Cossato, Andorno, Mongrando), amphitheatralisch an einem Hügel hinaufgebaut und daher in die Ober- und die Unterstadt geteilt, die durch eine Drahtseilbahn verbunden sind, hat eine gotische Kathedrale, Denkmäler von Lamarmora und Sella und (1901) ca. 16,000 (als Gemeinde 19,514) Einw., die Schafwollspinnerei und -Weberei, Baumwollweberei, Fabrikation von Wirkwaren, Hüten, Leder, Maschinen und regen Handel betreiben. B. hat ein Gymnasium, ein Seminar, eine Notariats-, eine technische und eine Gewerbeschule, Theater, Wasserheilanstalt und ist Sitz eines Bischofs und zweier Tribunale. 7 km nördlich liegt am Berg Mucrone, 1250 m hoch, die besuchte Wallfahrtskirche Madonna d'Oropa, in der alle 100 Jahre ein achttägiges Fest gefeiert wird (zuletzt 1825). Vgl. Sella u. Mosca, Memorie della città di B. (Biella 1901).
 
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Bielmans, soviel wie Siebenschläfer.
 
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Bielolasica, Berg, s. Meyers Kapelagebirge.
 
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Bielo-Vrh, Gebirge, s. Meyers Kroatien-Slawonien.
 
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Bielowski (spr. bje-), August, poln. Gelehrter und Dichter, geb. 1806 in Krechowice, gest. 11. Ott. 1876 als Direktor der Ossolińskischen Bibliothek in Lemberg, studierte daselbst und begann seine literarische Tätigkeit mit Übersetzungen serbischer Volkslieder (1330) und der altrussischen Igor-Dichtung (Lemb. 1833). Unter seinen eignen Dichtungen ist die historische Rhapsodie »Pieśń o Henryku Pobożnym« (»Lied von Heinrich dem Frommen«) die bedeutendste. Erst in spätern Lebensjahren widmete sich B. ausschließlich historischen Studien. Seine »Kritische Ein leitung in die Geschichte Polens« (Lemb. 1850), worin er Dacien als die Urheimat des polnischen Stammes bezeichnet, ist von andern polnischen Geschichtsforschern, namentlich von Bartoszewicz (1852), aufs schärfste verurteilt worden. Am verdienstlichsten ist seine Veröffentlichung der »Monumenta Poloniae vetustissima« (Lemb. 186472, 2 Bde.; Bd. 35 hrsg. von der Krakauer Akademie der Wissenschaften 187888).
 
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Bielschowitz, Dorf im preuß. Regbez. Oppeln, Kreis Zabrze, hat eine kath. Kirche, Steinkohlenbergbau, Ziegelbrennerei und (1900) 7394 Einw.
 
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Bielshöhle, Höhle im Harz, im Bodetal bei Rübeland, wurde schon um 1672 aufgefunden, aber erst 1788 zugänglich gemacht und nach einem angeblichen Götzen Meyers Biel (s. d.) benannt. Sie hat 15 Abteilungen, die sich durch schöne Stalaktiten auszeichnen, ist aber für den allgemeinen Besuch geschlossen.
 
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Bielski, Marcin, poln. Geschichtschreiber, geb. 1495 in Biala, gest. 1575, kam jung an den Hof des Krakauer Woiwoden Kmita und kämpfte mit bei Obertyn (1531). Seine »Kronika świata« (»Weltchronik«; Krakau 1550 u. 1564) und »Kron1ka polska« (»Polnische Geschichte«; das. 159), von seinem Sohn, Joachim, Sekretär Siegmunds III., bis 1597 fortgesetzt) sind die ersten eigentlichen Geschichtswerke in polnischer Prosa. Beide Chroniken wurden 1617 vom Bischof von Krakau verboten. Sonst schrieb B. »Sprawa rycerska« (»Das Ritterwesen«) und zwei satirische Gedichte, worin er die Polen zur Einigkeit und Tapferkeit ermahnt.
 
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Bielstein, häufiger Name von Berggipfeln (im Harz, bei Eisenach, im Habichtswald u. a.); vgl. Viel.
 
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Bien (franz., spr. bjāng), wohl, gut, sehr, viel; als Substantivum: das Wohl.

 

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